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Im Projekt RABus testet Forscher elektrifizierten und automatisierten ÖPNV in Mannheim und Friedrichshafen

Forschungsprojekt in zwei Städten
RABus testet elektrifizierten und automatisierten ÖPNV

RAB Shuttle, das in Mannheim und Friedrichshafen eingesetzt werden sollen
Die Shuttles bieten Raum für bis zu 22 Personen. Bild: ZF
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Forscher am KIT und weiteren Einrichtungen wollen testen im Verbundprojekt RABus einen ÖPNV-Betrieb mit elektrifizierten und automatisierten Fahrzeugen. Selbstfahrende Busse sollen in Mannheim und Friedrichshafen am Straßenverkehr teilnehmen. Das KIT untersucht dabei Nachfrage, Akzeptanz und Wirkungen. Darauf aufbauend soll ein Modell für einen effizienten ÖPNV mit autonomen Bussen in Baden-Württemberg entstehen.

Unterstützung erhält das RABus-Konsortium dabei vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg, das das RABus-Projekt mit sieben Millionen Euro fördert.

Das Bundesland hat sich Ziele zur automatisierten und vernetzten Mobilität gesetzt. Eine der umgesetzten Maßnahmen ist das „Reallabor für den Automatisierten Busbetrieb im ÖPNV in der Stadt und auf dem Land“, kurz RABus.

Verkehrsminister Winfried Hermann übergab jetzt bei einer virtuellen Veranstaltung den Förderbescheid in Höhe von sieben Millionen Euro an das RABus-Konsortium. Dazu zählen

  • das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS)
  • das Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
  • die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH
  • die Stadtverkehr Friedrichshafen GmbH mit der DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee GmbH
  • und die ZF Friedrichshafen AG

RABus: Akzeptanz steigern, Fahrzeiten verkürzen

Das RABus-Konsortium will einen wirtschaftlichen und zuverlässigen Fahrbetrieb mit automatisierten Fahrzeugen ermöglichen. Für den öffentlichen Nahverkehr der Zukunft müssen deshalb Konzepte entwickelt, umgesetzt und erprobt werden.

Derzeit sind automatisierte Fahrzeuge im straßengebundenen ÖPNV meist nur mit niedriger Geschwindigkeit unterwegs. Das Ergebnis: längere Fahrzeiten – und damit geringere Akzeptanz und weniger Nutzung.

Mannheim und Friedrichshafen sollen jetzt als Real-Labore für das RABus-Forschungsprojekt herhalten. Bis Ende 2023 soll in beiden Städten ein weitgehend wirtschaftlicher ÖPNV-Betrieb mit elektrifizierten und automatisierten Fahrzeugen etabliert werden.

In einem neuen Stadtquartier in Mannheim legen die Forscher den Schwerpunkt auf den automatisierten Betrieb im Mischverkehr. In Friedrichshafen steht der automatisierte Überland-Betrieb im Mittelpunkt.

Die automatisierten Fahrzeuge sollen mit akzeptablen Geschwindigkeiten im regulären Verkehr (inner- und außerorts) „mitschwimmen“ können. So wollen die Forscher im jeweiligen Umfeld ein angepasstes und sicheres Fahrverhalten erreichen.

Die Testfahrzeuge kommen von 2getthere, einer Tochter der ZF Friedrichshafen AG. 22 Personen finden darin Platz. Die Maße sind mit 6 x 2,1 x 2,8 Metern recht kompakt. Bedarfsorientiert und fahrplanunabhängig sollen die Shuttles in den städtischen Verkehrsfluss integriert werden.

RABus: Erkenntnisse für Mobilität der Zukunft nutzen

„Bei RABus handelt es sich um ein Real-Labor, bei dem wir durch den Einsatz mehrerer Fahrzeuge unter realen Bedingungen aussagekräftige Daten gewinnen“, erklärt Martin Kagerbauer vom Institut für Verkehrswesen (IFV). Es handele sich hier also um weit mehr als um einen reinen Demonstrationsbetrieb.

Im Projekt RABus jat das IFV die Begleitforschung zu Nachfrage, Akzeptanz und Wirkungen auf den Straßenverkehr übernommen. Dazu werten die Forscher die im Realbetrieb anfallenden Daten aus. Kagerbauer und sein Team befragen Fahrgäste außerdem vor, während und nach der Nutzung. Die Rückmeldungen sollen in die Gestaltung künftiger ÖPNV-Systeme einfließen.

Zudem erstellt das Karlsruher Forschungsteam Verkehrsnachfrage-Modelle für Friedrichshafen und Mannheim. In diesen Modellen sind automatisierte Busse integriert. Sie ermöglichen die Simulation eines effizienten Einsatzes solcher Busse. Darauf aufbauend lassen sich künftige ÖPNV-Systeme mit autonomen Bussen konzipieren.

Anhand der Ergebnisse des Projekts will die Forschergruppe weitere potenzielle Einsatzgebiete im Land Baden-Württemberg prüfen. (wag)


Kontakt zum KIT

Karlsruher Institut für Technologie
Kaiserstraße 12
76131 Karlsruhe
Tel.: +49 721 6080
E-Mail: info@kit.edu
Website: www.kit.edu

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