Cybersecurity-Index 2020

Studie: Mitarbeiter sind größtes Risiko bei Cyberkriminalität

Cyberangriffe Mitarbeiter mit Laptop
Laut einer Studie sind Mitarbeiter das größe Risiko für Cyberangriffe. Bild: issaronow/adobe.stock.com
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Laut einer Umfrage von fast zwei Drittel der Cybersicherheitsentscheider in Deutschland bewerten die eigenen Mitarbeiter als Schwachpunkt ihrer Sicherheitsstrategie.

Laut Zahlen des Command Control Cybersecurity-Index 2020, für den im Auftrag der Command Control (3. & 4. März 2020 in München) 300 deutsche Sicherheitsentscheider befragt wurden, sind Mitarbeiter oftmals der größte Schwachpunkt in Unternehmen beim Thema Cybersicherheit.

So hält ein Drittel die Belegschaft nicht ausreichend über aktuelle Cyberrisiken auf dem Laufenden. 42 Prozent der Unternehmen verzichtet  darauf, ihre Belegschaft konsequent für digitale Gefahren auf Geschäftsreisen zu sensibilisieren. 31 Prozent sagen sogar, dass die Mitarbeiter bisher überhaupt keine Rolle in der Sicherheitsstrategie ihres Unternehmens spielen.

Verharmlosung steht in Widerspruch zur Gefahrenlage

Diese lückenhafte Einbindung der Mitarbeiter in die digitale Unternehmenssicherheit steht in gefährlichem Widerspruch zur aktuellen Risikolage im Bereich Cybersecurity: : 76 Prozent der Sicherheitsentscheider sehen in Spionage und Datenverlust durch Trojaner eine große Gefahr. Die Cybersicherheitsbehörde des Bundes (BSI) bestätigt diese Einschätzung und hat kürzlich erneut eindrücklich vor der Schadsoftware EMOTET gewarnt, die häufig mithilfe gefälschter E-Mails im Namen von Kollegen, Geschäftspartnern oder Bekannten in Unternehmensnetze eingeschleust wird.

„Die Angreifer setzen bei Attacken mit Verschlüsselungstrojanern verstärkt auf soziale Interaktion – also das Mitwirken von Mitarbeitern in den Unternehmen“, kommentiert Katharina Keupp, Projektleiterin der Command Control bei der Messe München. „Dieser Trend erfordert eine ganz neue Cyber-Resilience von den Unternehmen. Unter anderem gilt es, kontinuierlich Präventionsarbeit zu betreiben und ein angemessenes Bewusstsein für Cyberrisiken in der Belegschaft zu erzeugen.“

Unternehmensstrukturen sind oft hinderlich

In vielen Unternehmen erschweren veraltete Strukturen die bessere Einbindung der Mitarbeiter: Laut 59 Prozent der Entscheider, sind die siloartige Struktur ihres Unternehmens – also die wenig koordinierte und teilweise sogar kaum vorhandene Zusammenarbeit der Abteilungen – ein Bremser für Cybersicherheit ist. Der Großteil der Unternehmen hat aber die Absicht, daran etwas zu ändern. So sagen 84 Prozent der Befragten, dass sie in ihrem Unternehmen eine Kultur der Cyber-Resilience durch die Zusammenarbeit aller Mitarbeiter fördern möchten. 86 Prozent der Entscheider sehen ihre Belegschaft aber auch in der Bringschuld und fordern, dass die Mitarbeiter das klassische Abteilungsdenken sprengen und beim Thema Cybersicherheit eng zusammenarbeiten.

Kongress „Command Control“ in München soll Hilfestellung geben

Wie sich die neuen Anforderungen an Cybersicherheit in der Praxis umsetzen lassen, diskutieren am 3. und 4. März über 1500 Cybersicherheitsentscheider wie CISOs, CIOs, Geschäftsführer, Risk-Manager und Datenschutzbeauftragte auf der zweiten Auflage der Command Control in München.

Im Mittelpunkt des Kongresses steht ein interaktives Konferenzprogramm mit rund 50 internationalen Speakern. Vor Ort sprechen unter anderem die Cambridge Analytica-Whistleblowerin Brittany Kaiser, der Leiter Informationssicherheit bei Netflix Jimmy Sanders, der CIO der weltgrößten Reederei Maersk Adam Banks, der CEO und Mitgründer von IOTA Dominik Schiener, die Chief Privacy Officerin von eBay Dr. Anna Zeiter und Deutschlands vermutlich erste Frau im All Dr. Suzanna Randall.

Außerdem stellen Philipp Amann von Europol und Heiko Löhr vom Bundeskriminalamt in Wiesbaden die jüngsten Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden vor, heißt es in einer Pressemitteilung der Messe München.(ag)

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