Startseite » Mobilität »

Siemens Smart Infrastructure und WUN H2 GmbH bauen Wasserstofferzeugungs-Anlage in Wunsiedel

Energiewende
Siemens und WUN H2 bauen Wasserstofferzeugungs-Anlage in Wunsiedel

Siemens Logo auf Stein in München
Siemens baut eine der größten Wasserstofferzeugungs-Anlagen Deutschlands in Wunsiedel.
Bild: Oleksandr/stock.adobe. com
Anzeige

Eine der größten Wasserstofferzeugungs-Anlagen Deutschlands entsteht in Wunsiedel (Fichtelgebirge): Siemens Smart Infrastructure und die WUN H2 GmbH haben jetzt einen Vertrag zum Bau einer solchen Elektrolyse-Anlage unterzeichnet. Sie wird in der ersten Ausbauphase über eine Anschlussleitung von sechs Megawatt verfügen und soll ausschließlich mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Damit arbeitet sie CO2-frei.

Die Anlage werde einen Wasserstoffbedarf von mehr als 900 Tonnen pro Jahr in der ersten Ausbauphase bereitstellen, gibt Siemens in einer Pressemitteilung an. Im Vollausbau sollen dann bis zu 2000 Tonnen möglich sein. Siemens und WUN H2 wollen noch Ende dieses Jahres den ersten Spatenstich setzen. Ende 2021 soll die Wasserstofferzeugungs-Anlage dann in den Betrieb gehen.

Bis zum Jahr 2050 will Deutschland weitgehend treibhausgasneutral sein. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen alle Sektoren, die Energie nutzen – etwa der Verkehrs- oder der Industriebereich – ihre Dekarbonisierung vorantreiben.

Die Anlage in Wunsiedel habe Modellcharakter für ganz Deutschland, schreibt Siemens. Sie mache die erneuerbare Energie der Region für verschiedene Anwendungen in der Mobilität und Industrie verfügbar. Die erneuerbare Energie kommt dabei etwa aus Photovoltaik- und Windkraft-Anlagen und wird in das speicherbare Medium Wasserstoff (H2) umgewandelt. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn an sonnigen und windreichen Tagen zeitweise mehr Strom aus Erneuerbaren erzeugt wird, als gerade benötigt wird.

Technologie-Partnerschaft von Siemens und SWW Wunsiedel

Die Elektrolyse-Anlage wird am Wunsiedler Energiepark in der Nähe des Batteriespeichers von Siemens errichtet, der bereits im Einsatz ist. „Dieses Projekt ist ein weiterer Baustein einer gelebten, erfolgreichen Technologiepartnerschaft von Siemens und der SWW Wunsiedel GmbH. Wir wollen lokal bereits jetzt verwirklichen, was in Deutschland bis zum Jahr 2050 angestrebt wird, nämlich eine vollständige Energiewende über alle Sektoren hinweg“, sagte Uwe Bartmann, CEO Siemens Deutschland und CEO Smart Infrastructure Regional Solutions & Services Deutschland.

Für die Die Region Nordbayern bedeutet das Projekt eine eigene „Wasserstoff-Quelle“. Aktuell muss das Gas für Endkunden angeliefert werden. Die Anlage soll außerdem dabei helfen, Netzengpässe zu entschärfen und Flexibilität für das Stromnetz bereitzustellen. Eine spätere, optionale Erweiterung mit einer öffentlichen Wasserstofftankstelle für Lkw und Busse ermöglicht die theoretische Umstellung des Schwerlastverkehrs und des ÖPNV auf CO2-freie Antriebstechnik.

„Grüner“ Wasserstoff – Made in Wunsiedel

Wird Wasserstoff durch Elektrolyse von Wasser aus ausschließlich erneuerbaren Energien hergestellt, spricht man von „grünem“ Wasserstoff.

Siemens Energy setzt in Wunsiedel einen Silyzer 300 ein. Diese Anlage verfügt über einen hohen Wirkungsgrad bei hohen Leistungsdichten sowie einen wartungsarmen und zuverlässigen Betrieb – ohne Chemikalien.

Genutzt wird das sogenannte PEM-Elektrolyseverfahren. Hierbei wird Wasser durch elektrischen Strom in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Der Name PEM ist abgeleitet von der protonenleitenden Membran, der sogenannten Proton-Exchange-Membrane. Sie ist durchlässig für Protonen, aber nicht für Gase wie Wasserstoff oder Sauerstoff. Damit übernimmt sie in einem elektrolytischen Prozess unter anderem die Funktion des Separators, der die Vermischung der Produktgase verhindert. Im Vergleich zur traditionellen Alkali-Elektrolyse ist die PEM-Technologie ideal geeignet, um fluktuierenden Wind- und Solarstrom aufzunehmen, da eine hoch dynamische Betriebsweise möglich ist.

„Der in der Produktion anfallende Sauerstoff und die Niedertemperaturabwärme werden erstmalig zur weiteren Nutzung für nahegelegene Industriebetriebe fest eingeplant“, sagt Marco Krasser, Geschäftsführer der SWW Wunsiedel GmbH.

In Summe ergebe sich dadurch eine im Sinne möglichst hoher Energieeffizienz einzigartige Anlage, da alle Medienströme einer Verwendung zugeführt würden. „Darüber hinaus ist die Elektrolyse ein wichtiger Baustein in der Umsetzung des ‚WUNsiedler Weg – Energie‘, bei dem wir nachhaltige Energienutzung und Klimaschutz in die Praxis umsetzen“, so Krasser. (wag)


Kontakt zu Siemens und SWW Wunsiedel

Siemens AG
Werner-von-Siemens-Straße 1
80333 München
Tel.: +49 89 6360 0
E-Mail: contact@siemens.com
Website: www.siemens.de

SWW Wunsiedel GmbH
Rot-Kreuz-Str. 6
95632 Wunsiedel
Tel.: +49 9232 8870
E-Mail: info@s-w-w.com
Website: www.s-w-w.com

Ebenfalls interessant:

Maschinenbau kann durch neue Technologien massiv CO2-Emissionen einsparen

Anzeige
Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Aktuelle Whitepaper aus der Industrie

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de