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Coronavirus: Deutscher Wirtschaft drohen Produktionsausfälle von Hunderten Milliarden Euro

Ifo-Analyse
Produktionsausfälle: Wirtschaft drohen hunderte Milliarden Euro Verlust

Der deutschen Wirtschaft drohen Verluste in Höhe von mehreren hundert Milliarden Euro. Feydzhet Shabanov Adobe Stock
Der deutschen Wirtschaft drohen Verluste in Höhe von mehreren hundert Milliarden Euro.
Bild: Feydzhet Shabanov/ stock.adobe.com
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Das Ifo-Institut zeichnet ein düsteres Bild, wenn es um die Folgen des Coronavirus geht. So haben Berechnungen der Forschungseinrichtung ergeben, dass Deutschlands Wirtschaft Produktionsausfälle von mehreren hundert Milliarden Euro zu beklagen haben wird. Außerdem würden Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit in die Höhe schießen und der Staatshaushalt erheblich belastet.

„Die Kosten werden voraussichtlich alles übersteigen, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Deutschland bekannt ist“, befürchtet Ifo-Präsident Clemens Fuest. Er rechnet – je nach Szenario – damit, dass die Wirtschaft um 7,2 bis 20,6 Prozentpunkte schrumpfen wird. „Das entspricht Kosten von 255 bis 729 Milliarden Euro“, rechnet Fuest vor.

Fuest: Gesundheitspolitische Maßnahmen haben oberste Priorität

„Es lohnt sich daher, quasi jeden denkbaren Betrag für gesundheitspolitische Maßnahmen einzusetzen“, so Fuest weiter. Jetzt müsse man darauf hinarbeiten, die Teilschließung der Wirtschaft Ziel zu verkürzen – selbstverständlich ohne die Bekämpfung der Epidemie zu beeinträchtigen. Fuest fordert Strategien zur Wiederaufnahme der Produktion bei gleichzeitiger weiterer Eindämmung der Pandemie.

Gesamtwirtschaftliche Folgen durch Corona könnten bis zu 3 Milliarden Euro kosten

„Wenn die Wirtschaft zwei Monate lang teilweise stillsteht, entstehen Kosten je nach Szenario zwischen 255 und 495 Milliarden Euro. Die Wirtschaftsleistung schrumpft dann im Jahr um 7,2 bis 11,2 Prozentpunkte“, sagt Fuest.

Das gilt für das beste Szenario, in dem die Wirtschaftsleistung für zwei Monate auf 59,6 Prozent zurückgeht, sich dann im dritten Monat auf 79,8 Prozent erholt und im vierten Monat wieder 100 Prozent erreicht.

Sollte die Teilschließung einen Monat länger dauern, sieht das Szenario noch düsterer aus: „Bei drei Monaten Teilschließung erreichen die Kosten bereits 354 bis 729 Milliarden Euro, das sind 10,0 bis 20,6 Prozentpunkte Wachstumsverlust“, so Fuest.

Ifo rechnet mit 25 bis 27 Milliarden Euro Zusatzkosten pro Woche

Berechnungen des Ifo ergeben, dass die Verlängerung der Teilschließung um eine einzige Woche zusätzliche Kosten von 25 bis 57 Milliarden Euro verursacht. Dies entspricht einem Wachstums-Rückgang von 0,7 bis 1,6 Prozentpunkte. Eine Verlängerung von einem auf zwei Monate erhöht die Kosten um bis zu 230 Milliarden Euro oder 6,5 Prozentpunkte Wachstum.

Schwerpunktseite: Coronavirus

Lage besorgt Fuest mehr als Finanzkrise von 2008

Auch auf dem Arbeitsmarkt komme es durch die Krise zu massiven Verwerfungen. „Diese stellen die Zustände auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in den Schatten“, sagt Fuest. In den Szenarien, die das Ifo betrachtet hat, könnten bis zu 1,8 Millionen sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze (oder 1,4 Millionen Vollzeitjobs) abgebaut werden. Mehr als sechs Millionen Arbeitnehmern könnte Kurzarbeit drohen.

Ohne Berücksichtigung geplanter Bürgschaften und Kredite sowie eventueller europäischer Rettungsschirme werden öffentliche Haushalte um bis zu 200 Milliarden Euro belastet.

„Für eine gesamtwirtschaftliche Stabilisierung sind die Mindereinnahmen bei den Steuern und Mehrausgaben insbesondere für Transfers aber erwünscht und notwendig“, so Fuest. (wag)


Kontakt zum Ifo

Ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.
Poschingerstraße 5
81679 München
Tel.: +49 89 9224 0
E-Mail: ifo@ifo.de
Website: www.ifo.de

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