Neuzulassungsstatistik

Faherassistenzsysteme immer beliebter

Fahrerassistenzsysteme
Parkassistenzsysteme liegen in Deutschland auf dem ersten Platz der Auswertung. Auf Platz zwei der Rangliste: automatische Notbremssysteme. Sie helfen im Falle eines drohenden Auffahrunfalls diesen zu verhindern oder die Folgen abzuschwächen. Bild: Bosch
Anzeige
Ob ferngesteuertes Einparken, automatisches Spurhalten oder Müdigkeitserkennung: Wer heute ein neues Fahrzeug kauft, will auf viele dieser Features nicht mehr verzichten. Die Ausstattungsraten für Fahrerassistenzsysteme steigen stetig an. „Immer mehr Autokäufer legen Wert darauf, dass das Auto mitdenkt und manchmal sogar mitlenkt“, kommentiert Bosch-Geschäftsführer Dr. Dirk Hoheisel. Das Überraschende: Schlaue Parkhelfer seien nicht etwa in Premium-Fahrzeugen serienmäßig am häufigsten zu finden. Weit gefehlt: Kompakt- und Mittelklasse-Autos seien hier besser ausgestattet.

Das hat eine Bosch-Auswertung der Neuzulassungsstatistik 2017 gezeigt. Parkpiepser, Parkassistent oder Rückfahrkamera: 55 Prozent der neu zugelassenen Kompakt- und Mittelklasse-Pkw in Deutschland sind mit mindestens einem Parkassistenzsystem serienmäßig ausgestattet. Bei den Premiumfahrzeugen hingegen hat nur etwa jedes vierte Fahrzeug einen der Parkhelfer serienmäßig unter der Haube. Insgesamt haben 45 Prozent der neu zugelassenen Pkw über alle Fahrzeugklassen hinweg mindestens ein Parkassistenzsystem als Serienausstattung.

EU will Notbremsassistenten zur Pflicht machen

Parkassistenzsysteme liegen in Deutschland auf dem ersten Platz der Auswertung. Auf Platz zwei der Rangliste: automatische Notbremssysteme. Sie helfen im Falle eines drohenden Auffahrunfalls diesen zu verhindern oder die Folgen abzuschwächen. „Fahrerassistenzsysteme sind nicht nur nette Gadgets, die das Fahren komfortabler machen – sie können Leben retten“, erklärt Hoheisel. Die Europäische Union bereitet deshalb momentan eine Gesetzgebung für den verpflichtenden Einbau von Notbremsassistenten vor, nach der voraussichtlich ab 2022 alle neuen Fahrzeugmodelle ein solches System an Bord haben müssen.

Das „World Forum for Harmonization of Vehicle Regulations“ in der entsprechenden Organisation der Vereinten Nationen (UNECE) hat dafür mit der Erarbeitung einer Vorschrift die Voraussetzungen geschaffen. Nach der Empfehlung des Gremiums sollen zukünftig nur noch Pkw mit Notbremsassistent in der EU und in weiteren Ländern auf den Markt kommen. Notbremsassistenten könnten nach Schätzungen der UN-Wirtschaftskommission für Europa jedes Jahr 1 000 Menschenleben in der EU retten. 2017 waren bereits 54 Prozent der neu zugelassenen Pkw in Deutschland mit solch einem System ausgestattet. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 hatten nur 38 Prozent der Neuwagen einen Notbremsassistenten an Bord.

Was die Auswertung der Neuzulassungsstatistik aus dem Jahr 2017 ebenfalls gezeigt hat: Neben Park- und Bremsassistenzsystemen sind Müdigkeitserkennung sowie Spurassistenzfunktionen eine immer größere Selbstverständlichkeit. So erkennt fast jeder zweite neu zugelassene Pkw einen müden Fahrer und bei mehr als jedem dritten Personenwagen ist mindestens ein Spurassistenzsystem Teil der Ausstattung. Knapp ein Viertel der Autos verfügt über eine adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung (ACC). Der teilautomatisierte Stauassistent unterstützt bereits bei neun Prozent der Neuwagen in Deutschland den Autofahrer im stressigen Stau. Dabei folgt das Auto automatisch seinem Vordermann, übernimmt das Anfahren und Beschleunigen ebenso wie das Bremsen und Lenken innerhalb der eigenen Fahrspur.

Fahrerassistenzsysteme werden in Europa immer beliebter

Doch nicht nur die deutschen Autokäufer vertrauen immer häufiger auf elektronische Helfer, die das Fahren sicherer und komfortabler machen. Auch in anderen europäischen Ländern setzen sich Parkassistenten und automatische Notbremssysteme immer stärker durch. So sind etwa Parkhelfer besonders bei den Franzosen beliebt. Im internationalen Vergleich liegt Frankreich mit einem Ausrüstungsanteil von 85 Prozent vorne, Italien belegt mit 44 Prozent den hinteren Platz. Bei den automatischen Notbremssystemen liegt Belgien mit 54 Prozent gleichauf mit Deutschland. 45 Prozent der niederländischen Neuwagen haben ebenfalls ein solches System verbaut, in Italien hingegen sind es 30 Prozent, in Russland bislang nur sechs Prozent.

Fahrerassistenzsysteme behalten den Überblick in komplexen Situationen und helfen dabei, Unfälle zu vermeiden oder sogar Leben zu retten. Aus diesem Grund entwickelt Bosch ein immer breiteres Angebot an Fahrerassistenzsystemen, die Verkehrsteilnehmer schützen und die Fahrer entlasten. Mit der konsequenten technischen Weiterentwicklung von Fahrerassistenzsystemen schafft Bosch zudem die technische Basis für das automatisierte Fahren in der Zukunft. Mit dieser Expertise ist das Unternehmen bereits heute Innovationsführer in vielen Schlüsselbereichen des automatisierten Fahrens, von der Umfeldsensorik über die künstliche Intelligenz bis hin zur elektronischen Steuerung von Bremsen, Antrieb und Lenkung.

Bosch-Auswertung auf Basis der Pkw-Neuzulassungsstatistik 2017

2017 sind in Deutschland laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 3,44 Millionen Pkw neu zugelassen worden. Ausgehend von Daten des Marktanalyse-Unternehmens JATO Dynamics hat Bosch analysiert, mit welchen Fahrerassistenzsystemen Neuwagen in den Ländern Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Italien, Belgien, Niederlande und Russland ausgestattet sind. Bosch untersucht seit 2013 die Entwicklung der Ausrüstungsraten für Fahrerassistenzsysteme. (ig)

Ebenfalls interessant:

Strategien zur Pre-Crash-Auslösung von Airbags

In der KI hat Europa riesigen Nachholbedarf

Anzeige

Smarte Maschinen im Einsatz

Konferenz „Smarte Maschinen im Einsatz – Künstliche Intelligenz in Unternehmen“ am 15. Oktober 2019

Konradin Industrie

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Aktuelle Whitepaper aus der Industrie

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de