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Neue Autohersteller könnten traditionellen Autobauern mittels Digitalisierung und Automatisierung gefährlich werden

Investitionen in der Autobranche
Nur 48% der Autobauer wollen mehr Geld in intelligente Fertigung stecken

Industrie 4.0 Kompass Autohersteller investieren wenig
Noch immer zeigt die Nadel nicht bei allen OEMs in Richtung Industrie 4.0.
Bild: Robert Kneschke/ stock.adobe.com

Traditionelle Fahrzeughersteller messen der Umstellung auf Industrie-4.0-Prozesse nicht die höchste Priorität bei. Damit liefen sie Gefahr, von neuen Markt-Teilnehmern überholt zu werden. Zu diesen Erkenntnissen kommt das Unternehmen Hexagon in einer aktuellen Studie.

Große Technologie-Konzerne und Unicorn-Startups sprengen den E-Fahrzeugmarkt mit moderner Digitalisierung und Automatisierung und verkürzen die Markteinführungs-Zeiten deutlich. Dauerte die Einführung früher mehrere Jahre, ist sie mittlerweile in nur drei Monaten möglich.

Um ihre Marktposition zu halten, müssen OEMs mit dem Innovations-Tempo der Mitbewerber Schritt halten. Trotzdem planen nur 48 Prozent der Hersteller in der Auto-Branche höhere Investitionen in die von ihren Mitbewerbern genutzten intelligenten Fertigungsstrategien ein. 25 Prozent verfolgen gar keine entsprechenden Pläne.

Niedrige Auftragsvolumen bei E-Autos als Vorteil

Ein Vorteil für die neuen Markt-Teilnehmer sind die niedrigen Auftragsvolumen bei E-Fahrzeugen. Diese tragen dazu bei, dass die Produktions-Geschwindigkeit eine hohe Stückzahl als Schlüsselfaktor in der Automobilindustrie ablöst.

Traditionelle Automobil-Hersteller sind hier Elektronik-Unternehmen wie Foxconn und Huawei unterlegen. Diese Unternehmen sind mit schnellen Innovations-Zyklen vertraut und müssen weniger Hürden meistern, da Verbraucher von ihnen digitale Technologien mit einem höheren Integrationsgrad erwarten.

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Darüber hinaus machen neue Fahrzeugdesigns bis zu 90 Prozent der Autoteile existierender Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor überflüssig – und ihre Strategien sind von den derzeitigen Lieferketten und Massenproduktions-Anlagen weniger abhängig.

Laut Studie betrachten nur acht Prozent der Autobauer die neuen Hersteller von E-Fahrzeugen als Bedrohung. Und das, obwohl Tesla bereits Marktführer im Bereich batterieelektrische Fahrzeuge ist – und Unternehmen wie Lucid sich mit einer vertikal integrierten E-Fahrzeugfertigung rasch vergrößern.

OEMs interessiert, setzen intelligente Fertigung aber nicht um 

Das Interesse an intelligenter Fertigung hat in der Automobil-Industrie definitiv verstärkte. Oft bleibt es aber nur beim Interesse, umgesetzt wird die intelligente Fertigung noch eher selten. Die kritischsten Faktoren für den Erfolg der E-Fahrzeug-Lieferketten sind die Beschaffung der erforderlichen Teile-Volumina sowie die fehlenden Größenvorteile, zeigt die Studie.

„Unsere Studie offenbart, dass die Herausforderungen für Fahrzeughersteller, die einen festen Platz auf dem E-Fahrzeugmarkt suchen, sowohl interner als auch externer Natur sind“, sagt Paolo Guglielmini, Präsident der Hexagon Manufacturing Intelligence Division.

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Das derzeitige Auftrags-Volumen mache es aber für die Auto-Hersteller nötig, eine größere Auswahl an erschwinglichen Elektrofahrzeugen oder gar „Fahrzeugen nach Maß“ anzubieten. Dafür müssten für große Stückzahlen konzipierte Fertigungslinien von einer agileren Fertigung abgelöst werden. Diese ist auf eine schnelle Markteinführung ausgerichtet.

Die Aufgabe für die etablierten Unternehmen bestehe darin, dies umzusetzen und gleichzeitig die erforderlichen Gewinnspannen zu erzielen. Dies lasse sich nur mithilfe einer vertikalen Integration der Entwicklungs- und Fertigungsprozesse lösen. Dazu brauche es einen kulturellen Wandel, der mit den technologischen Investitionen einhergehe, so Guglielmini.

Flexibilität ist wichtiger als die Prozesse

Die derzeitige Umstellung traditioneller Geschäftsmodelle in der Automobil-Fertigung stellt Flexibilität über Prozesse. Sie unterstützt Fachkräfte durch integrierte Prozesse und stärkere Automatisierung.

Digitale Konstruktions- und Fertigungsansätze sind der Schlüssel zur Agilität. Ein wesentlicher Grund dafür, weshalb die „Digital Natives“ auf dem Markt für Aufruhr sorgen. Die großen OEMs stehen nicht still, aber es gibt Innovationen bei Unternehmen, die mit hohem Tempo ihre weltweiten Betriebsabläufe neu ordnen. Sie müssen jedoch kontinuierliche Optimierungs-Prozesse gezielt nutzen sowie den Umfang und die Art der Zusammenarbeit mit ihren Lieferanten überdenken, um die E-Wende in der Automobilindustrie zu gewährleisten.


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