Betriebliche Gesundheitsvorsorge

Dem Rückenschmerz entgegenwirken

Rückenschmerzen sind mit die häufigste Berufskrankheit. Foto: thodonal / Fotolia
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Büroarbeit ist meist mit stundenlangem Sitzen verbunden – das kann langfristig zu Schmerzen vor allem im unteren Rückenbereich führen. Wer sich jedoch aktiv um gesundes Sitzen und genügend Bewegung bemüht, kann dem entgegenwirken.

Uneingeschränkte körperliche Mobilität setzt voraus, dass die verschiedenen Körpergewebe ihre Elastizität und Aktionsbereitschaft behalten. Auch das Nervensystem profitiert davon erheblich. Ein sehr anfälliger Punkt in unserem hochkomplexen Bewegungssystem ist dabei das Iliosakralgelenk, kurz ISG. Im Volksmund heißt das dann schlicht: „Kreuzweh“.
Rücken oder Becken? Beides.
Das ISG als Verbindung zwischen den beiden Beckenschaufeln rechts und links mit dem dazwischen gelagerten Kreuzbein ist ein vollwertiges Gelenk und als solches auch beweglich. Wo es sich genau befindet, spüren die meisten Menschen früher oder später – der Bewegungsarmut des heute vorherrschenden Alltags sei Dank. Das klassische „Kreuzweh“, also bewegungsabhängige Schmerzen im unteren Rücken beziehungsweise bereits im Becken, können als erster Hinweis auf eine Funktionsstörung im ISG deuten. Der Beckenbereich fühlt sich dann geradezu wie betoniert an.

Abwechslung vom monotonen Bewegungsalltag

Mit zunehmendem Alter nimmt unsere Beweglichkeit ab. Hauptursachen – neben dem ganz natürlichen Alterungsprozess – sind Bewegungsmangel und eine zu große Bewegungsmonotonie. Unserem Körper fehlt es also nicht unbedingt nur an Bewegung, sondern auch an Abwechslung. Die Krux: Oftmals werden genau jene Muskeln, die wir in unserer Freizeit brauchen, im Arbeitsalltag gänzlich vernachlässigt. Vor allem „Schreibtischtäter“ sind betroffen. Um am Wochenende mal für Abwechslung zu sorgen, geben wir uns der Gartenarbeit hin, klettern beim Wandern über einen größeren Wurzelstock und schon spürt man es wieder: Das ISG, das gelenkige Bindeglied zwischen Becken und Rumpf. Dass die Büro- und Sitzarbeiter insbesondere im unteren Rücken und Becken an Bewegungskoordination verlieren, kommt dabei nicht von ungefähr. Sie sitzen oft über Jahre hinweg auf Stühlen, die sich nicht bewegen, oder wenn, dann unzureichend beziehungsweise nicht der Körperlogik des Menschen entsprechend.

Richtig sitzen und richtig bewegen

Es hilft allerdings wenig, wenn wir uns ausschließlich auf einen ergonomischen Bürodrehstuhl verlassen, der alle üblichen Normen erfüllt – uns aber gleichzeitig in der Freizeit nicht zu sportlichen Tätigkeiten aufraffen können. Spazieren, Wandern, Schwimmen oder Radfahren stehen meist nicht auf dem Programm.
Dabei ergänzen sich ebendiese Komponenten zu einem gesunden Gesamt-Bewegungspaket: Ein guter Bürostuhl und aktive Bewegung in der Freizeit. Wer beides miteinander verbindet, schafft die besten Voraussetzungen dafür, sich während der Arbeitszeit ebenso wie abseits des Schreibtisches dauerhaft körperlich wohlzufühlen.

Der Bürostuhl als nächster „Lebenspartner“

Ob Büro, Verwaltung, Arbeit an der Kasse, Fertigung oder Industrie: In immer mehr Bereichen nehmen Tätigkeiten zu, die sitzend ausgeübt werden. Der (Büro-)Stuhl wird auf diese Weise – ob gewollt oder ungewollt – der nächste Lebenspartner für viele Menschen. So nah wie die Kleidung am Leib und so wichtig wie ein gutes Schuhwerk. Rund 80% unseres Körpergewichtes lastet bei der Schreibtischarbeit auf dem Sitzmöbel. Wie der Fuß, der bei schlechtem oder falschem Schuhwerk schmerzt, verhält sich dann auch früher oder später das ISG bei unpassendem Sitzmobiliar. Besonders bedenklich ist, dass neben der körperlichen Leistungsfähigkeit dann auch die geistige zunehmend nachlässt.

Körpergerechte Ergonomie beim Sitzen

Es gilt also, eine gute Körperhaltung auch bei der Arbeit zu fördern. Das funktioniert vor allem mit ergonomischen Sitzsystemen, die mittlerweile zunehmend auch eine „reaktive“ Komponente enthalten. Konzepte wie beispielsweise der „Haider Bioswing“ beinhalten Schwingelemente, welche die Dynamik des Menschen erfühlen und selbst auf minimale Bewegungen reagieren. Dadurch werden genau die entscheidenden Muskelgruppen automatisch mit den nötigen Impulsen versorgt. Die Muskulatur wird trainiert und stabilisiert, die Bandscheiben entlastet. Ganz nebenbei vernetzen sich Nervenzellen vermehrt. Kombiniert mit etwas Bewegung in der Freizeit kann man so dazu beitragen, dass Kreuzweh gar nicht erst entsteht.
Autor: Raimund Spandel arbeitet als Berater für die Agentur mm-pr mit Sitz in Marktredwitz.
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