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Bosch-Geschäftsführer Rolf Najork: "Industrie 4.0 ist eine historische Chance"

Industrie 4.0
Rolf Najork: „Industrie 4.0 ist eine historische Chance“

Industrie 4.0 wird zum wichtigen Wirtschaftsfaktor, schreibt Bosch
Industrie 4.0 wird zum wichtigen Wirtschaftsfaktor.
Bild: Bosch
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In der Corona-Krise zeigt sich der Wert vernetzter Produktion und Logistik. Das Internet of Things (IoT) hilft der Industrie, flexibel auf Ausfälle zu reagieren. Mit IoT lassen sich Auslastung und Zustand jeder einzelnen Maschine in Echtzeit verfolgen. Außerdem herrscht Transparenz über die Lieferkette.

„Die Vernetzung kann Unternehmen gerade in Ausnahmezeiten wie diesen weniger verwundbar machen und unterstützt dabei, sicher durch die Krise zu navigieren“, sagt Bosch-Geschäftsführer Rolf Najork, zuständig für die Industrietechnik.

In vielen Bereichen wird physische Nähe wegen der Ansteckungsgefahr zur Herausforderung. Wo dies der Fall ist, werden Schicht-Übergaben digital gemeistert.

Für die Überwachung von Anlagen und Maschinen muss kein Techniker mehr vor Ort sein, da hier Fernzugriff möglich ist. Intelligente Software trackt von überall aus Waren und Transporte und sichert Nachschub.

Industrie 4.0

Industrie 4.0 macht’s möglich: Vernetzte Lösungen machen Fertigung und Logistik einfacher, effizienter, flexibler – und zugleich robuster.

Bosch arbeitet seit 2012 daran, Produktion und Logistik zu vernetzen. 2019 hat das Unternehmen mehr als 750 Millionen Euro Umsatz mit vernetzten Lösungen für Fertigung und Logistik erzielt – ein Wachstum von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Industrie 4.0 sorgt für Produktivitäts-Schub in Fabriken

In der Fabrik der Zukunft ist so ziemlich alles variabel und flexibel. Je nach Anforderung erfindet sich die Fabrik der Zukunft immer wieder neu.

Die Vision: Tausende verschiedene Produkte und Varianten bis zur Losgröße eins zu fertigen, ohne kostspielig Anlagen umzurüsten. Vernetzung ist hier das A und O.

Und Bosch berichtet von einem messbaren Mehrwert: Industrie 4.0 ermögliche es, die Produktivität an einzelnen Standorten um bis zu 25 Prozent zu erhöhen.

„Wer wettbewerbsfähig bleiben will, muss vernetzen. Industrie 4.0 ist eine historische Chance. Die Potenziale sind gewaltig“, berichtet Rolf Najork.

Deshalb verbessere man nicht nur die Produktivität von Fabriken, sondern ermögliche es Unternehmen, auf Veränderungen zu reagieren.

Künstliche Intelligenz

Ein Beispiel: Die Antriebs-Sparte von Bosch steht mit dem Wandel der Automobilindustrie unter Veränderungs- und Kostendruck. Gerade deshalb investiert man dort in den nächsten Jahren rund 500 Millionen Euro in die umfassende Digitalisierung und Vernetzung der Produktion.

Beim Stuttgarter Unternehmen schätzt man, dass sich diese Investition mehr als auszahlen wird. Die Ersparnis soll mit rund einer Milliarde Euro bis 2025 in etwa doppelt so hoch ausfallen.

Einen zusätzlichen Schub verspricht man sich vom Einsatz von Künstlicher Intelligenz. KI-basierte Lösungen soll bei der vorausschauenden Wartung von Maschinen, zur Qualitätskontrolle oder um Fertigungsprozesse zu verbessern eingesetzt werden.

Künstliche Intelligenz kommt etwa in den Chipfabriken von Bosch in Reutlingen in der Feinplanung der Produktion zum Einsatz. Hier werden die Wafer zeit- und kostensparend durch mehr als 500 Bearbeitungsschritte gesteuert.

Bosch berichtet von einem gesteigerten Wafer-Durchsatz von plus fünf Prozent. Die Investition rechne sich damit bereits nach drei Monaten.

Von Einzelprojekten zur flächendeckenden Umsetzung

Sechs von zehn Industrieunternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern in Deutschland nutzen bereits Industrie-4.0-Anwendungen, berichtet der Bitkom. Einzelfälle, vermutet Bosch. Nach Schätzung des VDMA warten hierzulande acht von zehn Bestandsanlagen auf ihre Vernetzung.

„Wir haben in der Industrie noch Luft nach oben. Doch wir verfügen über Stellschrauben, an denen wir drehen können. Jetzt geht es darum, Industrie 4.0 in die Fläche zu bringen“, sagt Najork.

Die hohen Investitionskosten schrecken noch viele Unternehmen ab. Viele Maschinen lassen sich aber auch nachträglich mit Kommunikations-Technik und Sensorik ausrüsten. Damit kann der Einstieg in das industrielle Internet der Dinge gelingen.

Bosch Rexroth in Erbach zeige etwa, wie sich bereits kleine Investitionen in große Anlagen rechnen: Für Sensoren und Lichtschranken an Produktionslinien habe das dortige Werk insgesamt 25.000 Euro aufgewendet – und eine jährliche Ersparnis von rund 200.000 Euro erzielt. (wag)


Kontakt zu Bosch


Robert Bosch GmbH
Robert-Bosch-Platz 1
70839 Gerlingen-Schillerhöhe
Tel.: +49 711 4004 0990
E-Mail: kontakt@bosch.de
Website: www.bosch.de

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