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VDA-Bericht: In Europa wurden 2020 24 Prozent weniger Autos als im Vorjahr abgesetzt

Automobilindustrie
Automarkt: Verkäufe gehen fast in allen Ländern zurück – minus 24 Prozent in Europa

Mechaniker schraubt am Boden eines Autos. Die Autoindustrie hat teils heftige Absatzrückgänge zu beklagen.
In Zukunft gilt es, an den richtigen Schrauben zu drehen. Der Automarkt ist weiterhin in einer Krise, berichtet der VDA.
Bild: chartphoto/stock.adobe. com
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Die Corona-Krise hat 2020 auch massive Auswirkungen auf die internationale Automobilindustrie gehabt. Die Verkäufe gingen in nahezu fast allen Ländern der Welt teils drastisch zurück. Europa (EU27, EFTA und UK) verzeichnete dabei mit rund einem Viertel den höchsten Rückgang der drei großen Absatzregionen (hierzu gehören noch China und die USA).

Zwar erholte sich der chinesische Markt vergleichsweise zügig von den Folgen der Pandemie, dennoch blieb der Absatz deutlich unter dem Vorjahresniveau. In den USA gingen die Verkäufe um eine zweistellige Prozentzahl zurück. Das berichtet der Verband der Automobilindustrie (VDA) in einer aktuellen Pressemitteilung.

Der VDA geht davon aus, dass im Jahr 2021 die internationalen Märkte zwar auf breiter Front wachsen werden, das Prä-Corona-Niveau werde aber noch nicht erreicht.

Konkret rechnet der VDA für das Jahr 2021 mit folgenden Zahlen:

  • Europa: Wachstum von 12 Prozent auf 13,4 Millionen Neufahrzeuge
  • USA: Wachstum von neun Prozent auf 15,8 Millionen Einheiten
  • China: Wachstum von acht Prozent auf 21,4 Millionen Fahrzeuge
  • Weltmarkt: Plus neun Prozent auf 73,8 Millionen Autos

Der Verband merkt dazu aber auch an, dass dieses Absatzvolumen noch deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau liegt.

Europa: 24 Prozent weniger Neuzulassungen in 2020

Knapp 12 Millionen neue Pkw wurden 2020 in Europa zugelassen. Das sind 3,8 Millionen (minus 24 Prozent) weniger als im Vorjahr.

Die fünf größten Märkte in Europa verbuchten durchweg zweistellige Rückgänge.

In Deutschland sanken die Neuzulassungen um knapp ein Fünftel (minus 19 Prozent). In Frankreich reduzierte sich das Absatzvolumen um 25 Prozent. In Italien (minus 28 Prozent), dem Vereinigten Königreich (minus 29 Prozent) und Spanien (minus 32 Prozent) wurden je knapp ein Drittel weniger Autos zugelassen.

Alle Länder, die zum europäischen Markt zählen, mussten das Jahr 2020 mit einer negativen Bilanz abschließen. Im Dezember lag der Pkw-Absatz in Europa noch immer vier Prozent unter Vorjahresniveau (1,2 Millionen Einheiten) – obwohl eine leichte Erholung in den vergangenen Monaten erkennbar war.

USA: Erstmals seit 2012 weniger als 15 Millionen abgesetzte Autos

In den USA schloss der Light-Vehicle-Markt (Pkw und Light Trucks) das Jahr 2020 mit knapp 14,5 Millionen verkauften Fahrzeugen ab (minus 15 Prozent). Damit blieb der US-Markt erstmals seit 2012 unter der 15-Millionen-Marke.

Der Absatz von Pkw ging um 28 Prozent zurück, im Light-Truck-Segment, das mittlerweile 76 Prozent des Light-Vehicle-Marktes ausmacht, gaben die Verkäufe um 10 Prozent nach. Im Dezember wurden 1,6 Mio. Light Vehicles verkauft (plus sechs Prozent).

China schließt 2020 mit Ansatz-Zuwachs ab

China hat die Corona-Pandemie und deren schwerwiegende Folgen für den Automobilabsatz weitestgehend hinter sich gelassen. Dank einer raschen Erholung hat sich das Minus im Jahr 2020 auf sechs Prozent reduziert (19,8 Mio. Einheiten). Im Dezember gingen 2,3 Millionen Fahrzeuge an chinesische Kunden – ein Zuwachs um sieben Prozent zum Vorjahr und der achte monatliche Anstieg in Folge.

Japan, Russland, Indien, Brasilien: Zahlen überall rückläufig

Der japanische Neuwagenmarkt blieb 2020 mit 3,8 Millionen verkauften Autos um elf Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Damit unterschritten die Verkäufe erstmals seit 2011 wieder die 4-Millionen-Marke. Im Dezember lag das Verkaufsniveau bei 315.200 Einheiten, (plus elf Prozent gegenüber Dezember 2019).

In Russland gingen die Light-Vehicle-Verkäufe im vergangenen Jahr um neun Prozent auf 1,6 Millionen Einheiten zurück.

Der indische Pkw-Markt gab im vergangenen Jahr deutlich nach. Zwar konnte er in der zweiten Jahreshälfte teils starke Zuwächse verbuchen, die Einbußen aus den Lockdown-Monaten konnten jedoch nicht aufgeholt werden. Insgesamt wurden 2,4 Millionen Neufahrzeuge veräußert (minus 18 Prozent) – der Absatz fiel so auf ein 10-Jahres-Tief. Im Dezember lag die Nachfrage wieder 14 Prozent über dem Vorjahresniveau (253.000 Einheiten).

In Brasilien verbuchte der Light-Vehicle-Markt im Gesamtjahr 2020 ein deutliches Minus. Der Neuwagenabsatz ging um knapp 27 Prozent auf 2,0 Millionen Einheiten zurück. Damit wurde eine dreijährige Erholungsphase abrupt beendet. Im Dezember betrug das Minus acht Prozent (233.000 Einheiten). (wag)


Kontakt zum VDA

Verband der Automobilindustrie e. V. (VDA)
Behrenstr. 35
10117 Berlin
Tel.: +49 30 8978420
E-Mail: info@vda.de
Internet: www.vda.de

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