Startseite » Mobilität »

Batteriezellen: BMW schließt Liefervertrag für Kobalt im Wert von 100 Millionen Euro ab

Elektromobilität
BMW schließt Liefervertrag für Kobalt im Wert von 100 Millionen Euro ab

BMW Elektromotoren
BMW investiert kräftig in das Thema Elektromobilität. Die Münchner haben kürzlich einen Liefervertrag mit der Managem Group für Kobalt unterzeichnet.
Bild: BMW
Anzeige

Die BMW Group treibt den Ausbau der Elektromobilität voran und kauft künftig den für Batteriezellen wichtigen Schlüssel-Rohstoff Kobalt direkt ein, heißt es in einer Pressemitteilung des  Münchner Konzerns. Kürzlich hat das Unternehmen dafür einen Liefervertrag mit dem marokkanischen Bergbau-Unternehmen Managem Group unterzeichnet.

„Das Vertragsvolumen beträgt rund 100 Millionen Euro“, sagt Andreas Wendt, Vorstand der BMW AG für Einkauf und Lieferantennetzwerk. Die BMW Group deckt damit rund ein Fünftel des Kobalt-Bedarfs für die fünfte Generation ihrer elektrischen Antriebe ab. Rund vier Fünftel des benötigten Kobalts wird das Unternehmen aus Australien beziehen. Die Laufzeit für den Vertrag zwischen der BMW Group und der Managem Group beträgt fünf Jahre (2020 – 2025). Bereits im Januar 2019 hatten die beiden Unternehmen in Marrakesch ein Memorandum of Understanding (Absichtserklärung) für den Direktbezug von Kobalt aus Marokko unterzeichnet.

„Kobalt ist ein wichtiger Rohstoff für die Elektromobilität. Mit der Unterzeichnung des heutigen Liefervertrags mit Managem sichern wir unseren Rohstoffbedarf für Batteriezellen weiter ab“, so Wendt. „Wir treiben die Elektrifizierung unserer Fahrzeugflotte konsequent voran. Bereits 2023 wollen wir 25 elektrifizierte Modelle im Angebot haben, davon mehr als die Hälfte vollelektrisch. Entsprechend steigt der Bedarf an Rohstoffen. Allein für Kobalt rechnen wir bis 2025 etwa mit einer Verdreifachung unseres heutigen Bedarfs“, erläutert Wendt.

Nachhaltigkeit als Zentrale Rolle der Elektromobilität

Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit sind wichtige Faktoren für die Elektromobilität. „Für uns beginnt eine ethisch verantwortliche Rohstoffgewinnung und -verarbeitung ganz am Anfang der Wertschöpfungskette: Wir beschäftigen uns intensiv mit den Lieferketten für Batteriezellen – bis in die Rohstoffminen hinein“, sagt Ralf Hattler, Bereichsleiter für Einkauf Indirekte Güter und Leistungen, Rohstoffe, Produktionspartner bei der BMW AG.

Die Einhaltung von Umweltstandards und Menschenrechten hat dabei oberste Priorität. „Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Aspekt unserer Unternehmensstrategie und spielt eine zentrale Rolle beim Ausbau der Elektromobilität. Wir sind uns unserer Verantwortung voll bewusst: Kobalt und andere Rohstoffe müssen unter ethisch verantwortlichen Bedingungen gewonnen und verarbeitet werden“, betont Wendt. Für die Kobalt-Gewinnung bei der Managem Group gelten höchste Ansprüche in Bezug auf Nachhaltigkeit.

Bereits heute veröffentlicht die BMW Group auf ihrer Webseite die Herkunftsländer für Kobalt (siehe hier). Für die fünfte Generation an Batteriezellen hat das Unternehmen außerdem die Lieferketten neu strukturiert und wird nicht nur Kobalt, sondern auch Lithium ab 2020 selbst direkt einkaufen und die Rohstoffe den beiden Batteriezell-Herstellern CATL sowie Samsung SDI zur Verfügung stellen.

Damit ist eine vollständige Transparenz über die Herkunft der Rohstoffe gegeben. Außerdem wird die BMW Group ab der fünften Generation der Elektroantriebe ab 2021 komplett auf den Einsatz von seltenen Erden verzichten. „Damit machen wir uns unabhängig von deren Verfügbarkeit“, sagt Wendt.

Fachwissen zur Wertschöpfungskette der Batteriezelltechnologie

Die BMW Group verfügt über umfangreiches in-house-Fachwissen zur kompletten Wertschöpfungskette der Batteriezelltechnologie. Im November 2019 hat das Unternehmen sein „Kompetenzzentrum Batteriezelle“ in München eröffnet. Ziel des Kompetenzzentrums ist es, die Technologie der Batteriezelle voranzutreiben und die Produktionsprozesse technologisch zu durchdringen.

Die Produktion von Batteriezell-Prototypen ermöglicht es, die Wertschöpfungsprozesse der Zelle vollständig zu analysieren und zu verstehen. „Ob wir die Zellen zu einem späteren Zeitpunkt dann selber auch in Serie produzieren, hängt maßgeblich von der Entwicklung des Lieferantenmarktes ab“, sagt Andreas Wendt.

Für die fünfte Generation an elektrischen Antrieben bezieht die BMW Group ihre Batteriezellen bei CATL (Auftragsvolumen: 7,3 Milliarden Euro, Vertragslaufzeit: 2020 bis 2031) und Samsung SDI (Auftragsvolumen: 2,9 Milliarden Euro, Vertragslaufzeit: 2021 bis 2031).

„Damit haben wir langfristig unseren Bedarf an Batteriezellen gesichert. Jede Zellgeneration wird im globalen Wettbewerb an den technologisch und betriebswirtschaftlich führenden Hersteller vergeben. So haben wir zu jeder Zeit Zugang zur bestmöglichen Zelltechnologie“, so Andreas Wendt.

BMW-Zulieferer sollen nur noch Grünstrom verwenden

Ein entscheidender Aspekt dabei: Je stärker sich die E-Mobilität durchsetzt, desto mehr verschiebt sich bei der CO2-Reduzierung der Fokus auf die vorgelagerte Wertschöpfung. Als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit hat die BMW Group deshalb mit ihren Zellherstellern vertraglich vereinbart, dass diese bei der Produktion der fünften Generation von Batteriezellen der BMW Group nur noch Grünstrom verwenden.

Dies wird dafür sorgen, dass das Unternehmen innerhalb der nächsten zehn Jahre rund 10 Millionen Tonnen CO2 einspart. Gerade die energieintensive Herstellung der Hochvoltspeicher ist beträchtlicher und wirksamer Hebel für die CO2-Reduzierung. Denn bei einem vollelektrischen Fahrzeug entfallen bis zu 40 Prozent der CO2-Emissionen allein auf die Herstellung der Batteriezellen – genau dort setzt die BMW Group an.

Die hausinterne Fertigung der Batterien erfolgt in den BMW Group Werken Dingolfing (Deutschland), Spartanburg (USA) sowie im BBA Werk Shenyang (China). Auch in Thailand hat die BMW Group die Produktion von Batterien lokalisiert und arbeitet hierfür mit der Dräxlmaier Group zusammen.

Für die Erschließung der für die Elektromobilität entscheidenden Zelltechnologie hat die BMW Group ein gemeinsames Technologiekonsortium mit dem schwedischen Batteriehersteller Northvolt sowie Umicore, einem belgischen Entwickler von Batteriematerialien.

Die Zusammenarbeit befasst sich mit dem Aufbau einer kompletten, nachhaltigen Wertschöpfungskette für Batteriezellen in Europa und erstreckt sich von der Entwicklung über deren Fertigung bis zum Recycling, heißt es in der Pressemitteilung.

Dabei spielt das Recycling von Batteriekomponenten eine entscheidende Rolle, um bei stark steigender Nachfrage nach Batteriezellen den Wertstoffkreislauf über eine umfassende Wiederverwertung der Rohstoffe bestmöglich zu schließen. (ag)


Kontakt zu BMW

Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft (BMW AG)
Petuelring 130
80788 München
Tel.: +49 89 1250 1600 0
E-Mail: kontakt@bmw.de
Website: www.bmw.de

Ebenfalls interessant:

BMW eröffnet Kompetenzzentrum „E-Antriebsproduktion“ im Werk Dingolfing


Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de