Enterprise Resource Planning

Anwenderbericht: ERP-Lösung für den Prozess-Automatisierer

Anzeige
Die Hiersemann Prozessautomation GmbH treibt die elektronisch gesteuerte Fertigung voran und setzt dabei auf Deleco: Mit der ERP-Lösung des Systemhauses Delta Barth nutzt das Unternehmen ein einziges System, um u. A. Warenwirtschaft, Controlling, Projektmanagement, Fertigungsplanung und die Arbeitszeiten der Mitarbeiter zu erfassen.

Komplexe Produktionsabläufe durch den Einsatz neuester Steuerungstechnik optimieren und so effizienter gestalten: Das will die Hiersemann Prozessautomation GmbH mit ihrem Angebot erreichen. Von reinen Ingenieurdienstleistungen über die Modernisierung bestehender Anlagen bis hin zur Fertigung von Sondermaschinen – das auf Montage, Mess- und Prüftechnik, Robotik und Handling spezialisierte Unternehmen agiert weltweit, um im Kundenauftrag Produktionsabläufe zu automatisieren.

Einen Schwerpunkt von Hiersemann stellt die Automobilbranche dar: Hier sind die Anlagen des Chemnitzer Unternehmens unter anderem in den Produktionsstrecken von Rohbau, Lackierung, Finish oder der Hochzeit von Karosserie und Fahrwerk zu finden. Auch unter den Automobilzulieferern finden sich zahlreiche Kunden – denn von Getriebetechnik über Tür- und Schließsysteme bis hin zu Airbags gibt es hier unzählige Baugruppen zu montieren, zu messen und zu prüfen.
Die Entwicklungs- und Konstruktionsleistung nimmt bei dem 1998 gegründeten Familienunternehmen einen besonders hohen Stellenwert ein. Gestützt auf aktive Forschungsarbeit und die Kooperation mit renommierten Universitäten und Instituten, sind derzeit 28 Mitarbeiter mit der Entwicklung von High-Tech für namhafte Kunden wie Daimler, Volkswagen, Continental oder Takata im Einsatz beschäftigt.
Wachstum mit Struktur und System
Teil des Firmenerfolges ist seit 2014 auch das ERP-System Deleco: „Ein Wachstumsschub unseres Geschäftsfeldes Sondermaschinenbau brachte das Thema ERP auf die Agenda“, erinnert sich Geschäftsführer Martin Hiersemann an den Beginn der Suche nach einem geeigneten System für das Enterprise Resource Planning.
Lag mit den Bereichen Engineering und Anlagenretrofit der Fokus bis dahin auf Projektplanung, Konstruktion und Programmierung von Steuerungstechnik beziehungsweise der Implementierung des Automationsequipments vor Ort beim Kunden, so rückte nun die Fertigung eigener Produkte in den Vordergrund. Die Geschäftsprozesse veränderten sich entsprechend – denn neben der Produktion selbst galt es nun zusätzlich, den deutlich gestiegenen Beschaffungsumfang von Fertigungsteilen zu organisieren.
„Unsere Automationsanlagen umfassen einige hundert bis mehrere tausend Teile“, verdeutlicht Martin Hiersemann die gestellte Aufgabe. Die bisher eingesetzten Insellösungen und Excel-Tabellen waren dem nicht mehr gewachsen; eine effiziente Verwaltung der Bauteile war gefragt – „aber das hätte ich von jedem guten ERP-System erwartet“, ergänzt der Geschäftsführer.
„Das Besondere an Deleco ist die Übersichtlichkeit und einfache Bedienbarkeit des Programms. Ein Klick, und wir haben alle Artikelinfos parat.“ Weiterhin punktete die Lösung der Delta Barth Systemhaus GmbH mit konkurrenzfähigen Preisen für Lizenzen sowie der Möglichkeit, Warenwirtschaft, Controlling, Projektmanagement und Fertigungsplanung in einer Lösung zu vereinen. Nicht zuletzt gab die hohe Flexibilität der Software letztendlich den Ausschlag – denn durch den „direkten Draht“ zur Softwareentwicklung bei Delta Barth kann Deleco problemlos gemäß Kundenwunsch angepasst werden.
Um bei der Einführung der Software den Mehraufwand durch Schulung und Einarbeitung für die Mitarbeiter gering zu halten, wurden die Module in mehreren Etappen in Betrieb genommen. Projekt- und Kundenstammdaten sowie die bestehenden Stücklisten konnten problemlos importiert werden; unter Rücksichtnahme auf den laufenden Geschäftsbetrieb konnte so das gesteckte Ziel, alle Geschäftsabläufe innerhalb eines halben Jahres vollständig im ERP-System abzubilden, eingehalten werden.
Die Umstellung nahm das Unternehmen auch zum Anlass, um bestehende Arbeitsweisen zu überdenken und in Hinblick auf die neue Ausrichtung zu optimieren. „Konkret bedeutet dies, dass wir die Stelle eines Einkäufers geschaffen, Verantwortlichkeiten neu definiert und unseren Workflow in der Warenwirtschaft basierend auf Deleco komplett umgestellt haben. Organisatorisch hat uns dieser Prozess einen großen Schritt nach vorn gebracht“, resümiert Martin Hiersemann den gelungenen Systemstart.
Einzelfertigung effizient gestaltet
Keine der Automationsanlagen aus dem Hause Hiersemann gleicht der anderen, denn die Sondermaschinen sind speziell auf die Fertigungsschritte, die sie ausführen sollen, zugeschnitten. Das veranschaulichen etwa die vollautomatischen Prüf- und Beschriftungsanlagen, welche das Chemnitzer Ingenieurteam bereits für Automobilzulieferer in Sachsen sowie in China realisiert hat.
Derartige Maschinen sind vollständig in den Materialfluss der Montagestrecke eingebunden und kontrollieren in Taktzeiten von 5,6 Sekunden sicherheitsrelevante Fahrzeugteile auf deren Maßhaltigkeit sowie Funktion. Hierfür hat die Firma Hiersemann eine eigene Prüfmethodik entwickelt – den Sensor-Cluster. Optische, elektrische oder taktile Sensorsysteme: Wie ein modularer Baukasten vereint dieses System alle für die Prüfaufgabe relevanten Messverfahren. Mit höchster Präzision können die gewünschte Geometrie und Beweglichkeit der Prüfteile sowie die benötigten Rückstell- oder Auslöskräfte wiederholgenau gemessen werden. Teile, welche nicht den Vorgaben entsprechen, sortiert die Anlage sofort aus. Die übrigen erhalten mittels Lasertechnik eine Beschriftung, um später deren Rückverfolgbarkeit sicherzustellen. Sämtliche Messwerte werden zudem lückenlos dokumentiert; auf diese Weise können Hersteller eine Null-Fehler-Produktion realisieren.
Praxisanforderungen an das ERP
Mit der Einzelfertigung gehen zahlreiche Herausforderungen an die ERP-Software einher. Dies beginnt bereits bei einer zuverlässigen Kalkulation: „Um ein realistisches Angebot abgeben zu können, fragen unsere Projektleiter die Preise der kostenintensiven Anlagenkomponenten beim Hersteller an“, erklärt Martin Hiersemann. „Die übrigen Bauteile und Positionen wie beispielsweise die Arbeitszeit werden geschätzt.“ Hierbei kann sich das Unternehmen auf die Software verlassen: Deleco greift für eine schnelle Kalkulation von Kaufteilen direkt auf die im System hinterlegten Informationen zu Preisen und Rabatten zu. Die detaillierten Kostenauswertungen vergangener Projekte bieten zusätzliche Kalkulations- und Planungssicherheit und liefern (vor allem hinsichtlich des zeitlichen Fertigungsaufwands) fundierte Richtwerte. Sämtliche Ausgaben und Einnahmen werden dank der mitlaufenden Kalkulation im Projektverlauf permanent gegenübergestellt und überwacht.
Nach Erhalt eines Auftrags übernimmt die Konstruktion das Projekt und plant im CAD-Programm jedes Detail der Anlage. Hier wartet, wie Hiersemann berichtet, bereits die nächste Besonderheit: „Im Gegensatz zu Serienfertigern müssen wir für jede Sondermaschine eine neue – zumeist sehr umfangreiche – Stückliste erstellen und in die Software einlesen. Deleco unterstützt uns hier durch einen schlanken und schnellen Import.“
Die Stücklisten dienen nun als Ausgangspunkt, um Lieferanfragen zu generieren. Eingegangene Angebote vergleicht das System automatisch in Hinblick auf den besten Preis und den schnellsten Liefertermin – eine optimale Datenbasis für Verhandlungen bezüglich der Lieferumfänge und Konditionen.
Im Anschluss an die Inbetriebnahme der Sondermaschinen übernimmt die Firma Hiersemann auch deren Wartung; hierfür pflegt das ERP sowohl die Seriennummern der Kaufteile als auch die der eigens hergestellten Komponenten. Treten Störungen auf, dann sind somit eine schnelle Beschaffung von Ersatzteilen sowie die Instandsetzung der Maschinen möglich.
Perfektes Timing in der Produktion
Darüber hinaus verzahnt die Projektmanagement-Komponente von Deleco die Prozesse von Warenwirtschaft und Konstruktion optimal mit den Abläufen der Fertigung. Das Team der Hiersemann Prozessautomation koordiniert gleichzeitig zwischen 30 bis 35 Projekte, wobei mit einem zeitlichen Umfang von 12 bis 40 Wochen pro Projekt zu rechnen ist. Personelle Kapazitäten und die Auslastung der Produktion gilt es somit genauestens aufeinander abzustimmen.
Beginnend bei der Einsatzplanung der Mitarbeiter über die Einhaltung gesetzter Meilensteine bis zur Steuerung der einzelnen Bearbeitungsschritte – die neue ERP-Lösung sorgt laut Martin Hiersemann für exaktes Timing: „Bei unseren Anlagen setzt eine Komponente auf die andere auf, die Montage muss nach einem exakten Plan erfolgen. Die punktgenaue Lieferung der Bau teile ist daher unerlässlich.“ Um zusätzlich Zeit zu sparen, verwaltet Deleco projektbezogene Blocklager – das heißt, die benötigten Kaufteile inklusive Begleitpapiere werden nicht erst zum Lager, sondern direkt an den Montageplatz in der Werkhalle geliefert.
Von A wie Angebot bis Z wie Zutritt
Deleco ist bei der Firma Hiersemann mittlerweile in beinahe allen Bereichen anzutreffen; sogar der Zutritt zum Firmengebäude sowie die Arbeitszeiten der Mitarbeiter werden damit zentral erfasst. Hierfür installierten die IT-Consultants von Delta Barth ihre ERP-Lösung auf Rückmelde-Terminals des Herstellers Datafox: Das System „IPC EVO“ kommt in Kombination mit personalisierten Transpondern zum Einsatz. Berührungslos und mit minimalem Zeitaufwand werden die Zeiten zu Arbeitsbeginn und -ende sowie Pausen exakt erfasst und im ERP für die spätere Lohnabrechnung hinterlegt. Ein weiterer Vorteil: Nach der Authentifizierung können die Mitarbeiter persönliche Informationen wie beispielsweise Urlaubstage oder ihr Stundenkonto direkt am Terminal abrufen.
„Kalkulation, Einkaufs- und Verkaufspreise, Auftragseingang, personelle Kapazitäten, Lagerartikel – vor der ERP-Einführung mussten wir uns die benötigten Informationen aus den verschiedensten Dokumenten zusammenstellen. Nun können wir auf unsere Bedürfnisse zugeschnittene Auswertungen mit dem Webportal „Deleco Cockpit“ sogar überall auf der Welt abrufen“, freut sich Martin Hiersemann.
Steffi Dachrodt ist für die Delta Barth Systemhaus GmbH in Limbach-Oberfrohna im Bereich Marketing und Presse tätig.
Anzeige

Smarte Maschinen im Einsatz

Konferenz „Smarte Maschinen im Einsatz – Künstliche Intelligenz in Unternehmen“ am 15. Oktober 2019

Konradin Industrie

Titelbild KEM Konstruktion Entwicklung Management S3
Ausgabe
S3.2019
LESEN
ARCHIV
ABO

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Aktuelle Whitepaper aus der Industrie

Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de