Betriebliche Gesundheitsförderung

Mangelerscheinungen durch ungesunde Ernährung

Schnelles Essen am Schreibtisch, reichlich Kaffee: Die Mehrzahl der deutschen Angestellten ernährt sich ungesund. Foto: pressmaster / fotolia.
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Zu viel Stress, zu kurze Pausen, zu viel Kaffee: Gesund ist der Arbeitsalltag vieler Deutscher nicht. Die daraus resultierenden hohen Krankenstände sind ein Problem für Unternehmen. Doch die richtige Strategie im Kampf gegen das Zuviel einerseits und den Mangel andererseits haben die meisten Firmen noch nicht gefunden.

Gesunde Ernährung kommt in Unternehmen regelmäßig zu kurz, wie eine kürzlich veröffentlichte Studie ergab. 69 Prozent der befragten Manager sagen, in ihrem Unternehmen würden sich viele von Fast Food ernähren. 59 Prozent essen schnell am Arbeitsplatz.
„Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt fünf faustgroße Einheiten Obst und Gemüse am Tag. Der durchschnittliche Arbeitnehmer isst jedoch morgens Brot mit Marmelade und mittags Currywurst.“, sagt Ernährungsmediziner Dr. Georg Wolz, der die Studie durchführte.

Aus Zeitmangel greifen viele zu Fast Food

Die Entscheidung zum schnellen Essen auf die Hand wird oft aus purem Stress getroffen. 68 Prozent der Manager sagen, in ihrem Unternehmen würde es oft so stressig zugehen, dass Pausen zu kurz kommen. Besonders stark wirkt sich Stress im Gesundheitswesen (88 Prozent) und in der Bauwirtschaft (86 Prozent) auf die Essgewohnheiten aus. „Aus Zeitmangel Fast Food zu essen ist fatal. Gerade im stressigen Job ist gesunde Ernährung Pflicht“, sagt Experte Georg Wolz. „Stress wirkt sich negativ auf Immunsystem und Verdauung aus.“

Kaffee, Cola und Co.

Doch nicht nur Currywurst und Pizza sind ein Problem. In deutschen Büros wird sehr viel Kaffee getrunken. Bei 63 Prozent der Unternehmen sind es mindestens drei Tassen pro Mitarbeiter und Tag. Besonders viele Koffein-Liebhaber sitzen im Vorstand: In der höheren Führungsebene trinken drei Viertel ebenfalls drei Tassen und mehr. Ausgerechnet in der Gesundheitswirtschaft ist der Kaffeedurst besonders groß. Dazu kommt das Koffein aus Tees, Cola oder Energy Drinks. Da ist die empfohlene Höchstgrenze von vier Espressos schnell erreicht. „Das Koffein regt die Adrenalinproduktion an und versetzt uns in eine Stresssituation. Der Blutzuckerspiegel steigt und die Herzfrequenz erhöht sich“, sagt Dr. med. Georg Wolz. Laut dem Experten kann exzessiver Kaffeekonsum sogar zu einer chronischen Vergiftung durch Koffein führen. Dies wiederum kann negative Auswirkungen auf die Psyche wie erhöhte Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und Erschöpfung haben.

Maßnahmen ergreifen für mehr Gesundheit im Arbeitsalltag

80 Prozent der Firmen sagen, sie können und wollen künftig mehr für die gesunde Ernährung ihrer Mitarbeiter tun. Besonders bei körperlich schwerer Arbeit, etwa in der Bauwirtschaft und in der Logistik, werden gesundheitsfördernde Angebote jedoch oft nicht angenommen (67% und 63%). Jedes dritte Unternehmen aus der Gesundheitsbranche bietet eine Kantine mit gesunder Kost. Dennoch geben 91 Prozent der Firmen dieser Branche an, dass Mitarbeiter häufig am Arbeitsplatz essen. „In stressigen Gesundheitsjobs fehlt vermutlich die Zeit. Ambulantes Arbeiten und Schichtdienst schließen Essen etwa in der Kantine oft aus. Dafür müssen Lösungen gefunden werden“, sagt Ernährungsmediziner Wolz. „Es ist Aufklärungsarbeit nötig in den Betrieben. Zudem muss strategisch ausgewählt werden, welche Maßnahmen für die spezifischen Mitarbeiter und die Branche wichtig und umsetzbar sind.“ (om)
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