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Vom Netz zum System

Netztechnik & Digitalisierung
VDE|FNN legt Fahrplan zur Integration von erneuerbaren Energien vor

VDE|FNN hat in seiner Roadmap insgesamt 13 Themen mit Aktivitäten und Terminen erarbeitet – für die Bereiche Rollen und Aufgaben, Netz- und Systembetrieb sowie Kommunikationstechnik. Bild: dena
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Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (VDE|FNN) hat auf dem Fachkongress Netztechnik in Nürnberg seine neue Roadmap „Vom Netz zum System“ vorgestellt. Im Fokus der Roadmap stehen Aktivitäten, um das Stromversorgungssystem auf den Betrieb mit 80 Prozent erneuerbare Energien bis zum Jahr 2050 vorzubereiten. Ein Schwerpunkt ist die Digitalisierung. Das Branchentreffen ist mit rund 600 Teilnehmern – Entscheider von Netzbetreibern, Herstellern, Dienstleistern und Behörden – die größte Veranstaltung zu Netztechnik und Netzbetrieb in Deutschland.

Durch die stärkere Vernetzung im System kommt es zunehmend auch auf die Sicherheit der Kommunikationstechnik und die unterschiedlichen Rollen der Marktakteure an. Dazu hat VDE|FNN konkrete Maßnahmen erarbeitet, die es in den kommenden fünf Jahren bis 2021 umsetzen wird. Mit dem Arbeitsplan unterstützt VDE|FNN Hersteller, Netz- und Anlagenbetreiber sowie Dienstleister und Behörden, erneuerbare Energien sicher ins System zu integrieren.

Gewohnten Lebensstil auch morgen klimaschonend gestalten

„Wenn wir das Ziel der Bundesregierung – 80 Prozent der Stromversorgung durch erneuerbare Energien im Jahr 2050 – erreichen wollen, müssen wir das System koordiniert weiterentwickeln“, fordert Dr. Stefan Küppers, Vorstandsvorsitzender von VDE|FNN und Geschäftsführer Spezialtechnik/Digitalisierung bei der Westnetz GmbH. Die Welt werde durch die steigende Anzahl von Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen, systemischen Schnittstellen und Marktrollen komplexer. Man müsse das System heute so ausstatten, dass man auch morgen den gewohnten Lebensstil klimaschonend gestalten könne. Dabei gelte es zu bedenken, dass etwa 60 Prozent der aktuell im Netz befindlichen Anlagen den künftigen Anforderungen an das System nicht gerecht würden. „Mit unserer wegweisenden Roadmap setzen wir die technische Weiterentwicklung der Netze auf die Schiene – der Fahrplan steht, der Zug rollt bereits“, so Küppers weiter. Nun brauche es von politischer Seite die richtige Weichenstellung, etwa die weitere Ausarbeitung des Paragrafen 14a des Energiewirtschaftsgesetzes zu steuerbaren Verbrauchseinrichtungen in der Niederspannung.

Spielregeln für neue Netznutzung und Marktakteure

VDE|FNN hat in seiner Roadmap insgesamt 13 Themen mit Aktivitäten und Terminen erarbeitet – für die Bereiche Rollen und Aufgaben, Netz- und Systembetrieb sowie Kommunikationstechnik. Ein Beispiel sind die Maßnahmen zur Netzintegration der Elektromobilität. Im Mittelpunkt dabei stehen die Nieder- und Mittelspannungsnetze, an die Elektroautos als neue, ortsungebundene Verbraucher mit hoher Leistung und Gleichzeitigkeit sowie großem Energiebedarf angeschlossen werden. Das schafft zwar neue Möglichkeiten der Netznutzung, setzt aber auch Grenzen. Der VDE|FNN hatte darauf bereits in seiner im Mai 2017 veröffentlichten Position aufmerksam gemacht und Spielregeln für die flächendeckende Verbreitung der Elektromobilität formuliert. Bis spätestens 2019 will VDE|FNN konkrete Handlungsempfehlungen für die langfristig sichere und zuverlässige Netzintegration der Elektromobilität vorlegen.

Ebenfalls bis 2019 will der VDE|FNN Anforderungen für die IT-Sicherheit an verschiedene Marktakteure erarbeiten. Weil zunehmend mehr Erzeugungsanlagen über das Internet vernetzt werden, steigt das Bedrohungspotenzial. So muss künftig beispielsweise die unbefugte Steuerung einer Vielzahl von Anlagen verhindert werden. Während zurzeit die Anforderungen auf Netzbetreiber beschränkt sind, müssen sie künftig auch auf Direktvermarkter, Betreiber von virtuellen Kraftwerken und von Anlagen ausgeweitet werden. (ig)


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