Maschinen- und Anlagenbau

VDMA: Allgemeine Lufttechnik auch 2017 auf Erfolgskurs

Die Allgemeine Lufttechnik als wichtige Teilbranchen des Maschinen- und Anlagenbaus befindet sich im Aufwind. Foto: fotodo / fotolia.
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Im Bereich der Allgemeinen Lufttechnik ist für 2017 mit einer positiven Geschäftsentwicklung zu rechnen: Die Branche erwartet leicht positive Impulse aus dem In- und Ausland. Treiber ist dabei insbesondere das gestiegene Kundeninteresse an Produkten, die mit einer hohen Energieeffizienz punkten können.

Die Allgemeine Lufttechnik kann im Jahr 2016 als die viertgrößte Teilbranche des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus ein Umsatzplus von etwa 2 % erreichen, so die Prognose des VDMA. Die Produktion erreicht damit 2016 voraussichtlich ein Volumen von 13,8 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Der Maschinenbau insgesamt rechnet für 2016 mit einem unveränderten Umsatz.

Die Allgemeine Lufttechnik umfasst die Teilbranchen Klima- und Lüftungstechnik (mit Prozesslufttechnik und Gebäudelufttechnik), Kälte- und Wärmepumpentechnik, Luftreinhaltung, Oberflächentechnik sowie Trocknung.

Auslandsgeschäft in den ersten drei Quartalen rückläufig

Die Ausfuhren der Allgemeinen Lufttechnik lagen im Zeitraum Januar bis September 2016 um knapp 5 % unter dem Vorjahresniveau; damit peilt die Branche 2016 ein Exportvolumen von mehr als 10 Mrd. Euro an. EU-weit gingen die deutschen Exporte um 3 % in den ersten neun Monaten zurück. Die Ausfuhren unter anderem nach Polen, Tschechien und Spanien konnten allerdings entgegen dem Trend gesteigert werden, und das wichtige US-Geschäft verharrte zumindest fast auf Vorjahresniveau. Dagegen sanken in den ersten neun Monaten die Ausfuhren nach China um 6 %. Dem entgegen wirkt, dass die Produktionsstandorte der deutschen Unternehmen in den Zielländern für die Allgemeine Lufttechnik eine immer größere Rolle spielen.

„In der Allgemeinen Lufttechnik liegen die Auftragseingänge in den ersten 10 Monaten 2016 knapp auf Vorjahresniveau. Aktuell fehlen vor allem Impulse im Auslandsgeschäft“, erklärt Guntram Preuß, Konjunkturexperte des VDMA Fachverbands Allgemeine Lufttechnik. Jedoch berichten die Unternehmen von guten Auftragsbeständen: Insbesondere viele Anlagenbauer sind weit bis ins Jahr 2017 ausgelastet, wenngleich Großprojekte von Kunden immer wieder einmal zeitlich geschoben werden.

Positiver Ausblick für 2017

Insgesamt rechnet der VDMA-Fachverband Allgemeine Lufttechnik für 2017 mit einem Umsatzwachstum von ebenfalls rund 2 % – damit sind die Aussichten für die Allgemeine Lufttechnik etwas besser als für den gesamten deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Die positive Grundtendenz kann aber von hohen externen Risiken im Markt und unklaren politischen Rahmenbedingungen gedämpft werden. Neben dem hohen Exportvolumen kommt hinzu, dass etwa ein Drittel der deutschen Unternehmen im Ausland produziert.

„In den kommenden Jahren werden die Anforderungen an lokale Marktpräsenz und die Nähe zu den Kunden in den Zielländern für die deutschen Unternehmen weiter an Bedeutung gewinnen“, sagt Dr. Hugo Blaum, Vorsitzender des Vorstands des VDMA-Fachverbands Allgemeine Lufttechnik, und fügt ergänzend hinzu: „Ebenso bietet die Branche Lösungen für Energie- und Ressourceneffizienz, die von unseren Kunden vermehrt angefragt werden.“

Herausforderungen und Chancen durch die Digitalisierung

Bei Industrie 4.0, der Digitalisierung und Vernetzung der industriellen Produktions- sowie Dienstleistungsprozesse, geht es um die Zukunftsfähigkeit des gesamten Maschinenbaus. Die Entwicklung kann die eigene Produktion betreffen, wirkt sich aber vor allem in der Hersteller-Kunden-Beziehung aus.

Die Plattform „planen-bauen 4.0“, in der sich Verbände, Kammern und Unternehmen der Bauwirtschaft zusammengeschlossen haben, steht für die fast spiegelbildliche Digitalisierungsentwicklung in der Wertschöpfungskette des Bausektors: „Die Lufttechnik mit ihren zahlreichen Zielbranchen im Maschinenbau und in der Industrie sowie dem Gebäudesektor besetzt somit eine anspruchsvolle Schnittstelle“, stellt Dr. Thomas Schräder, Geschäftsführer des Fachverbands Allgemeine Lufttechnik, fest. Die Branche werde die Themenfelder Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Internationalisierung systematisch auf Synergien und Chancen, aber auch auf Zielkonflikte für ihre Unternehmen hin analysieren. „Wir müssen die Prozesse und Auswirkungen der Digitalisierung für die Produkte der Lufttechnik selbst aktiv mitgestalten“, betont Schräder.

Die VDMA-Plattform Industrie 4.0 und die gemeinsame Verbändeplattform „planen-bauen 4.0“ würden dazu gute Voraussetzungen bieten. Aufbauend darauf gelte es, neue Geschäftsfelder zu entwickeln: „Vor allem müssen Wertschöpfungsanteile gesichert werden, die sich aufgrund der Digitalisierung, insbesondere bei der Etablierung von Building Information Management (BIM)-Methoden im Gebäudesektor, künftig erheblich verschieben werden“, warnt Andreas von Thun, Geschäftsführer der BerlinerLuft Technik GmbH und Aufsichtsrat der „planen-bauen 4.0 – Gesellschaft zur Digitalisierung des Planens, Bauens und Betreibens mbH“.

Eurovent als starke gemeinsame europäische Plattform

„Der Wettbewerb in internationalen Märkten ist auch oft ein Wettbewerb um Standards“, meint Karsten Fuchs vom Motor- und Ventilatorenspezialist EBM-Papst, in seinem Gastvortrag als Vizepräsident der Eurovent Association. Langfristig würde der Export des europäischen Anspruchsniveaus bei Qualität, Sicherheit sowie Energie- und Ressourceneffizienz Erfolgsfaktor sein: „Hier gibt es Aufholbedarf für Deutschland und Europa gegenüber US-amerikanischen Institutionen und Großkonzernen, die diesen Mechanismus zur Steuerung von Rahmenbedingungen in ihren Zielmärkten exzellent beherrschen“, ergänzt Schräder.

Die Platzierung einer starken europäischen Marke Eurovent in Verbindung mit dem Markengewicht des VDMA in Fernost und im Mittleren Osten würden Elemente der fortschreitenden Internationalisierung der VDMA Mitgliedsunternehmen sein. Eurovent als europäischer Dachverband nationaler Branchenverbände erfülle eine wichtige Voraussetzung dafür, dass auch die Interessen des Mittelstandes der Branche gewahrt bleiben. Dies gelte für die Herausforderungen der Internationalisierung ebenso wie für die Aufgabenfelder der Eco-Design-Politik und Produkt-Standardisierung.

Guntram Preuß ist beim VDMA für Marktinformationen im Bereich der Allgemeinen Lufttechnik zuständig.

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