Supply Chain Management

Studie: Top-Themen 2017 sind Schnelligkeit und Risikosenkung

Um im internationalen Wettbewerb zu bestehen, setzen deutsche Logistiker auf eine Beschleunigung der Abwicklung. Foto: zapp2photo – Fotolia
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Schnelligkeit bleibt das wichtigste Thema: Für drei von vier Logistik- und Außenhandelsexperten stehen in 2017 kürzere Liefer- und Durchlaufzeiten ganz oben auf der Agenda. An zweiter Stelle folgt die Risikominimierung. Das ergab die Studie „Global Trade Management Agenda 2017“ des Softwareunternehmens AEB und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Stuttgart.

Bereits in der letztjährigen Untersuchung hatten die Teilnehmer kürzere Liefer- und Durchlaufzeiten als wichtigstes Thema eingestuft. „Die Kundennachfrage nach schnellen Lieferungen steigt weiter und stellt hohe Anforderungen an die Unternehmen sowohl aus Industrie und Handel als auch aus Transport und Logistik“, sagt Prof. Dr. Dirk Hartel, Mitautor und Studiengangsleiter für BWL-Dienstleistungs- und Logistikmanagement an der DHBW Stuttgart.
„Neben innovativen Ideen und neuen Technologien wie Paketlieferungen via Drohne sind vor allem optimierte und reibungslose Prozesse in den Unternehmen gefragt.“ Hier scheinen die meisten Befragten allerdings bereits gut aufgestellt zu sein: Nur 41,2 % der Unternehmen diagnostizieren bei sich einen Verbesserungsbedarf, um Durchlauf- oder Lieferzeiten zu reduzieren.

Topthema Nummer zwei: Risikominimierung in der Lieferkette

Die Reduzierung des Risikos in der Lieferkette zählt wie im vergangenen Jahr ebenfalls zu den Topaufgaben. Dem Thema messen rund zwei Drittel der Befragten (65 %) eine hohe Bedeutung bei, so dass es auf Rang zwei bei den wichtigsten Aufgaben steht. Auch hierfür sieht die Mehrheit der Logistik- und Außenhandelsexperten ihr Unternehmen gut gewappnet – lediglich 42 % geben an, Verbesserungsbedarf oder große Defizite bei diesem Thema zu haben.
Die Umsetzung von zollrechtlichen Änderungen ist für 61,6 % der Befragten eine wichtige oder sehr wichtige Aufgabe im Jahr 2017. Hierbei ist vor allem interessant, dass die Brexit-Entscheidung noch nicht zu einer veränderten Einschätzung bzw. einem Bedeutungszuwachs gegenüber der Vorjahresuntersuchung geführt hat. Das Referendum der Briten fand während der Umfrage zur Studie statt und ein Großteil der Studienteilnehmer hatte den Fragebogen nach der Entscheidung beantwortet.
Allerdings: „Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, wie die außenwirtschaftlichen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien geregelt werden und welche Auswirkungen der Brexit haben wird“, erklärt Dr. Ulrich Lison, Portfoliomanager und Mitglied der Geschäftsleitung bei AEB, der gemeinsam mit Prof. Dr. Hartel die Studie durchgeführt hat.

Mitarbeitergewinnung rückt in den Hintergrund

Den größten Verbesserungsbedarf im Global Trade Management sehen die Befragten im Talent Management – also in der Gewinnung von Mitarbeitern bzw. in deren Aus- und Weiterbildung. Die Selbsteinschätzung fällt hier recht kritisch aus, jeder Zweite sieht Defizite im eigenen Unternehmen.
Allerdings: Im vergangenen Jahr rangierte das Thema in Sachen Wichtigkeit noch auf dem vierten Platz, in der diesjährigen Untersuchung findet es sich auf Platz acht wieder: Nur gut 47 % der Teilnehmer halten Talent Management im Jahr 2017 für wichtig oder sehr wichtig.
„Vor allem für kleinere sowie für sehr große Unternehmen ist das Problem des Fachkräftemangels laut Untersuchung deutlich weniger brisant“, sagt. Dr. Lison. „Erstere benötigen oftmals nur wenige neue Mitarbeiter, letztere haben in der Regel einen Image-Vorteil als attraktive Arbeitgeber, so dass sie deshalb möglicherweise weniger von einem Fachkräftemangel betroffen sind“.

Über die Studie

Die Studie „Global Trade Management Agenda 2017 – Apps in der Logistik und Außenwirtschaft sowie Top-Aufgaben im globalem SCM“ basiert auf einer branchenübergreifenden Umfrage unter 330 Experten aus dem Umfeld Logistik, Außenwirtschaft und Supply Chain Management. Die Teilnehmer arbeiten in Unternehmen unterschiedlicher Größe aus verschiedenen Ländern, davon fast 49 % aus Deutschland. Etwa 67 % der Befragten haben eine Leitungsfunktion inne (Unternehmens-, Abteilungs- oder Team- bzw. Projektleitung). Das Softwareunternehmen AEB und die DHBW Stuttgart führen die Umfrage seit 2013 jährlich durch. Alle erschienenen Studien sind über den untenstehenden Link abrufbar.
Teresa Grüne und Jessica Raguž sind für die PR-Beratung Fischer-Appelt aus Hamburg tätig.
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