Bosch-Forschung

eFuels sollen fester Bestandteil des Mobilitätsmix werden

eFuels Bosch Zapfsäule
Noch ist die Herstellung von synthetischen Kraftstoffen teuer. Mit dem Aufbau größerer Produktionskapazitäten sowie sinkender Kosten für die Erzeugung erneuerbaren Stroms werden eFuels deutlich günstiger, verspricht Bosch. Bild: Bosch
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Um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen, müssen die fossilen CO2-Emissionen des Verkehrs in den kommenden Jahren in Richtung Null gesenkt werden. Das Stuttgarter Unternehmen Bosch ist sich sicher, dass man diese Ziele mit synthetischen Kraftstoffen, so genannten eFuels, erreichen kann. Jetzt hat das Unternehmen sieben Gründe veröffentlicht, warum eFuels zum Mobilitätsmix der Zukunft gehören.

Zeit: Technisch ist es bereits möglich, synthetische Kraftstoffe herzustellen: Mit Strom aus erneuerbaren Energien wird aus Wasser zunächst Wasserstoff produziert. Zudem wird Kohlenstoff benötigt. Aus CO₂ und H₂ gewinnt man anschließend synthetische Kraftstoffe – also Benzin, Diesel, Gas oder Kerosin. Die Produktionsverfahren sind etabliert. Die Kapazitäten müssen aber rasch ausgebaut werden, um den Bedarf zu decken. Investitionsanreize ließen sich durch Kraftstoffquoten, die Anrechnung von CO₂-Einsparungen durch eFuels auf den Flottenverbrauch und langfristige Planungssicherheit schaffen.

Klimaneutralität: eFuels werden ausschließlich mit erneuerbaren Energien erzeugt. Zudem stammt das in der Herstellung verwendete CO₂ idealerweise aus der Umgebungsluft. Damit wird das Treibhausgas zum Rohstoff. Es entsteht ein Kreislauf: Das auch bei der Verbrennung von eFuels entstehende und ausgestoßene CO₂ kann sozusagen wiederverwertet und für die Herstellung neuen eFuels genutzt werden. So sind mit synthetischem Kraftstoff betriebene Fahrzeuge klimaneutral unterwegs.

Infrastruktur und Antriebstechnik: eFuels, die zum Beispiel im Fischer-Tropsch-Prozess hergestellt wurden, können in bestehenden Infrastrukturen und aktuellen Motoren genutzt werden. Experten sprechen dann von „drop-in“ eFuels. Sie wirken unmittelbar im Bestand und somit schneller als es bei einer Erneuerung von Infrastruktur und Fahrzeugen möglich wäre. Sie können auch herkömmlichem Kraftstoff beigemischt werden und damit bereits zur CO₂-Senkung in der bestehenden Fahrzeugflotte beitragen, wenn sie noch nicht flächendeckend hergestellt werden können. Synthetisch hergestelltes Benzin bringt selbst Oldtimer zum Fahren – es bleibt von den chemischen Strukturen und grundsätzlichen Eigenschaften nach wie vor Benzin.

Visualisierung eFuels Bosch
Aus der Grundlagenforschung sind eFuels längst heraus. Technisch ist es schon heute möglich, synthetische Kraftstoffe herzustellen. Bild: Bosch

Kosten: Noch ist die Herstellung synthetischer Kraftstoffe teuer. Mit dem Aufbau größerer Produktionskapazitäten sowie sinkender Kosten für die Erzeugung erneuerbaren Stroms werden eFuels deutlich günstiger. Bis 2030 sollen reine Kraftstoffkosten von 1,20 bis 1,40 Euro pro Liter realisierbar (exklusive Steuer) sein, bis 2050 sogar nur noch Kosten um einen Euro. Der Kostennachteil im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen ließe sich deutlich verringern, wenn der Umweltvorteil von eFuels einen Wert erhielte. Dass die bestehende Infrastruktur und Fahrzeugtechnik verwendet werden kann, ist ein Vorteil gegenüber anderen alternativen Antriebsarten.

Einsatzmöglichkeiten: Selbst wenn alle Autos und Lkw eines Tages Batterie-elektrisch oder mit Brennstoffzelle fahren: Flugzeuge, Schiffe und Teile des Güterschwerverkehrs werden auch künftig mit herkömmlichen Kraftstoffen unterwegs sein. Verbrennungsmotoren, die mit CO₂-neutralen synthetischen Kraftstoffen betrieben werden, sind deshalb unerlässlich.

Ressourcen: Tank oder Teller? Diese Frage stellt sich bei synthetischen, strombasierten Kraftstoffen nicht. Innovative Biokraftstoffe, die zum Beispiel aus Abfallstoffen gewonnen werden, sind sinnvoll, jedoch nicht unbegrenzt verfügbar. Mit erneuerbarem Strom lassen sich eFuels ohne Mengenbegrenzung herstellen. Der zur Herstellung erforderliche Bedarf an erneuerbaren Energien kann weltweit generiert werden, da Speicherung und Transport einfach möglich sind.

Speicherung und Transport: Synthetische Kraftstoffe werden mit erneuerbarer Energie hergestellt. Sie liegen anschließend in Form von Gas oder Flüssigkeit vor. Insofern ist es mit eFuels möglich, große Mengen erneuerbarer Energie zu speichern und günstig auch weltweit zu transportieren. Unregelmäßigkeiten der Sonnen- oder Windenergie sowie regionale Restriktionen beim Ausbau erneuerbarer Energien ließen sich damit begegnen. Das ist auch interessant für die Frage der Wirkungsgrade: Der Wirkungsgrad eines Elektrofahrzeugs der Kompaktklasse, das in Deutschland mit regenerativem Strom aus Deutschland geladen wird, liegt bei etwa 60 bis 70 Prozent. Kommt der Strom aus entfernteren Regionen und muss für den Transport zunächst in einen chemischen Energieträger umgewandelt und anschließend wieder rückverstromt werden, sinkt der Wirkungsgrad auf 20 bis 25 Prozent. Das entspricht dem eines mit eFuels betriebenen Fahrzeugs. (wag)


Kontakt zu Bosch

Robert Bosch GmbH
Robert-Bosch-Platz 1
70839 Gerlingen-Schillerhöhe
Tel.: +49 711 400 40990
E-Mail: kontakt@bosch.de
Website: www.bosch.de

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