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Konsortium von Volkswagen, Attestor und Pon Holdings will Mietwagen-Anbieter Europcar übernehmen

Mobilität
Volkswagen will Europcar übernehmen

Volkswagen Fahnen Übernahme Europcar
Volkswagen legt gemeinsam mit Attestor und Pon Holdings ein Übernahme-Angebot für Europcar vor.
Bild: Volkswagen

Volkswagen will zum führenden Anbieter individueller Mobilität im elektrischen und voll vernetzten Zeitalter werden. Der Wolfsburger Konzern wird gemeinsam mit dem Vermögensverwalter Attestor Limited und dem Mobilitäts-Anbieter Pon Holdings B.V. ein empfohlenes Übernahmeangebot für die Europcar Mobility Group vorlegen. Europcar ist laut Volkswagen der führende Mobilitätsdienst- und Mietwagenanbieter in Europa.

Europcar hat mehr als 3.500 Stationen in mehr als 140 Ländern sowie eine Flotte von mehr als 350.000 Fahrzeugen (Stand 2019). Jährlich bedient das Unternehmen mehr als fünf Millionen Kunden.

Die Mindestannahmeschwelle für das Übernahmeangebot liegt bei 67 Prozent. Anteilseigner, die zusammen 68 Prozent der Europcar Aktien halten, haben ihre Andienung bereits verbindlich zugesagt.

VW will mit Europcar-Übernahme Mobilitäts-Plattform aufbauen

Die geplante Übernahme von Europcar bietet Volkswagen die Möglichkeit, eine führende Mobilitäts-Plattform aufzubauen. Das schreibt der Konzern in einer Pressemitteilung.

Das Konsortium möchte Europcar transformieren und neue Mobilitäts-Lösungen anbieten. Damit will man die zunehmenden Kundennachfrage nach Services als Ergänzung zum eigenen Fahrzeug befriedigen.

Von Volkswagen heißt es, dass man zwar eine Mehrheitsbeteiligung an der gemeinsamen Holding halten werde, jedoch weder das Konsortium noch Europcar kontrollieren wolle. Der Aufsichtsrat der Volkswagen AG hat der vorgeschlagenen Transaktion bereits zugestimmt.

Europcar: Implizierte Unternehmenswert von 2,9 Mrd. Euro

Das Konsortium hat sich dem empfohlenen Übernahmeangebot von 0,50 Euro je Aktie für alle im Umlauf befindlichen Aktien der Europcar Mobility Group verpflichtet. Der Angebotspreis steigt jedoch auf 0,51 Euro pro Aktie, da mehr als 90 Prozent des Aktienkapitals und die Stimmrechte nach dem Übernahmeangebot übertragen werden.

Der Angebotspreis entspricht einem Aufschlag von 27 Prozent auf den Euronext Paris Schlusskurs von 0,39 Euro am 22. Juni 2021 – dem Tag, bevor das Vorhaben des Konsortiums öffentlich wurde. Dies entspricht einem implizierten Unternehmenswert von 2,9 Mrd. Euro.

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Zusätzlich zur gesetzlichen Annahmeschwelle von 50,1 Prozent unterliegt das Übernahmeangebot einer Mindest-Annahmeschwelle von 67 Prozent. Das Konsortium hat von Europcar Aktionären, die zusammen 68 Prozent der im Umlauf befindlichen Aktien halten, bereits verbindliche Zusagen zur Annahme des Angebots erhalten, einschließlich der 12,8 Prozent Aktienbesitz von Attestor.

Die französische Börsen-Aufsichtsbehörde AMF und die zuständigen Kartellbehörden müssen dem Angebot noch zustimmen. Es soll bis zum Ende des dritten Quartals 2021 eingereicht werden. Die Transaktion soll im vierten Quartal 2021 oder im ersten Quartal 2022 abgeschlossen sein.

Herbert Diess: Kunden wünschen sich neue Mobilitäts-Lösungen

VW-CEO Herbert Diess beobachtet, dass sich der Mobilitäts-Markt rasant verändert. „Kunden wünschen sich zunehmend neue, innovative ‚On-demand‘-Mobilitäts-Lösungen, beispielsweise Abo- oder Sharing-Modelle – als Alternative zum eigenen Auto.“

Der Aufbau einer Mobilitäts-Plattform sei daher ein wichtiger Eckpfeiler der New Auto Strategie des Konzerns bis 2030. Europcar verfüge über ein modernes Flottenmanagement und ein breites Netz von Stationen an Flughäfen, Bahnhöfen und in Innenstädten.

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Diess: „Das wird uns dabei helfen, unsere ambitionierten Ziele zum Ausbau von Mobilitäts-Dienstleistungen schneller zu erreichen. Gemeinsam mit unseren Konsortialpartnern Attestor und Pon werden wir das Geschäft von Europcar weiterentwickeln und um weitere, ausgewählte Services von Marken aus dem Volkswagen Konzern ergänzen.“

Jan-Christoph Peters, Gründer und Eigentümer von Attestor, sieht in Europcar aufgrund seiner Marktposition „das Potenzial, eine führende Plattform für individuelle Mobilität in Europa zu werden“.

Volkswagen verfolgt mit Europcar klare Pläne

Für die Transaktion hat das Konsortium die Beteiligungsgesellschaft „Green Mobility Holding S.A.“ gegründet. An ihr wird Volkswagen die Mehrheit halten.

Volkswagen versichert allerdings, die Green Mobility Holding nicht kontrollieren zu wollen. Dies gewährleiste eine ausgewogene Governance-Struktur. Somit würden weder die Green Mobility Holding noch Europcar im Volkswagen Konzern konsolidiert. Jegliche Interaktion mit der Green Mobility Holding und Europcar werde zu üblichen Marktbedingungen stattfinden.

„Durch die Partnerschaft mit bedeutenden Branchenexperten werden wir die Transformation des Volkswagen Konzerns in ein weltweit führendes Mobility-Tech-Unternehmen weiter beschleunigen“, ist sich Diess sicher. (wag)


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