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Verbraucher wollen alternative Antriebe, haben aber Bedenken

Deloitte-Studie
Jeder zweite Deutsche würde ein Auto mit Alternativantrieb kaufen

Alternative Antriebe Deloitte Studie ALDECAstudio Adobe Stock
Jeder zweite Deutsche bevorzugt alternative Antriebsformen beim nächsten Autokauf, zeigt eine Studie von Deloitte. Bild: ALDECAstudio / stock.adobe.com
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Beim nächsten Autokauf soll es eines mit alternativem Antrieb werden: Immer mehr Menschen planen einen Umstieg vom Verbrenner auf ein Auto, das weniger direkte Emissionen verursacht. Zu diesem Ergebnis kommt die „Deloitte Global Automotive Consumer Study 2020″. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) der deutschen Befragten bevorzugt demnach einen Antrieb wie Hybrid, Elektro, Ethanol, Erdgas oder Brennstoffzelle.

In der Studie des vergangenen Jahres hatten lediglich 37 Prozent den Kauf eines alternativen Antriebs in Betracht gezogen. Besonders beliebt sind elektrische Hybride, deren Kauf sich 31 Prozent der Verbraucher vorstellen können.

„Die Hersteller machen entscheidende Fortschritte in der Entwicklung alternativer Antriebe, sie steigern die Reichweite bei gleichzeitig tendenziell sinkenden Anschaffungskosten“, sagt Thomas Schiller, Leiter Automobilindustrie bei Deloitte. Diese Entwicklung mache solche Fahrzeuge zwar attraktiver, entspreche jedoch noch nicht dem, was sich die Verbraucher erwarten. Die Umweltdebatte führe außerdem zu einer wachsenden Nachfrage nach alternativen Antrieben.

„Mit Ausnahme der chinesischen Konsumenten, wo die Subventionen für E-Fahrzeuge gekürzt wurden, wenden sich Autokäufer weltweit zunehmend von Verbrennungsmotoren ab. Unsere Prognosen zeigen, dass sich der Marktanteil von hybriden und elektrischen Fahrzeugen in der EU bis 2026 verdreifachen wird“, so Schiller.

E-Autos: Sauberes Image, geringen Ladekosten

Niedrigere direkte Emissionen sind der Hauptgrund für die Entscheidung für ein Hybrid- oder Elektroauto. Im Vergleich zu klassischen Antrieben schneiden reine E-Autos bei mehr als der Hälfte der Verbraucher in puncto Umweltfreundlichkeit besser oder sehr viel besser ab. Einen weiteren Vorteil sehen 40 Prozent der Deutschen darin, dass das Laden günstiger ist als das Tanken.

Würden Verbraucher für Elektroautos mehr Geld ausgeben?

Viele wünschen sich ein Elektrofahrzeug. Allerdings ist die Bereitschaft, dafür auch mehr zu bezahlen, nicht sehr ausgeprägt. Etwa 40 Prozent (Generation Y und Z: 52 Prozent) der Befragten sind bereit, einen Aufschlag von bis zu 2.500 Euro zu zahlen. Die persönliche Schmerzgrenze liegt für 17 Prozent im Bereich von 800 bis 2.500 Euro. 13 Prozent würden einen Aufpreis von 400 bis 800 Euro akzeptieren. 11 Prozent wären bereit, Mehrkosten von 400 Euro in Kauf zu nehmen.

43 Prozent aller Befragten schließen gänzlich aus, mehr für ein elektrisch betriebenes Fahrzeug auszugeben.

Ein großes Hindernis für viele Verbraucher ist der hohe Anschaffungs- und Leasingpreis. Zwei Drittel der Verbraucher befürchten, dass es mehr als drei Jahre dauern würde, bis sich der Aufpreis eines elektrischen Fahrzeugs rechnet. Die meisten Verbraucher (41 Prozent) wären bereit, zwischen 15.000 und 30.000 Euro für ein Hybrid- oder Elektroauto auszugeben.

Gewünschte Reichweite achtmal höher als tatsächlicher Bedarf

Für die Befragten bleibt der Hauptkritikpunkt die Reichweite, die 76 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Antrieben als schlechter bewerten. Die Erwartungen sind dabei hoch: 88 Prozent wünschen sich eine Reichweite von mindestens 320 Kilometern. Das entspricht der achtfache Strecke von 40 Kilometern, die ein Autofahrer heute durchschnittlich pro Tag zurücklegt. Damit sind die Deutschen gemeinsam mit den Österreichern weltweit die anspruchsvollsten.

Ein weiteres Hemmnis: Die Ladeinfrastruktur

Für viele Verbraucher ist auch die Ladeinfrastruktur ein Problem. Weniger als die Hälfte der Befragten verfügt über die technischen Voraussetzungen, das eigene Fahrzeug zu Hause zu laden. „Das zwingt viele E-Autofahrer, sich auf die öffentliche Infrastruktur zu verlassen, die jedoch nach wie vor nicht ausreichend vorhanden ist“, merkt Schiller an.

Schiller sieht hier Politik und Wirtschaft in der Bringschuld. Hier müsse schneller und entschlossener gehandelt werden. „Für die Hersteller wäre es sinnvoll, die Nachfrage durch attraktivere Preise anzuregen und die Technologie hinsichtlich Ladezeiten und Reichweiten weiter zu optimieren. Aufseiten der Politik braucht es neben verbesserten rechtlichen Rahmenbedingungen finanzielle Anreize und Förderungen für den Aufbau einer flächendeckenden öffentlichen Ladeinfrastruktur“, so Schiller. (wag)


Kontakt zu Deloitte

Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Rosenheimer Platz 4
81669 München
Tel.: +49 89 2903 60
E-Mail: kontakt@deloitte.de
Website: www.deloitte.de

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