Corporate Social Responsibility

Nachhaltigkeit: Die Macht der Beschaffungsteams

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Die Lieferkette bietet einen optimalen Ansatzpunkt, um sich für eine gesündere Welt und weniger Umweltverschmutzung einzusetzen. Beschaffungsteams in Unternehmen haben hierauf großen Einfluss. Die Rolle des Chief Procurement Officers könnte sich damit bald zu der eines Chief Sustainability Officers oder auch eines Chief Purpose Officers wandeln.

Eine Beschaffungsexpertin von EcoVadis kommt zu dem Schluss, dass Anleger, Verbraucher, Führungskräfte und andere Stakeholder im Unternehmen erkannt haben, dass Corporate Social Responsibility nicht nur eine bessere Welt schafft, sondern auch finanziellen Wert. Globale Unternehmen verpflichten sich folglich zur Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen: die Verringerung ihrer Treibhausgasemissionen, die Abschaffung von Sklavenarbeit, die Vermeidung von Plastik, sparsamer Wasserverbrauch in der Produktion und Nutzung erneuerbarer Energiequellen. Um solche Initiativen durchzusetzen, kämpfen Beschaffungsteams an vorderster Front.

Verhaltenskodex für Beschaffungsteams

Das Unternehmen Johnson & Johnson etwa hat durch die erfolgreiche Kopplung seiner Beschaffungs- und Nachhaltigkeitsstrategien ein Umfeld geschaffen, in dem Lieferanten einen aktiven Beitrag zur Umsetzung der Unternehmensziele leisten. Die Beschaffungsteams des Unternehmens müssen einen Verhaltenskodex einhalten und CSR-Standards befolgen. Zugleich öffnet das Programm „Supplier Diversity“ die Türen für kleine und vielfältige Lieferanten. Diese zertifizierten Unternehmen werden von Frauen, Minderheiten, Veteranen und benachteiligten Menschen geführt.

Sein Büromaterial bezieht Johnson & Johnson beispielsweise über das Ariba Network bei WildHearts Office, dem führenden B2B-Sozialunternehmen Großbritanniens. WildHearts ist auch Mitglied im Netzwerk Social Enterprise UK, einem weltweit anerkannten Zusammenschluss von Sozialunternehmen, die sich für eine sozial verantwortliche Beschaffung einsetzen.

WildHearts tritt mit dem Versprechen an, dass Unternehmen mit der Wahl des richtigen Büromateriallieferanten Menschenleben retten können. Der Gewinn des Unternehmens fließt in eine Stiftung, die wirtschaftliche Ungerechtigkeit bekämpft, indem sie sich für den Abbau sozialer Immobilität stark macht und etwa Unternehmerinnen bei Problemen „nicht durch Almosen, sondern durch konkrete Hilfe“ unterstützt.

Intelligentes Ausgabenmanagement

Johnson & Johnson verwaltet jährliche Beschaffungsausgaben in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar mithilfe von Technologien wie SAP Ariba. „Es ist unmöglich, im 21. Jahrhundert ein Unternehmen zu führen, ohne einen zentralen Überblick über die Ausgaben zu haben“, erklärte Jennifer Morgan, Leiterin der Cloud Business Group bei SAP, kürzlich bei der Veranstaltung SAP Ariba Live in Barcelona. „Ein solides Ausgabenmanagement wird immer wichtiger, sowohl in den einzelnen Geschäftsbereichen als auch im gesamten Unternehmen. Dadurch kann die Zusammenarbeit zwischen Finanzwesen, Beschaffung und Lieferkette verbessert werden, und die einzelnen Organisationen können dank höherer Ausgabentransparenz geschäftliche Herausforderungen gemeinsam angehen.“

Finanzierung von Innovationen

Auch außerhalb der Lieferkette lassen sich Einsparungen realisieren. Die American International Group (AIG) profitiert mit einer Lösung, mit der sich die Kosten für die Technologieinfrastruktur um 25 Prozent verringern ließen, von besserem Einblick in die unternehmensweite Finanzberichterstattung. Durch Konsolidierung seiner Datenbank für die Finanzberichterstattung konnte das Unternehmen mehrere Umgebungen für das Berichtswesen ablösen und so die IT-Gesamtkosten senken.

Dies ist ein klassisches Beispiel für die Vorteile einer einheitlichen Sicht sämtlicher Ausgabenquellen und ‑kategorien. So lassen sich neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit zwischen einzelnen Geschäftsbereichen schaffen.

Wenn ein Unternehmen wie AIG mit einem jährlichen Einkaufsetat von 50 Milliarden US-Dollar nur ein Prozent der Einsparungen in soziale Projekte investiert, steht damit eine beträchtliche Summe zur Verfügung, die einen Beitrag zu einer besseren Welt leisten kann.

Beschaffung im Einklang mit sozialen und ökologischen Zielsetzungen

Die Ergebnisse der globalen Beschaffungsumfrage, die Anfang 2019 in Zusammenarbeit mit Dr. Marcell Vollmer, Chief Digital Officer bei SAP Ariba, durchgeführt wurde, legen nahe, dass Einkaufsabteilungen ihr Ausgabenmanagement auch weiterhin um intelligente Lösungen ergänzen müssen. Hierzu müssen sie neue Technologien evaluieren und Innovationen nutzen, mit der das Beschaffungswesen nicht nur Kosten senken, sondern auch Umsatzsteigerungen ermöglichen kann. Laut Dr. Marcell Vollmer werden Beschaffungsorganisationen künftig globale Liefernetzwerke koordinieren, Innovationen bei den Lieferanten voranbringen, Risiken mindern und die Einhaltung der ethischen und sozialen Werte des Unternehmens in der gesamten Lieferkette sicherstellen.

Nachhaltige Unternehmen wie Johnson & Johnson gestalten weltweit den Handel von morgen. An ihrer Spitze stehen Führungskräfte und Experten, die in gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen einen wichtigen Motor für Markeninnovation, Wertschöpfung und positive Veränderungen sehen.

Das Beschaffungsteam ist für die Lieferantenbeziehungen eines Unternehmens verantwortlich. So ist es bestens positioniert, Anforderungen an transparentere und nachhaltigere Aktivitäten in der Lieferkette durchzusetzen. Aktuelle Vergleichszahlen für das Beschaffungswesen lassen erkennen, dass die Einkaufsabteilung je nach Branche bis zu 82 Prozent der Gesamtausgaben kontrolliert. Der Chief Procurement Officer hat somit erheblichen Einfluss auf die Finanzierung von Maßnahmen zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele eines Unternehmens.

Festgesetzte Standards werden die Norm

Padmini Ranganathan, die als Vice President den Bereich Products and Innovation bei SAP verantwortet, bekräftigte auf der SAP Ariba Live, dass der CPO zum Schutz des Ansehens eines Unternehmens beiträgt, indem er positive gesellschaftliche und ökologische Veränderungen bewirkt und so Mehrwert für das Unternehmen und die Anleger schafft. „Wenn man in der Lieferkette auf Sklavenarbeit stößt, stellt man nicht die Geschäftstätigkeit in einem bestimmten Land ein“, erklärte sie. „Vielmehr mindert man die Auswirkungen, indem man Standards einführt, die zur Norm werden. Durch die Einbindung einer Bewertung von Lieferantenrisiken in ihren Beschaffungsprozess können Unternehmen geschäftlichen Herausforderungen begegnen und auf der Grundlage zuverlässiger Daten geeignete Maßnahmen ergreifen.“

Immer mehr Unternehmen versuchen, einen Beitrag zu einer besseren Welt zu leisten. Viele von ihnen setzen dabei auf neue Technologien und das Ariba Network und arbeiten bei der Bewertung der Risiken in ihrer Lieferkette mit Experten wie EcoVadis zusammen, um ihre Kosten in Einklang mit ihren sozialen und ökologischen Zielsetzungen zu verwalten.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Forbes veröffentlicht. Judith Magyar ist Direktorin des Strategic Content Development bei SAP


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