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Handelskrieg mit China ist Teil einer einer Szenarioanalyse des ifo Instituts

Handelskrieg mit China käme Deutschland teurer als Brexit
ifo Institut: „Die De-Globalisierung macht uns ärmer“

ifo Institut China EU
Mit Hilfe eines ifo Handelsmodells wurden fünf Szenarien simuliert, unter anderem auch die Entkopplung der westlichen Länder von China. Bild: 1STunningART/stock.adobe.com

Eine Abkopplung der EU und Deutschland von China, die Vergeltungsmaßnahmen von der chinesischen Seite nach sich zöge, käme Deutschland knapp sechsmal so teuer wie der Brexit, so das Ergebnis einer Szenarioanalyse des ifo Instituts im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw).

„Die De-Globalisierung macht uns ärmer. Unternehmen sollten sich nicht ohne Not von wichtigen Handelspartnern abwenden, sondern parallel auf Vorleistungen aus anderen Ländern setzen, um einseitige und kritische Abhängigkeiten von bestimmten Märkten und autoritären Regimes zu verringern“, sagt Prof. Dr. Lisandra Flach, Mitautorin der Studie.

Die größten Verlierer eines Handelskrieges mit China wären

  • die Automobilindustrie (-8,47 Prozent Wertschöpfungsverlust; –8.306 Mio. USD),
  • Unternehmen, die Transportausrüstung herstellen (-5,14 Prozent; –1.529 Mio. USD)
  • und der Maschinenbau (-4,34 Prozent; –5.201 Mio. USD).

„Strategische Partnerschaften und Freihandelsabkommen mit gleichgesinnten Nationen zu schließen, sollte das Ziel der deutschen und europäischen Wirtschaftspolitik sein.“
– Dr. Florian Dorn, ifo Institut

„Wenn Deutschland als Exportnation sein Geschäftsmodell neu ausrichten will, ist die Nationalisierung von Lieferketten keine Lösung, die der Wirtschaft hilft. Vielversprechender ist es, strategische Partnerschaften und Freihandelsabkommen mit gleichgesinnten Nationen, wie den USA zu schließen. Das sollte das Ziel der deutschen und europäischen Wirtschaftspolitik sein“, sagt Dr. Florian Dorn, Mitautor der Studie.

Mit Hilfe des ifo Handelsmodells wurden fünf Szenarien simuliert, unter anderem auch Entkopplung der westlichen Länder von China, kombiniert mit einem Handelsabkommen zwischen der EU und den USA.

Das Handelsabkommen zwischen der EU und den USA könnte die negativen Auswirkungen der Entkopplung des Westens von China auf die deutsche und US-Wirtschaft abfedern, sie aber nicht vollständig ausgleichen.

Durch die erwarteten Gewinne in der Handelsbeziehung mit den USA würden die Kosten netto auf einem ähnlichen Niveau liegen wie die erwarteten Kosten des Brexit. (eve)

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