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ZSW: Neues Institutsgebäude in Stuttgart eingeweiht

Das neue Institutsgebäude des ZSW in Stuttgart. Foto: ZSW
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Das Zentrum für Sonnenenergie-und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) hat sein neues Institutsgebäude in Stuttgart bezogen: Am 5. Juli 2017 fand die offizielle Einweihung mit Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut statt. Die Wissenschaftler verfügen nun über mehr Platz und eine verbesserte Infrastruktur zur Entwicklung von Technologien für die Energiewende.

Im neuen Gebäude in Stuttgart-Vaihingen befinden sich unter anderem moderne Analysegeräte und Beschichtungsanlagen für die Photovoltaik sowie Apparate zur Entwicklung der Stromspeichertechnologie Power-to-Gas. Der Energiebedarf des Gebäudes wird zu einem großen Teil aus klimaschonenden Quellen gedeckt: Durch 32 Erdwärmesonden und 357 Solarmodule in der vom ZSW entwickelten CIGS-Dünnschichttechnologie.

„Mit dem ZSW verfügt Baden-Württemberg über ein national und international herausragendes Forschungsinstitut, das mit seinem interdisziplinären Forschungsansatz Antworten auf viele Fragestellungen der aktuellen Klima- und Energiedebatte liefert. Mit der Förderung des Institutsneubaus sowie unserer institutionellen Grundförderung investieren wir in die Zukunft und schaffen für Wirtschaft, wirtschaftsnahe Forschung und Beschäftigte wertvolle Perspektiven“, so Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut.
Frithjof Staiß, der geschäftsführende ZSW-Vorstand, betonte: „Aus der Idee ist nun Wirklichkeit geworden: Jetzt arbeiten wir in einer Infrastruktur, die uns zusätzliche Perspektiven bietet. Sie erleichtert es uns, Schlüsseltechnologien für die Energiewende zu entwickeln und mit der Wirtschaft umzusetzen.“
Mehr Platz und neue Anlagen für die Forschung
Die reine Nutzfläche des Gebäudes beträgt 8 000 Quadratmeter – rund 30 % mehr als zuvor; knapp die Hälfte der Fläche entfällt dabei auf Forschungshallen und Labors. Das neue Gebäude bietet somit erstmals die Möglichkeit, größere Forschungslabors, Werkstätten und Büros der derzeit 110 Mitarbeiter in Stuttgart unter einem Dach unterzubringen. Für ein weiteres Wachstum ist die Option auf einen zweiten Bauabschnitt vorgesehen.
Fachliche Kommunikation ist die Grundlage für neue Ideen in Forschung und Entwicklung: Die Konstruktion des Architekturbüros Henning Larsen Architects mit seinen ineinander greifenden Gebäudeteilen soll daher die Kommunikation der Mitarbeiter untereinander unterstützen. Die Räume sind so konzipiert, dass sie bei Änderung der Forschungsschwerpunkte flexibel genutzt werden können. Die Kosten des Neubaus betrugen rund 28 Mio. Euro – das Bundesland Baden-Württemberg übernahm davon acht Mio. Euro, die Stadt Stuttgart hatte dem ZSW das Grundstück im Erbbaurecht überlassen.
Erneuerbare Energien decken einen Großteil des Energiebedarfs
Das neue Institutsgebäude nutzt erneuerbare Energien für die Strom-, Wärme- und Kälteversorgung. In die Fassade sind Dünnschicht-Photovoltaikmodule integriert: Sie haben eine Fläche von rund 170 Quadratmetern und eine installierte Leistung von 27 Kilowatt. Auf dem Dach befindet sich eine weitere Solaranlage mit 20 Kilowatt Leistung. Die Dünnschichtmodule auf Basis von Kupfer, Indium, Gallium und Selen (CIGS) wurden gemeinsam mit einem Industriepartner am ZSW entwickelt, in Baden-Württemberg produziert und sind inzwischen weltweit im Einsatz. Mit dieser effizienten Technologie konnte das ZSW bereits mehrere Weltrekorde aufstellen.
Auch bei der Wärmeversorgung setzen die Stuttgarter Wissenschaftler auf erneuerbare Energien: 32 Erdwärmesonden und eine Wärmepumpe führen im Sommer überschüssige Wärme aus Büros und Labors in den Boden ab. Im Winter wird die Erdwärme zu Heizzwecken wieder aus dem Untergrund gezogen, womit die Hälfte des Wärmebedarfs gedeckt werden soll. Auch einen guten Teil der benötigten Prozesskälte wollen die Forscher durch diese Technik bereitstellen.
Über das ZSW
Als industrieorientiertes Forschungsinstitut ebnet das ZSW neuen Technologien zur klimafreundlichen Bereitstellung von Strom, Wärme und regenerativen Kraftstoffen den Weg in den Markt. Zu seinen Aufgaben gehören nicht nur die Erforschung und Entwicklung von Technologien für erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Energiewandlung und Energiespeicherung, sondern auch die Umsetzung der Ergebnisse in die industrielle Praxis.
Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Das ZSW ist nicht nur bei der CIGS-Dünnschichtphotovoltaik am Markt erfolgreich; es hat auch die Power-to-Gas-Speichertechnologie maßgeblich entwickelt. Die Batterieforschung mit dem eLab und der Forschungsproduktionslinie für Lithium-Ionen-Batterien in Ulm ist international ein Aushängeschild.
In jüngster Zeit ist das Arbeitsspektrum von Frithjof Staiß und seinen Kollegen weiter gewachsen – neue Themenfelder wie ein Forschungstestfeld für die Windenergieerzeugung mit ökologischer Begleitforschung sind hinzugekommen. Auf der Schwäbischen Alb werden etwa sechs Partner des süddeutschen Windenergie-Forschungsclusters WindForS untersuchen, wie sich auch an bergigen Standorten Windkraftanlagen optimal betreiben lassen; das ZSW koordiniert das Projekt und fungiert als Betreiber des Testfelds. Ein weiteres Thema ist das Innovationsmanagement: Im Rahmen des Forschungsprojekts „Kopernikus – Energiewende-Navigationssystem“ werden Innovationsprozesse im Kontext der Energiewende untersucht.
Axel Vartmann ist für die PR-Agentur Solar Consulting in Freiburg tätig.
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