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Studie zur Elektromobilität: Bundesregierung verpasst Mobilitätsziel um 3,65 Millionen Autos

Studie von Deloitte
Bundesregierung verpasst Mobilitätsziel um 3,65 Millionen Autos

E-Auto-Symbol auf der Straße. Deloitte geht davon aus, dass die Bundesregierung ihr Ziel verfehlt.
Quo vadis, Elektro-Mobilität? Deloitte rechnet damit, dass bis 2030 die Marke von 10 Millionen verkauften E-Autos nicht erreicht wird.
Bild: mmphoto/stock.adobe. com
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Elektro-Mobilität gewinnt zunehmend an Bedeutung. Sie ist zentrales Element des deutschen Klimaschutzprogramms 2030. Die Autoindustrie muss dafür die bisher profitablen Vebrenner durch derzeit nicht profitable Elektro-Autos ersetzen. Eine Studie von Deloitte zeigt: Das erklärte Ziel der Bundesregierung, zehn Millionen Fahrzeuge mit alternativen Antrieben bis 2030 auf die Straße zu bringen, kann nicht erreicht werden.

Der Druck auf die Automobil-Branche steigt: Neuzulassungen – insbesondere von Verbrennungsmotoren – werden der Prognose nach in den nächsten zehn Jahren deutlich rückläufig sein. Und die Corona-Krise verstärkt diesen Negativ-Trend zusätzlich: Schätzungen zufolge werden bis zu drei Millionen weniger Verbrenner bis 2030 am Markt nachgefragt als noch vor der Pandemie.

Corona-Konjunkturpaket beschleunigt den Wandel

Voraussichtlich sollen bis 2030 lediglich 6,35 Millionen Autos mit Elektroantrieb neu zugelassen werden. Das Konjunkturpaket der Bundesregierung soll dieses Ziel trotz Corona möglich machen. Die Maßnahmen der Regierung gleichen den negativen Einfluss der Pandemie aus, der mit minus 500.000 Fahrzeugen beziffert wird.

Deloitte kommt allerdings zu dem Ergebnis: Auch ohne das Virus wäre das Ziel von zehn Millionen um 3,8 Millionen Autos verfehlt worden.

Alternative Antriebe erst 2032 bei 50 Prozent Absatz

Zum Wendepunkt in der Elektro-Mobilität wird es bis 2030 also nicht kommen. Deloitte geht davon aus, dass frühestens ab 2032 die Neuzulassungen der Elektrofahrzeuge die der Verbrenner einholen werden.

„Die Automobilindustrie wurde von der Corona-Krise heftig getroffen und steht nun vor der Herausforderung, die beispiellosen Auswirkungen der Pandemie und die Transformation zu elektrischen, autonom fahrenden und verknüpften Fahrzeugen gleichzeitig zu erreichen“, sagt Harald Proff, Partner und Leiter Automobilindustrie bei Deloitte.

Die Autobauer müssten trotzdem weiter die Weichen für den langfristigen Wandel zur Elektro-Mobilität  stellen. Es gelte, die sich abzeichnende positive Entwicklung mit Nachdruck zu beschleunigen.

Hybridmotoren werden langfristig keine Rolle mehr spielen

Batteriebetriebene Autos werden den Wandel prägen. Im alternativen Segment werden sie auch über 2030 hinaus am stärksten nachgefragt werden, schreibt Deloitte in einer Pressemitteilung. Klein- und Kleinstwagen würden dabei eine entscheidende Rolle einnehmen.

Deloitte nennt dafür zwei wesentliche Gründe: ihre niedrigere Preisklasse und die zunehmende Verschärfung der CO2-Regularien. Aber auch der Brennstoffzellen-Technologie räumt das Beratungsunternehmen Chancen ein. Ihr Anteil werde ab 2026 kontinuierlich zunehmen, die Technologie könnte sich langfristig etablieren.

Hybridmotoren würden hingegen an Bedeutung verlieren. In den nächsten Jahren seien sie für die Branche noch essenziell, da sie die Einhaltung der CO2-Vorgaben erleichtern. Außerdem könnten sie auf bestehende Wertschöpfungsprozesse zurückgreifen. Ab 2025 wird ihre Relevanz jedoch zunehmend sinken.

Politik, Wirtschaft und Verbraucher müssen an einem Strang ziehen

Automobil-Hersteller müssten ihre Geschäftsmodelle und Kernaktivitäten der Dynamik des Marktes anpassen und radikal verändern. Deloitte empfiehlt Investitionen in die Batterie-Technologie und deren Optimierung, die Entwicklung neuer Fahrzeug-Plattformen sowie einen verstärkten Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Hier sei auch der Staat mit weiteren Maßnahmen gefragt. Außerdem könnten Verbraucher zur Wende hin zur Elektro-Mobilität beitragen. Bei Deloitte ist man sich sicher: Zögen Politik, Wirtschaft und Verbraucher an einem Strang, bestünde das Potenzial, die bestehende Lücke bis 2030 weitestgehend zu schließen. Immerhin 8,5 Millionen Autos mit alternativem Antrieb könnten so zugelassen werden.

Deutschland bleibt weltweit wichtiger Markt für E-Mobilität

„Deutschland wird künftig auch weltweit einer der wichtigsten Märkte auf dem Weg zu mehr Elektro-Mobilität sein und eine zentrale Rolle innerhalb der Europäischen Union einnehmen“, so Proff. Jetzt müsse die Industrie die aktuelle Situation nutzen, um den Wandel noch stärker voranzutreiben. „Die Investitionen in Forschung und Entwicklung sind enorm – doch langfristig werden sie sich auszahlen“, ist sich Proff sicher.

Die Studie zur Elektro-Mobilität in Deutschland finden Sie auf der Website von Deloitte zum Download. (wag)


Kontakt zu Deloitte

Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Rosenheimer Platz 4
81669 München
Tel.: +49 89 2903 60
E-Mail: kontakt@deloitte.de
Website: www.deloitte.de

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