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Städte investieren vermehrt in E-Mobilität

Studie von Ernst & Young
Städte investieren vermehrt in E-Mobilität

E-Mobilität Städte EY Umfrage
Besonders reiche Städte investieren immer mehr in E-Mobilität, zeigt eine Studie von EY. Bild: Petair / stock.adobe.com
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Städte und Gemeinden in Deutschland treiben den Umstieg auf Elektromobilität voran: 74 Prozent der Städte haben laut einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) bereits in E-Mobilität investiert. Besonders in einen Bereich ist bislang das Geld der Kommunen geflossen. 

Dieser Bereich ist die städtische Fahrzeugflotte, in die 61 Prozent der Städte bislang investiert haben. Jede zweite Stadt hat Ladepunkte im öffentlichen Raum installiert. Zum Zeitpunkt sind etwa 17.000 Ladestationen in Deutschland installiert worden. Nur 16 Prozent der Städte haben bislang keinerlei Investitionen in E-Mobilität getätigt oder geplant. Für die Umfrage hat EY 300 deutsche Kommunen befragt und Einschätzungen von 30 führenden Unternehmen in der Immobilienwirtschaft in Deutschland eingeholt.

Baden-Württemberg, Hessen und Schleswig-Holstein sind Vorreiter

Bei der Umrüstung der städtischen Fahrzeuge liegen die baden-württembergischen, hessischen und schleswig-holsteinischen Kommunen vorn: Knapp drei von vier Städten sind mittlerweile von Verbrennern auf Elektro- oder Wasserstoff-Fahrzeuge umgestiegen. Hessen (73 Prozent), Baden-Württemberg (58 Prozent) und Bayern (55 Prozent) liegen bei der Installation von öffentlichen Ladepunkten vorn. Schlusslichter sich die Städte in Niedersachsen und Schleswig-Holstein (40 bzw. 27 Prozent).


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Laut Studie hält sich die deutsche Immobilienwirtschaft mit Investitionen zurück: Für 37 Prozent der Unternehmen aus der Immobilienwirtschaft hat „E-Mobilität-Infrastruktur“ aktuell eine hohe Bedeutung; 30 Prozent der Unternehmen aus der Immobilienwirtschaft kennen sich mit den Abrechnungs- und Ladesystemen für Elektrostationen gut aus, nur etwas mehr als ein Drittel schätzt die Notwendigkeit von Schnellladesystemen in Immobilien als hoch bzw. sehr hoch ein. Der Grund: 60 Prozent zweifeln daran, dass sich E-Autos am Markt durchsetzen werden.

Politik und Wirtschaft wollen E-Mobilität zum Durchbruch verhelfen

Für Prof. Dr. Bernhard Lorentz, EY-Partner und Leiter Government & Public Sector Deutschland, ist die Marschrichtung der Bundesregierung und der deutschen Autobranche klar: „Politik und Wirtschaft nehmen Milliardensummen in die Hand, um der Elektromobilität in Deutschland zum Erfolg zu verhelfen.“ Neue Modelle und erhöhte Kaufprämien dürften außerdem zu einem erheblichen Anstieg der Neuzulassung von Elektroautos führen.

EY schätzt, dass Ende 2019 etwa 300.000 Elektroautos und Plug-in-Hybride auf den deutschen Straßen unterwegs sein werden. 2020 soll die Zahl auf mehr als 500.000 steigen. Lorentz fordert daher, dass es von mehreren Seiten zu einem Investitionsschub kommt, denn „derzeit fehlt es noch an Ladestationen – sowohl in Wohn- als auch in Büro- beziehungsweise Gewerbeimmobilien“. Gefordert seien neben der Autoindustrie auch die Kommunen und in besonderem Maße die Immobilienwirtschaft.

E-Mobilität ist ohne die Immobilienwirtschaft nicht zu realisieren

„Ohne die Immobilienwirtschaft wird es nicht gelingen, der Elektromobilität in Deutschland rasch zum Durchbruch zu verhelfen“, sagt Oliver Schweizer, Partner bei EY Real Estate. Dazu müssten jetzt Lademöglichkeiten in gewerblichen und privaten Immobilien geschaffen werden, was nur gelingen könne, wenn sich die Immobilienwirtschaft stärker als bisher engagiere.

Die Zurückhaltung der Immobilienunternehmen habe vor allem mit deren Geschäftsmodell zu tun, sagt Schweizer: „Die Immobilienwirtschaft ist bei Themen, die nicht zum Kerngeschäft gehören, traditionell eher zurückhaltend.“ Schweizer rechnet damit, dass es erst zu einem Umdenken kommen wird, wenn Mieter und Käufer Druck ausüben. Allerdings zweifelt er daran, dass die öffentliche Hand, die Energiewirtschaft und die Automobilindustrie so lange warten können und wollen. Gemeinsam mit der Immobilienbranche müssten daher schnell auf deren Bedarf zugeschnittene Angebote und Förderprogramme entwickelt werden, ist sich Schweizer sicher.

Reiche Städte investieren deutlich mehr in E-Mobilität

Besonders große und wohlhabende deutsche Städte zeigen sich offen für E-Mobilität: 65 Prozent der Kommunen, die einen Haushaltsüberschuss erwirtschaften, geben an, Teile der städtischen Fahrzeugflotte auf einen emissionsfreien Antrieb umgerüstet zu haben. Bei den Kommunen, die ein Haushaltsdefizit ausweisen, liegt der Anteil bei 37 Prozent. Großstädte mit mehr als 200.000 Einwohnern liegen mit einem Anteil von 89 Prozent weit vorn – kleinere Kommunen mit bis zu 50.000 Einwohnern hinken mit einer Umstellungsquote von 56 Prozent deutlich hinterher. „Investitionen in Elektromobilität sind für Kommunen eindeutig auch eine Frage des Geldes – zudem sind Großstädte deutlich weiter als kleinere Kommunen“, sagt Lorentz.

89 Prozent der Städte mit mehr als 200.000 Einwohnern haben bereits Ladepunkte für E-Autos installiert – bei kleineren Kommunen (bis 50.000 Einwohner) ist der Anteil mit 47 Prozent nur etwa halb so groß.


Kontakt zu Ernst & Young

Ernst & Young GmbH
Flughafenstraße 61
70629 Stuttgart
Tel.: +49 711 98810
E-Mail: info@de.ey.com
Website: www.ey.com/de

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