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Die Initiative AquaVentus engagiert sich für die großskalige Produktion von Wasserstoff mit Hilfe klimafreundlicher Technologien

Initiative AquaVentus
Eine Million Tonnen grüner Wasserstoff pro Jahr

AquaVentus, Wasserstoff, Windenergie
Die Entwicklung von Offshore-Windenergieanlagen mit integrierter Wasserstofferzeugung ist lediglich ein Teilprojekt der Initiative AquaVentus zur Erzeugung grünen Wasserstoffs. Bild: malp/stock.adobe.com

Als emissionsfreie Alternative zu Erdöl ist grüner Wasserstoff zentral für die Energiewende. Die Initiative AquaVentus sieht vor, mit klimafreundlicher Wasserstofftechnologie weltweit Signale zu setzen. Mit Helgoland in der Deutschen Bucht verfügt sie über ein optimales Reallabor, um die Ziele der deutschen und europäischen Wasserstoffstrategie nachhaltig zu erreichen.

Grüner Wasserstoff wird durch Elektrolyseverfahren gewonnen, deren Energiebedarf komplett aus regenerativen Energien wie Sonnen- oder Windenergie gedeckt wird. Ein Beispiel für die großskalige Produktion grünen Wasserstoffs aus Windkraft entsteht aktuell vor der deutschen Nordseeküste. Hier treibt der Förderverein AquaVentus ein zukunftsträchtiges Vorhaben voran. Bis zum Jahr 2035 sollen mit Offshore-Windenergie 10 Gigawatt Erzeugerleistung generiert werden.

Diese Energie wird den Betrieb der ebenfalls auf See entstehenden Elektrolyseanlagen für die Produktion von grünem Wasserstoff sicherstellen. Wenn alles nach Plan läuft, werden zwischen Helgoland und der Doggerbank in naher Zukunft bis zu einer Million Tonnen grünen Wasserstoffs pro Jahr erzeugt, der dann über ebenfalls neu entstehende Pipelines an Land transportiert wird.

An der Initiative sind international führende Unternehmen und Forschungseinrichtungen beteiligt. Es umfasst zahlreiche Teilprojekte entlang der Wertschöpfungskette von der Herstellung von Wasserstoff in der Nordsee bis zum Transport zu Abnehmern auf dem Festland. Diese aufeinander abgestimmten Konsortien synchronisieren Bedarf und Erzeugung und sollen so einen zügigen Markthochlauf ermöglichen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • die Entwicklung von Offshore-Windenergieanlagen mit integrierter Wasserstofferzeugung (AquaPrimus),
  • eines großskaligen Offshore-Wasserstoff-Parks (AquaSector),
  • einer zentralen Abnahmepipeline (AquaDuctus),
  • Hafeninfrastrukturen und Transportketten (AquaPortus),
  • maritime wasserstoffbasierte Anwendungen (AquaNavis)
  • sowie eine Forschungsplattform (AquaCampus)

AquaPortus: BMBF fördert TransHyDE-Projekt Helgoland mit bis zu 12,48 Mio. Euro

Im Oktber 2021 erhielt das TransHyde-Projekt Helgoland eine Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Höhe von 12,48 Mio. Euro. Das Projekt ist Teil der breitaufgestellten AquaVentus-Initiative, in der unter dem Namen AquaPortus alle Wasserstoff-Aktivitäten rund um den Helgoländer Südhafen gebündelt sind. TransHyde Helgoland befasst sich mit dem Aufbau einer Wasserstoff-Transportkette aus dem Offshore-Bereich bei Helgoland über die Häfen zu den Wasserstoffverbrauchern auf dem Festland. Dafür werden unter anderem Technologien für die Speicherung und den Transport von grünem Wasserstoff in organischen Trägerflüssigkeiten, LOHCs – liquid organic hydrogen carriers, erforscht und entwickelt. 

Zunächst werden Grundlagen für erste Pilot- und Insellösungen der LOHC-Verwendung entwickelt, die dann im Demonstrator-Maßstab umgesetzt werden. Verschiedene Anwendungsmöglichkeiten und Szenarien sollen in der Forschungs- und Entwicklungsphase beleuchtet, verglichen und bewertet werden. Das Ziel ist eine konkrete Umsetzungsplanung für die großskalige Implementierung der Wasserstoffumwandlung, -speicherung und -verwertung sowohl auf Helgoland als auch am Festland sowie die Untersuchung großvolumiger, überregionaler Transportketten auf Basis von LOHC. Darüber hinaus seien neben den Arbeiten auf Helgoland und dem Festland umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen durch das Fraunhofer IFAM geplant, um Wasserstoff in Form von LOHC zu speichern und zu transportieren.

Der Weg zu grünem Wasserstoff aus Windenergie ist steinig

Doch die Hürden zur Gewinnung von grünem Wasserstoff sind hoch: Die acht Branchenverbände und -organisationen

  • BWO-Bundesverband der Windparkbetreiber Offshore
  • DWV-Deutscher Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband
  • EEHH-Erneuerbare Energien Hamburg
  • EE.SH-Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig Holstein
  • IG Metall Küste
  • Stiftung Offshore-Windenergie
  • WAB e.V – Branchennetzwerk für Windenergie
  • und der AquaVentus Förderverein

haben im September 2021 ihre „Agenda für eine ambitionierte Offshore-Wasserstofferzeugung“ vorgestellt. Die Organisationen möchten der Bundesregierung konkrete Vorschläge mit auf den Weg geben, wie ein beschleunigter Markthochlauf der angestrebten Wasserstoffwirtschaft am besten gelingen kann, unter anderem verweisen sie auf folgendes:

  • Es müssten mehr und größere Flächen für die sogenannte sonstige Energiegewinnung ausgeschrieben werden und das am besten technologiespezifisch für die Elektrolyse. Das Areal, das es zur sonstigen Energiegewinnung bisher in der deutschen Nordsee gibt (Sen-1), fasse gerade einmal eine Kapazität von knapp 300 Megawatt Leistung. Das sei zu wenig, um Wasserstoff im groß industriellen Maßstab erzeugen zu können.
  • Flexiblere Offshore-Leitungen müssten geschaffen werden.
  • H2-Offshore-Netze sollten überhaupt möglich gemacht werden.
  • Verbindliche Ausbauziele, wie bei Photovoltaik und Onshore-Wind, würden mehr Sicherheit für Investitionen bieten.
  • Eine Wasserstoffsammelpipeline sollte in der Raumordnung der Nordsee erlaubt werden.
  • Genehmigungsbedingungen für Elektrolyseure müssten konkreter gefasst und grüner Wasserstoff müsse insgesamt wettbewerbsfähig gemacht werden.

Über die Initiative AquaVentus

Über den Ausbau der Erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung hinaus, eröffnet AquaVentus Entwicklungschancen für die Energiewirtschaft, für eine CO2-freie Industrie, den Anlagenbau, den maritimen Sektor, für Chemie, Mobilität und Logistik.

Getrieben wird die Initiative von einer starken Projektfamilie: Der Förderverein setzt sich zusammen aus Organisationen und Forschungseinrichtungen sowie international führenden Unternehmen, die mit der Erzeugung von grünem Wasserstoff auf See ein neues Zeitalter klimafreundlicher Energie ausrufen.

Die Initiative wächst stetig, Ende März 2022 zählte sie 91 Mitglieder. (eve)

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