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Global Automotive Consumer Study 2021: Nur noch 41 Prozent wollen ein Auto mit Alternativantrieb kaufen

Global Automotive Consumer Study 2021
Nur noch 41 Prozent wollen ein Auto mit Alternativantrieb kaufen

Elektroauto beim Aufladen. Laut Global Automotive Consumer Study 2021 wollen weniger Konsumenten einen Alternativantriebler kaufen
Der Anteil derjenigen Konsumenten, die ein Auto mit Alternativantrieb kaufen wollen, ist gesunken.
Bild: guteksk7/stock.adobe. com
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Die Zeiten sind unsicher, weshalb sich viele Menschen stärker nach Altbewährtem und Bekanntem sehen. Darauf jedenfalls deuten die Ergebnisse der Global Automotive Consumer Study 2021 von Deloitte hin. Bei der Befragung für die Studie für 2020 hatten 51 Prozent angegeben, beim nächsten Autokauf einen alternativen Antrieb zu bevorzugen – das waren 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anteil dieser Gruppe sank jetzt auf 41 Prozent.

Angesichts des Elektroauto-Booms Ende 2020 sei dieses Ergebnis zunächst überraschend, schreibt Deloitte in einer Pressemitteilung. „Die Tatsache, dass die Menschen dennoch mehr Elektroautos gekauft haben, zeigt, dass die Fördermaßnahmen der Bundesregierung aus dem vergangenen Jahr greifen“, so Harald Proff, Partner und Leiter Automobilindustrie bei Deloitte Deutschland.

Insbesondere die Innovationsprämie – inzwischen bis Ende 2025 verlängert – habe dazu geführt, dass viele Konsumenten ein elektrisch betriebenes Fahrzeug gewählt haben. „Staatliche Kaufanreize werden neben Klimawandel und Benzinkosten von den Teilnehmern unserer Umfrage als wichtiger Faktor genannt, um sich für ein elektrifiziertes Fahrzeug zu entscheiden“, ordnet Proff die Ergebnisse ein.

Ein Zurück zum klassischen Benziner sieht der Deloitte-Experte nicht: „Die CO2-Ziele im Rahmen des europäischen Green Deal sind ambitioniert und werden wohl noch weiter herabgesenkt. Der langfristige Trend geht auch bei den Konsumenten klar Richtung Nachhaltigkeit.“

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Ladeinfrastruktur und Sicherheit von Batterien in der Kritik

Mit mehr Elektroautos auf deutschen Straßen nehmen jedoch die Bedenken der Verbraucher bezüglich der Lademöglichkeiten leicht zu.

Die größte Sorge bei elektrisch betriebenen Fahrzeugen ist für 22 Prozent der Verbraucher die fehlende Lade-Infrastruktur. 64 Prozent gaben zudem an, dass sie ihr Fahrzeug am liebsten zu Hause laden möchten. Mit großem Abstand folgen öffentliche Ladesäulen (25 Prozent) und die Arbeitsstätte (10 Prozent). Die Reichweite sehen nur noch 28 Prozent kritisch, den Preis 16 Prozent.

Vermehrt in die Kritik jedoch geraten Batterie-Technologien. Der Anteil derjenigen, die die Sicherheit dieser Technologien hinterfragen, ist von fünf Prozent (2018) auf 12 Prozent gestiegen.

Skepsis besteht außerdem gegenüber vernetzten Fahrzeugen: 64 Prozent stimmen der Aussage zu, dass ein vernetztes Auto gehackt und ihre persönliche Sicherheit damit gefährdet werden könnte. Die Werte bei dieser Frage liegen in allen befragten EMEA-Ländern bei mehr als 50 Prozent (Ausnahme: Türkei).

„Der Durchbruch neuer Technologien führt bei Konsumenten häufig zu Unsicherheiten“, beobachtet Harald Proff. Fakt sei aber, dass bereits heute ausgereifte Technologien und Prüfmechanismen zur Verfügung stünden, welche eine hohe Fahrzeugsicherheit gewährleisteten und diese auch kontinuierlich verbesserten.

Social Distancing motiviert jüngere Generation zum Autokauf

Wie viel darf ein elektrisch betriebenes Fahrzeug inklusive staatlicher Zuschüsse und Rabatte kosten? 81 Prozent würden nicht mehr als 50.000 Euro bezahlen wollen. Nach der Vorstellung von 35 Prozent der Befragten sollte der Preis zwischen 30.000 und 50.000 Euro liegen. Ein Drittel gab an, dass sie für alternative Antriebe nicht mehr als für einen Verbrenner zahlen möchten.

Die Corona-Pandemie und das daraus folgende Social Distancing führen dazu, dass ein Teil der befragten Verbraucher den Kauf ihres nächsten Autos früher angehen möchte. Das gilt insbesondere für die jüngere Generation: Rund ein Drittel der 18- bis 34-Jährigen gibt Social Distancing als Hauptgrund für den nächsten geplanten Autokauf an. Bei den 35- bis 54-Jährigen sind es 22 Prozent. Dennoch möchten 76 Prozent der Verbraucher ihr Auto am liebsten nach einem persönlichen Gespräch erwerben. Nur 16 Prozent präferieren einen virtuellen Kaufprozess.

„Ein Autokauf ist für viele immer noch eine emotionale Erfahrung – das lässt sich nicht so einfach digitalisieren. Die Interessenten möchten das Auto vor dem Kauf live sehen und testfahren. Auch der persönliche Kontakt ist vielen wichtig und wurde in unserer Umfrage häufig genannt“, sagt Proff. „Wir sehen aber auch, dass die Bereitschaft, ein Auto virtuell zu kaufen, bei jüngeren Zielgruppen deutlich höher ist. Doch auch hier setzen Verbraucher lieber auf Bewährtes, denn mehr als die Hälfte der Befragten möchte den virtuellen Autokauf am liebsten bei einem autorisierten Händler tätigen.“

Deloitte führt die Global Automotive Consumer Study seit 2010 regelmäßig durch. Von September bis Oktober 2020 hat Deloitte mehr als 24.000 Konsumenten aus 23 Ländern weltweit zu Themen und Trends in der Automobilindustrie befragt. In Deutschland nahmen 1.050 Menschen über 18 Jahren an der Befragung teil. (wag)


 


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