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"HySupply" untersucht Wasserstoff-Wertschöpfungskette zwischen Deutschland und Australien

Wasserstoff
„HySupply“ untersucht Wasserstoff-Wertschöpfungskette zwischen zwei Industriestaaten

Solarzellen und Windräder: Erneuerbare Energien sollen bei der Erzeugung von Wasserstoff helfen.
Mit erneuerbaren Energien aus Australien und deutscher Technologie kann grüner Wasserstoff hergestellt werden.
Bild: adrian_ilie825/ stock.adobe.com

Ist eine Wertschöpfungskette von erneuerbarem Wasserstoff zwischen zwei Industriestaaten realisierbar und wenn ja – wie? Das wollen Fachleute aus Deutschland und Australien im Projekt „HySupply“ untersuchen. Die Erkenntnisse sollen den Grundstein für die Entwicklung eines globalen Wasserstoff-Markts legen, schreibt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) in einer Pressemitteilung.

Vor drei Monaten haben Deutschland und Australien eine Absichtserklärung unterschrieben, jetzt startet das Kooperationsprojekt „HySupply“ zwischen acatech und dem BDI in Zusammenarbeit mit einem australischen Konsortium unter der Leitung der University of New South Wales in Sydney (UNSW).

In dem Projekt erschließen die Fachleute in den nächsten beiden Jahren Neuland: Sie untersuchen erstmalig, ob eine Wertschöpfungskette von erneuerbarem Wasserstoff zwischen zwei Industriestaaten realisierbar ist. Das langfristige Ziel: Die Errichtung eines globalen Wasserstoff-Markts. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit mehr als 1,7 Millionen Euro gefördert.

Zusammenarbeit bei „HySupply“ eine Win-Win-Situation

Um seine Klimaziele erreichen zu können, muss Deutschland in Zukunft klimaneutrale Energieträger importieren. Dabei könnte erneuerbarer Wasserstoff aus Australien ein wichtiger Baustein sein, schreibt der BDI. Im Land sei ein immenses Potenzial für die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen sowie Know-how und Infrastrukturen für den Export von Rohstoffen vorhanden.

Deutschland steuere seine Marktführer-Expertise bei der Elektrolyse – also der Spaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff – bei. Bei einer Zusammenarbeit könne es sich deshalb um eine Win-Win-Situation handeln: Der Export von Wasserstoff-Technologien bietet große industriepolitische Potenziale für Deutschland. Australien könnte durch den Wasserstoff-Export zusätzliche Wertschöpfung generieren.

Holger Lösch und Robert Schlögl leiten „HySupply“

Die Projektleitung von „HySupply“ liegt auf deutscher Seite bei Holger Lösch (stellvertretender BDI-Hauptgeschäftsführer) und Robert Schlögl (Direktor des Fritz-Haber-Instituts der Max-Planck-Gesellschaft und acatech-Mitglied).

Lösch sieht in „HySupply“ einen Meilenstein für Deutschland als Technologie-Standort. „Es trägt dazu bei, dass wir künftig klimaneutralen Wasserstoff zu wettbewerbsfähigen Preisen importieren können“, so Lösch. Außerdem ermögliche das Projekt der Bundesrepublik, im Wasserstoff-Markt die Technologie-Führerschaft zu übernehmen.

„Mit Wasserstoff können wir die Energie der australischen Sonne in Tanker packen und nach Deutschland holen. Jetzt wollen wir untersuchen, wie das im großen Stil und über lange Distanzen machbar ist“, fügt Schlögl hinzu. Dazu müssen noch einige Forschungsfragen geklärt werden. Gelinge dies, gewinne man mit Australien einen starken Partner.

Iain MacGill: Wasserstoff-Lieferkette verbindet Stärken beider Länder

Das australische Konsortium wird von Iain MacGill geleitet. „Australiens Potenziale für erneuerbare Energien sowie das Know-how im Energieexport und beim Aufbau von Infrastrukturen treffen auf Deutschlands Importbedarfe und herausragende Expertise im Maschinen- und Anlagenbau“, sagt der außerordentlicher Professor an der UNSW.

Für MacGill ergebe sich daraus eine ideale Gelegenheit, „die Stärken und Interessen beider Länder durch eine Partnerschaft für eine Wasserstoff-Lieferkette zu verbinden“.  Mit der „HySupply“-Studie wolle man jetzt die Fragen beantworten, die noch offen sind.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hält grünen Wasserstoff für den Energieträger der Zukunft. Deutschland müsse deshalb jetzt die Weichen stellen für internationale grüne Wasserstoff-Partnerschaften. „Dadurch verschaffen wir deutschen Unternehmen frühzeitig Zugang zu Importquellen von grünem Wasserstoff und Absatzmärkten für Wasserstofftechnologien ‚made in Germany'“, so die Ministerin. (wag)


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Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI)
Breite Straße 29
10178 Berlin
Tel.: +49 30 2028 0
E-Mail: info@bdi.eu
Internet: www.bdi.eu

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