Autonomes Fahren

Ford und VW weiten Zusammenarbeit aus

Dr. Herbert Diess (VW), Jim Hackett (Ford).
Die Vorstandsvorsitzenden Dr. Herbert Diess (Volkswagen Aktiengesellschaft) und Jim Hackett (Ford). Bild: Volkswagen
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Ford und VW weiten ihre globale Zusammenarbeit aus. Sie umfasst nun auch die Bereiche Elektromobilität und – in Verbindung mit Argo AI – das autonome Fahren, das auf dem US-Markt und in Europa eingeführt werden soll. Damit wollen beide Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen, die Produkte besser auf die Kundenwünsch weltweit abstimmen und Synergien bei Kosten und Investitionen schaffen.

Die Vorstandsvorsitzenden Dr. Herbert Diess (Volkswagen Aktiengesellschaft), Jim Hackett (Ford) und Bryan Salesky (Argo AI) bestätigten, dass Volkswagen zusammen mit Ford in das auf autonomes Fahren spezialisierte Unternehmen Argo AI investieren werde. Durch die künftige Zusammenarbeit mit Volkswagen und Ford ist das Self-Driving System (SDS) von Argo AI das erste System für autonomes Fahren, das in Europa und in den USA gleichermaßen zum kommerziellen Einsatz gebracht werden soll.

Die globale Präsenz beider Hersteller bietet Argo AI zudem die Möglichkeit, die Technologie in weiteren Märkten einzusetzen. Volkswagen und Ford wollen das SDS von Argo AI in eigenen Fahrzeugen unabhängig voneinander nutzen, um die jeweiligen Mobilitätsdienste der beiden Unternehmen auszubauen. Das SDS von Argo AI soll vollautomatisiertes Fahren nach SAE Level 4 ermöglichen und insbesondere Ridesharing und Lieferdiensten in Innenstädten neue Möglichkeiten durch vollautomatisierte Fahrzeuge eröffnen.

Ford und Volkswagen werden im Gegenzug gleiche Anteile an Argo AI erhalten und halten dann eine bedeutende Mehrheit an Argo AI. Die restlichen Anteile werden für einen Incentivepool für die Mitarbeiter von Argo AI genutzt. Diese Vereinbarung gilt vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörden und Erfüllung vertraglicher Bedingungen.

„Während Ford und Volkswagen weiterhin unabhängige Wettbewerber bleiben, vergrößert die Zusammenarbeit beider mit Argo AI die Leistungsfähigkeit, die Skaleneffekte sowie die geografische Reichweite auf dem Gebiet des autonomen Fahrens. Synergien in mehreren Bereichen unserer weltweiten Zusammenarbeit werden dafür sorgen, dass wir mit ganzer Energie intelligente Fahrzeuge für eine smarte Welt entwickeln können“, sagt Ford Präsident und CEO Jim Hackett.

Als einer der ersten Automobilhersteller wird Ford auch den Modularen E-Antriebsbaukasten (MEB) des Volkswagen Konzerns nutzen. Ab 2023 will das Unternehmen ein emissionsfreies Großserienfahrzeug auf MEB-Basis für den europäischen Markt anbieten. Ford rechnet mit mehr als 600.000 verkauften Fahrzeugen innerhalb von sechs Jahren in Europa. Darüber hinaus prüft Ford, ein zweites Modell auf MEB-Basis für den europäischen Markt anzubieten.

„Allianz mit Ford entwickelt sich vielversprechender“

„In Zukunft werden immer mehr Kunden und auch die Umwelt von der wegweisenden E-Fahrzeug-Architektur des Volkswagen Konzerns profitieren. Unsere Allianz mit Ford entwickelt sich immer vielversprechender. Wir prüfen auch weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit,” sagte Diess. „Die Skalierung unseres Modularen E-Antriebsbaukastens MEB senkt die Entwicklungskosten für emissionsfreie Fahrzeuge und sie erlaubt uns eine noch umfangreichere und schnellere weltweite Verbreitung von E-Autos. Das verbessert die Positionierung beider Unternehmen durch eine bessere Kapitaleffizienz, weiteres Wachstum und gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit.”

Die Zusammenarbeit beider Unternehmen geht über das gemeinsame Investment in Argo AI hinaus, sieht aber keine Kapitalverflechtung vor. Sie ist auch unabhängig von der Investition in Argo AI. Gesteuert wird die Allianz über ein gemeinsames Leitungsgremium, das aus Führungskräften beider Unternehmen besteht und von den Vorstandsvorsitzenden Diess und Hackett geleitet wird.

Volkswagen und Ford sehen sich in ihrer geplanten Entwicklung von mittelgroßen Pick-ups für den globalen Markt ab 2022 und den danach folgenden Nutzfahrzeugen auf einem guten Weg.

Gleiche Anteile an Argo AI

Volkswagen investiert insgesamt 2,6 Milliarden US-Dollar in Argo AI. Zum einen durch die Bereitstellung von finanziellen Mitteln in Höhe von einer Milliarde US-Dollar und zum anderen, indem Volkswagen seine Tochtergesellschaft Autonomous Intelligent Driving (AID) einbringt, die mit 1,6 Milliarden US-Dollar bewertet wird. Bei der AID arbeiten rund 200 Experten, die meisten von ihnen haben Technologien rund um das autonome Fahren für den Volkswagen Konzern entwickelt.

Darüber hinaus wird Volkswagen über einen Zeitraum von drei Jahren Anteile an Argo AI für insgesamt 500 Millionen US-Dollar von Ford übernehmen. Ford wird die verbleibenden 600 Millionen US-Dollar seines geplanten Cash-Investments in Höhe von einer Milliarde US-Dollar in Argo AI einzahlen. Argo AI wird inklusive der vollständigen Transaktion beider Unternehmen mit mehr als 7 Milliarden US-Dollar bewertet.

„Argo AI hat durch seine klare Mission und die Zusage unserer Partner, die entwickelten Technologien in ihren Fahrzeugen einzusetzen, seit jeher Spitzenkräfte verpflichten können. Durch den Zusammenschluss mit AID stellen wir unser Team noch internationaler auf. Ich bin mir sicher, dass wir auch dadurch die besten Spezialisten weltweit für Argo AI begeistern können“, sagt Bryan Salesky, Mitgründer und CEO von Argo AI.

Der AID Standort in München wird zum europäischen Hauptsitz von Argo AI und wird von Karlheinz Wurm geleitet, gegenwärtig CEO bei AID. Zusammen mit AID wächst das Team von Argo AI von bisher 500 Mitarbeitern auf rund 700 Beschäftigte weltweit.

Ford nutzt den Modularen E-Antriebsbaukasten (MEB) von VW für 600.000 Autos

Ford will ein eigenes, rein batteriebetriebenes E-Auto auf Basis des Modularen E-Antriebsbaukastens von Volkswagen entwickeln. Ab 2023 soll das im deutschen Ford Entwicklungszentrum Köln-Merkenich entwickelte Fahrzeug auf den Markt kommen.

Das Abkommen mit Ford ist ein Eckpfeiler innerhalb der Elektromobilitätsstrategie von Volkswagen. Durch das damit erreichte weitere Wachstum der Elektrifizierung der Autoindustrie unterstützt es auch die weltweiten Anstrengungen zur Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens und der darin festgeschriebenen CO2-Neutralität bis 2050.

Zusammenarbeit bei Transportern und Pick-ups im Plan

Ford und Volkswagen liegen bei der zuvor schon verkündeten Zusammenarbeit bei leichten Nutzfahrzeugen und mittelgroßen Pick-ups im Plan, um ihre jeweilige Wettbewerbsfähigkeit in Schlüsselmärkten zu stärken. Die Allianz schafft für beide Unternehmen jeweils signifikante Effizienzsteigerungen.

Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wird Ford für beide Unternehmen mittelgroße Pick-ups entwickeln und produzieren. Diese sollen voraussichtlich 2022 auf den Schlüsselmärkten eingeführt werden. Darüber hinaus plant Ford ab 2022 für den europäischen Markt die Entwicklung und Produktion von größeren Transportern für beide Unternehmen, während Volkswagen dann für beide Partner einen City Van auf den europäischen Markt sowie ausgewählte Märkte weltweit bringen wird. (wag)

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