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Wirtschaftsfaktor Gesundheit

Betriebliche Gesundheit
Wirtschaftsfaktor Gesundheit

Rückenschmerzen sind eine Hauptursache für Arbeitsausfälle. Foto: contrastwerkstatt / fotolia.
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Gesunde Mitarbeiter sind produktive Mitarbeiter. Mitarbeiter, die krankheitsbedingt ausfallen, verursachen hingegen jährlich Kosten in Milliardenhöhe. Kurzum: Die Gesundheit der Arbeitnehmer ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Dennoch lauern unnötige Gesundheitsrisiken in deutschen Büros.

Die Gesundheit der Mitarbeiter ist für alle Unternehmen essenziell – nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht, sondern auch aus Image-Gründen. Deshalb rückt das Thema Gesundheit am Arbeitsplatz immer mehr in den Fokus der Personal- und Marketingabteilungen. Denn wer die Gesundheit der Mitarbeiter fördert, verbessert das Ansehen des Unternehmens nach außen und nach innen: Die Mitarbeiter fühlen sich wertgeschätzt und bleiben dem Arbeitgeber treu; zudem ist das Unternehmen für gut ausgebildete Fachkräfte attraktiv. Gesundheitsförderung sollte also für Unternehmen zum zentralen Bestandteil des „Employer Brandings“ werden.
Neben der positiven Auswirkung auf das Betriebsklima rechnet sich eine Gesundheitsförderung auch aus finanzieller Sicht. Laut der Krankenkasse DAK hat sich der Krankenstand der Arbeitnehmer im vergangenen Jahr von 3,9 auf 4,1 Prozent erhöht. Rund 10 Tage fallen Arbeitnehmer im Schnitt jährlich aus – der wirtschaftliche Verlust ist beträchtlich. Dabei lässt sich diese Kostenbelastung in Unternehmen mithilfe eines betrieblichen Gesundheitsmanagements um bis zu 25 Prozent senken; das zeigen aktuelle Studien. Oftmals reichen schon geringe Investitionen aus, um die Hauptgesundheitsrisiken im Büro deutlich zu senken. Diese sind:

Risikofaktor 1: Das Problem mit der Haltung

Der Hauptgrund für krankheitsbedingte Arbeitsausfälle in Deutschland ist seit Jahren derselbe: Rückenleiden. Diese Volkskrankheit liegt nach wie vor an der Spitze der Krankheiten in deutschen Unternehmen. Dabei ist es denkbar einfach, Abhilfe zu schaffen. Qualitativ hochwertiges Mobiliar kann helfen, Rücken- und Nackenschmerzen vorzubeugen. So sollte ein Bürostuhl beispielsweise höhenverstellbar sein. Auch die Positionen der Rücken- und Armlehnen sollten die Mitarbeiter selbst einstellen können.
Bei Mitarbeitern mit Bandscheibenvorfall machen spezielle ergonomische Möbel Sinn. Hier sollte der Bürostuhl auch über eine Gewichtseinstellung sowie eine Lendenwirbel-, Kopf- und Nackenstütze verfügen. Obwohl diese Stühle teurer sind als herkömmliche, rechnet sich die Investition – die Mitarbeiter bleiben seltener krankheitsbedingt zu Hause. Außerdem sind Beschäftigte, die trotz Rückenschmerzen zur Arbeit kommen, kein Gewinn. Denn fest steht: Schmerzen und Unwohlsein schmälern die Qualität der Arbeit. Ergonomische Möbel beugen hier vor oder helfen dabei, die richtige Haltung anzunehmen und Schmerzen zu vermeiden. Neben Stühlen gibt es noch weitere ergonomische Büromöbel, die eine bessere Haltung bei der Arbeit fördern – von Tischen, die per Knopfdruck zum Stehpult werden, bis hin zu Laptop-Ständern, die den Nacken schonen.

Risikofaktor 2: Essen und Sitzen fast so ungesund wie Rauchen

Büroangestellte kennen das Dilemma: Wenig Zeit, kaum Bewegung, großer Hunger. Im Ergebnis sind Arbeitnehmer über die Jahre „dick im Geschäft“. Die Weltgesundheitsorganisation WHO bestätigt es – die Menschen waren noch nie so dick. Einen Grund der Gewichtszunahme in Deutschland liefert die Techniker Krankenkasse (TK) in ihrer aktuellen Studie „Beweg Dich“. Demnach mache die Kombination aus fettigem Essen und einem Mangel an Bewegung und Zeit die Arbeitnehmer krank. Dies liege vor allem an der Alltagsstruktur der Büroangestellten. Mitarbeiter, die täglich mehr als sechs Stunden sitzen, haben eine 20 Prozent niedrigere Lebenserwartung als aktive. Das heißt: 40 Prozent der Deutschen sind als Büroangestellte einem erhöhten Krankheitsrisiko ausgesetzt.
Auch hier können Arbeitgeber mit wenigen Maßnahmen das Risiko senken. Wer auch zwischendurch kurze Pausen zulässt, hat nicht nur motivierte, sondern auch effektive Mitarbeiter. In fünf bis zehn Minuten lassen sich zahlreiche Übungen direkt vor dem PC durchführen – ohne die Mittagspause für ein Power-Workout zu opfern. Auch lange Meetings werden durch ein Brainstorming an Stehtischen zur Goldgrube für neue Ideen. Kein Wunder: Bewegung bringt den Kreislauf in Schwung und fördert die Konzentration.
Unternehmen können aber noch mehr tun. Wie wäre es zum Beispiel mit frischen Sandwiches statt fettigem Schweinebraten aus der Kantine? Eine vollwertige Alternative – mit deutlich weniger Kalorien. Insbesondere Obst und gesunde Snacks werden heute zunehmend von Unternehmen nachgefragt. Das Gute: Gesunde Ernährung muss nicht unbedingt Verzicht bedeuten. Wer zwischendurch einen kleinen Snack für den Energienachschub braucht, sollte jedoch öfter mal zu Nüssen greifen statt zu Schokolade und Co.

Risikofaktor 3: Das Büro lebt

Wer in der Büroküche ein gesundes Menü zubereiten möchte, trifft häufig auf das nächste Gesundheitsrisiko. Hygienefallen lauern in jeder Ecke – unappetitlich, gefährlich und meist da, wo man sie nicht sieht. Fakt ist: Die Bürotasse ist oft stärker mit Keimen belastet als ein Toilettendeckel. So tummeln sich im Kaffeebecher häufig über 2.200 Bakterien. Mit „nur“ 1.600 Keimen landet das Telefon auf Platz zwei der Hygienefallen am Arbeitsplatz – aber auch Tastaturen, Küchenablagen und Besteck beherbergen ganze Bakterienkolonien.
Dabei lässt sich auch das ganz leicht verhindern. Die richtigen Reinigungsmittel und ein effektiver Küchendienst können dafür sorgen, dass es gar nicht erst zu solchen Bakterienansammlungen kommt.

Der Arbeitsplatz macht den Unterschied

Die meisten der genannten Risikofaktoren lassen sich vermeiden, indem man auf eine angenehme Arbeitsatmosphäre achtet und nicht am falschen Ende spart. Neben Hygiene, gesunder Ernährung und ergonomischen Möbeln ist ein angenehmes Raumklima entscheidend für das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Arbeitnehmer verbringen den Großteil des Tages in ihrem Büro – entsprechend einladend sollte dieses gestaltet sein. Eine moderne Büroeinrichtung kann ihren Teil zur Gesundheitsförderung im Unternehmen beitragen.

FAZIT

Wenige Mittel reichen aus, um das Büro gesundheitsfördernd zu gestalten. Ein kleiner Aufwand, der sich lohnt: Sinnvolle Investitionen sorgen für zufriedene Arbeitnehmer und steigern die Profitabilität. Denn kaum ein Wirtschaftsfaktor ist so entscheidend für den Erfolg des Unternehmens wie die Gesundheit der eigenen Mitarbeiter.
Elena Vohl, möller pr

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