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Continental-Chef Degenhart kündigt weitere Einsparungen an

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Continental-Chef Degenhart kündigt weitere Einsparungen an

Elmar Degenhart Continental
Continental-CEO Degenhart blickt auf der Online-Hauptversammlung 2020 eher mit Skepsis in die Zukunft. Im Zuge des Konzernumbaus des Automobilzulieferers sollen jährlich 500 Millionen Euro eingespart werden.
Bild: Continental
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Der Aufsichtsrat der Continental AG hat in seiner letzten Sitzung am 14. Juli die nächsten Schritten im Programm zur strukturellen Transformation 2019 – 2029 an den Standorten Rubí (Spanien) und Nogales (Mexiko) zugestimmt. Damit treibt das Technologieunternehmen sein im September 2019 bekanntgegebenes Strukturprogramm (und Sparprogramm) und dessen Umsetzung konsequent voran. 

In einem ersten Beschluss stimmte der Aufsichtsrat der Entscheidung des Vorstands zu, den Standort Rubí (Spanien) bis Ende 2021 zu schließen. Die Suche nach potenziellen Investoren sei in den vergangenen Monaten bisher ergebnislos verlaufen, heißt es. Die am Standort ansässige Produktion von Anzeige- und Bedientechnologien soll demnach bis 2021 schrittweise auslaufen oder an andere europäische Standorte verlagert werden.

Über 700 Arbeitsplätze sollen abgebaut werden

Gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaften konnte sich das Unternehmen unterdessen auf eine Vereinbarung für die dort rund 740 beschäftigten Mitarbeiter einigen. Dieser Beschluss steht unter dem Vorbehalt des formalen Abschlusses eines in Spanien bei Restrukturierungen notwendigen Konsultationsverfahrens, an dem neben den Verantwortlichen bei Continental sowohl Arbeitnehmervertreter als auch lokale Behörden beteiligt sind.

Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat der Schließung des Standorts in Nogales (Mexiko) zugestimmt. Die dort ansässige Fertigung von Fahrzeugkommunikations- und Vernetzungstechnologien sowie Antriebskomponenten wird schrittweise voraussichtlich bis Mitte 2024 auslaufen und teilweise auf andere Standorte in der Region verteilt.

Am Standort Nogales sind derzeit rund 2.000 Mitarbeiter beschäftigt. Die Entscheidung erfolgt vor dem Hintergrund steigenden Kostendrucks. Daraus resultiert die Notwendigkeit, die Produktion in der dortigen Region an anderen Standorten zusammenzufassen und so die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, heißt es von Seiten Continental.

Dreifacher Klimaschutz: ökologisch, sozial und wirtschaftlich

Am 14. Juli  Juli 2020 hat auch die virtuelle Hauptversammlung von Continental stattgefunden. „Continental behält gerade in der Krise ihre Ziele fest im Blick“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Dr. Elmar Degenhart im Rahmen Hauptversammlung 2020 des Technologieunternehmens in Hannover.

Die 2019 in Gang gesetzte Neuausrichtung des Unternehmens verfolgt Continental in der Krise unbeirrt weiter und passt ihre Finanzstruktur der weltweit geringeren Fahrzeugproduktion an, was auch die beschlossene Schließung der Standorte in Spanien und Mexiko belegen. Für profitables und nachhaltiges Wachstum setzt Continental auf drei Technologiefelder: Digitalisierung, assistiertes, automatisiertes und darauf aufbauend autonomes Fahren sowie emissionsfreie Antriebe.

„Weil wir früh, kraftvoll und entschlossen auf Innovation setzen, sind und bleiben wir wegweisend“, sagte Degenhart.

Die Continental-Technologien seien auf Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit ausgelegt und würden damit dem nachhaltigen Wachstum dienen, heißt es. „Unser Herz schlägt für ein gesundes Ökosystem der Mobilität“, erklärte Degenhart. „Das ist ein System, in dem alle drei wichtigen Anforderungen im Gleichgewicht stehen: die ökologischen, ökonomischen und sozialen.“

Die Continental-Lösungen bereiten dafür den Weg, indem sie zu erhöhtem Umweltschutz und mehr Klimaneutralität beitragen, erschwinglich sind und den Menschen individuelle Mobilität ermöglichen.

„Diese große Aufgabe beginnt bei uns selbst. Schon ab diesem Jahr kaufen wir für alle Werksstandorte weltweit nur noch Strom aus nachweislich regenerativen Quellen ein“, skizzierte Degenhart den Fahrplan. „Bis 2040 produzieren wir klimaneutral und bis 2050 kommen wir zusätzlich auf allen Stufen unserer Wertschöpfung ohne CO2-Emissionen aus.“

Digitalisierung als Treiber für nachhaltiges Wachstum

„Software ist der Sauerstoff der Industrie, denn mit ihr sind völlig neue Dienstleistungen möglich. Die Wertschöpfung mit Software wächst jährlich im zweistelligen Prozentbereich“, erläuterte Degenhart.

Mit Hochleistungscomputern, dem digitalen Herzstück von Fahrzeugen, erzielt Continental schon heute Umsätze von mehr als drei Milliarden Euro (gerechnet über die Laufzeit der betroffenen Automodellreihen hinweg). „Allein ein einziger Kunde erhält bis 2022 über 2,5 Millionen solcher Rechner von Continental. Aber das ist erst der Anfang. Bis 2022 rechnen wir mit mehr als zehn weiteren Projekten für diese Innovation“, so Degenhart.

Bei neuen Dienstleistungen rund um die Mobilität sei die Digitalisierung ebenfalls entscheidend. „Wir machen fast alle unsere Produkte intelligent und digitalisieren zum Beispiel Reifen oder Luftfedersysteme. Schon heute sind die Daten der Reifen sehr begehrt. Wir senden sie über unsere digitalen Dienste an die Betreiber von Fahrzeugflotten. Damit erweitern wir unser Geschäft mit Flotten, mit denen wir rund eine Milliarde Euro Umsatz im Jahr machen“, so Degenhart. Bis 2030 soll dieser Umsatz verdreifacht werden. „In der Produktion sehen wir durch die Digitalisierung das größte Potenzial für Effizienzgewinne in den kommenden Jahren. Aktuell setzen wir dafür bereits 1.600 kollaborative Roboter ein, die Hand in Hand mit ihren menschlichen Kollegen arbeiten“, führte Degenhart aus.

Ein zweites Wachstumsfeld für Continental liegt im Geschäft mit Systemen für das assistierte und automatisierte Fahren. „Wir entwickeln diese Technologien für null Unfälle und null Tote im Straßenverkehr. Das Geschäft mit Fahrerassistenzsystemen wächst so schnell wie kaum ein anderes“, so Degenhart. Zusätzlich verkauft Continental derzeit jährlich über 350 Millionen Sensoren im Bereich der passiven Sicherheit. Für das Bremsengeschäft gab Degenhart einen Ausblick auf knapp 40 Millionen hochintegrierte Bremssysteme, die das Unternehmen bis 2023 produzieren wird.

Das dritte Wachstumsfeld für Continental sind Technologien für saubere Fahrzeugantriebe. „Das ‚E‘ bei E-Mobilität steht nicht nur für ‚Elektro‘, sondern vor allem für ‚emissionsfrei‘. Ob mit Batterie oder Brennstoffzelle: Die E-Mobilität ist ein Wachstumsmarkt. Und damit die große Chance für Vitesco Technologies“, erläuterte Degenhart. Für den Großteil der Produktfamilie im Antrieb wächst der Markt aus Sicht von Continental in den kommenden fünf Jahren um rund 30 Prozent jährlich.

Der Fahrplan aus der Krise hinaus

„Ein Gewinner ist, wer gut spielt, wenn es nicht gut läuft“, betonte Degenhart. „Wir behaupten beharrlich unseren Platz in der globalen Königsklasse der Anbieter von Toptechnologien und Software. Dort spielt nur, wer maximal wettbewerbs- und zukunftsfähig ist.“ Continental konzentriere sich derzeit konsequent auf die Umsetzung ihres Krisenplans, wobei der Schutz der Gesundheit der Belegschaft an erster Stelle stehe.

Die 2019 gestartete Neuausrichtung des Unternehmens wird in der Krise weiterverfolgt. „Unser Umbauplan ist unser Weg in die Zukunft. Er ist und bleibt unsere wichtigste Aufgabe“, verdeutlichte Degenhart den Aktionären. „Wir erweitern unser profitabel wachsendes Portfolio und machen es noch zukunftsfähiger. Wir beschleunigen außerdem unsere Abläufe in noch schlankeren Strukturen.“ Continental plant mit dieser Strategie ab 2023 jährliche Einsparungen von rund 500 Millionen Euro.

Als wesentliche Aufgabe von Continental bezeichnete Degenhart die Unternehmensanpassung an die weltweit geringere Fahrzeugproduktion. So erwarten Marktbeobachter ein Produktionsvolumen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge im Jahr 2020 von maximal 70 Millionen Fahrzeugen. Das Rekordniveau von 2017 in Höhe von über 95 Millionen Einheiten wird nach Ansicht von Continental frühestens nach 2025 wieder erreicht. (ag)


Kontakt zu Continental


Continental AG
Vahrenwalder Straße 9
30165 Hannover
Tel.: +49 511 9380 1
E-Mail: mail_service@conti.de
Website: www.continental.de

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