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Mehrheit steht automatisiertem Fahren skeptisch gegenüber

Studie des VDI
Mehrheit steht automatisiertem Fahren skeptisch gegenüber

Automatisiertes Fahren VDI Studie Smart City
Auf dem Weg zur Smart City spielt das automatisierte Fahren eine große Rolle. Die Mehrheit der Bevölkerung ist vom Konzept allerdings nicht überzeugt. Bild: Mrsuchat / stock.adobe.com
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Ohne gesellschaftliche Aufklärung wird das automatisierte Fahren scheitern. Dieser Ansicht ist der Präsident des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), Volker Kefer. Nach einer aktuellen Studie des VDI steht die Bevölkerung dem Konzept des automatisierten Fahrens skeptisch gegenüber.

Dabei kommt die Studie mit dem Titel „Automatisiertes Fahren in der Smart City“ zu einem positiven Ergebnis, wenn es um automatisiertes Fahren geht. Klimaschutz, Verkehrssicherheit, Verkehrskonzepte – all das soll sich verbessern. Doch ohne eine „breite gesellschaftliche Akzeptanz“ werde es in Zukunft nichts mit dem Einsatz automatisierter Fahrzeuge, sagt VDI-Präsident Volker Kefer. „Wenn die gesellschaftliche Aufklärung und Information über tatsächliche Chancen und Risiken fehlt, wird das automatisierte Fahren scheitern.“

Ein zentrales Ergebnis der Studie: Die Bevölkerung unterschätzt die Potenziale für das Klima, die das automatisierte Fahren mit sich bringt. Von den 1.000 befragten Bundesbürgern gehen 42 Prozent davon aus, dass der CO2-Ausstoß durch selbstfahrende Fahrzeuge verringert werden kann. Und die Mehrheit (61 Prozent) geht auch davon aus, dass automatisiertes Fahren keine Vorteile für den Geldbeutel bringt, etwa durch geringeren Kraftstoffverbrauch.

Laut Studie könnten 15 Prozent Kraftstoff eingespart werden

Doch die Einsparungen beim Kraftstoff sind nicht zu unterschätzen. Die Studie geht davon aus, dass – je nach Fahrweise und Fahrer – 15 Prozent und mehr Kraftstoff eingespart werden könnte. Dies sei durch intelligente Routenführung und dynamische Anpassung der Geschwindigkeit möglich. In den Städten von Morgen wird das Fahrverhalten gezielt optimiert, etwa im Stop-and-Go-Verkehr oder beim Anfahren. Alles Verkehrssituationen, in denen der Kraftstoffverbrauch hoch ist.

Die Studie geht außerdem von einer erhöhten Verkehrssicherheit aus. Ebenfalls ein Punkt, an dem knapp die Hälfte der Befragten zweifelt. Dabei kommen mehrere Studien zum Ergebnis, dass 91 Prozent der Unfälle auf deutschen Straßen auf menschliches Fehlverhalten zurückgehen. Der VDI empfiehlt hier den vermehrten Einsatz von Antiblockiersystemen (ABS), elektronischen Stabilitätsprogrammen (ESP) oder Abstandsregeltempomaten.

Jüngere Generation geht von Sicherheitsgewinn aus

Insgesamt glauben 51 Prozent, dass automatisiertes Fahren einen Sicherheitsgewinn mit sich bringt. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es 73 Prozent. Der VDI geht davon aus, dass diese Einschätzung unter anderem mit der Angst vor Hacker-Angriffen zusammenhängen könnte. Denn acht von zehn Befragten stimmten der These zu, dass automatisierte Fahrzeuge das Ziel von Hacker-Angriffen sein könnten.

Zwei Drittel lehnen fahrerlosen ÖPNV ab

Die dritte zentrale Erkenntnis der Studie: 68 Prozent sprechen sich gegen einen fahrerlosen Nahverkehr aus. Hierbei zeigen sich besonders die Befragten ab 60 Jahren kritisch. „Fahrerlose Fahrzeuge benötigen nach wie vor Ausnahmegenehmigungen und werden in der Regel nur mit einer Begleitperson bzw. Sicherheitsfahrer betrieben“, sagt Lutz Eckstein, Vorsitzender der VDI-Gesellschaft Fahrzeug- und Verkehrstechnik. Mittelfristig werde der Sicherheitsfahrer jedoch in einer Leitwarte sitzen und für mehrere Fahrzeuge zuständig sein. Ganz nach dem Vorbild von Fluglotsen.

Bürger beim automatisierten Fahren stärker einbinden

„Wir brauchen Öffentlichkeitsarbeit, Bürgerdialoge und Beteiligungsmöglichkeiten, bei denen Bürger aktiv bei der Ausgestaltung der Mobilität in der Smart City eingebunden werden“, sagt Kefer. Nur so könne man erreichen, dass neue Technologien von den Bürgern mitgetragen werden. Zusätzlich könne man so sicherstellen, dass der technische Fortschritt allen zugute kommt. (wag)


Kontakt zum VDI

VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V.
VDI-Platz 1
40468 Düsseldorf
Tel.: +49 211 6214 0
E-Mail: vdi@vdi.de
Website: www.vdi.de

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