Hans-Jürgen Warnecke Innovationspreis Neue Lösungen für die Industrie - Industrie.de

Hans-Jürgen Warnecke Innovationspreis

Neue Lösungen für die Industrie

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Beim 24. Innovationstag hat das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in Stuttgart vier Forscherteams mit dem Hans-Jürgen Warnecke Innovationspreis ausgezeichnet.

Ein Schaftfräser mit einer Schneidegeometrie, die weniger Energie verbraucht und zugleich mehr Leistung bringt, hat in diesem Jahr das Rennen beim Hans-Jürgen Warnecke Innovationspreis gemacht. Rang zwei belegte eine „multispektrale intraoperative Echtzeit-Bildgebung“ zur besseren Entfernung von Tumoren. Zwei gleichwertige dritte Plätze vergab die Jury für ein Verfahren, das zerstörungsfrei und berührungslos reale Leitungsstrukturen charakterisiert, und für ein schnelles und effizientes Zellsortierungs- und Handhabungssystem.

1. Preis: „Neuer Fräser arbeitet schneller und spart Energie“
Der Vollhartmetall (VHM)-Schaftfräser ist der Star unter den Fräswerkzeugen: Studien zufolge beträgt der Einsatzanteil bei KMU in der spanenden Metallbearbeitung bis zu 80 %. Dem Fraunhofer IPA ist es gelungen, das allseits beliebte Werkzeug weiter zu optimieren. Ausgestattet mit einer innovativen Schneidengeometrie erbringt der neue VHM-Schaftfräser 25 % mehr Leistung und kommt dabei mit 17 % weniger Energie aus.
2. Preis: „Neues Kamerasystem zeigt Tumore farbig an“
Tumore zu entfernen, ist für Chirurgen ein besonders schwieriges Unterfangen. Denn die betroffenen Stellen sind vom gesunden Gewebe kaum zu unterscheiden. Das Fraunhofer IPA hat ein Kamerasystem entwickelt, das Fluoreszenz oder Farbe detektiert. Auf diese Weise kann der Chirurg die angefärbten Tumore besser sehen und gezielter behandeln.
Erster 3. Preis: „Zerstörungsfrei und berührungslos reale Leitungsstrukturen vollständig charakterisieren“
Elektronische Geräte müssen heute immer größere Datenmengen in gleichzeitig immer kleineren und kompakteren elektrischen Strukturen übertragen. Deshalb wird mit aufwendigen Messverfahren das Übertragungsverhalten der Schaltungen und Baugruppen gemessen. Mit einem neuartigen Verfahren zur berührungslosen und breitbandigen Bestimmung von elektrischen Parametern auf Basis der röntgenbasierten Computertomographie (CT) ist es Wissenschaftlern des Fraunhofer IPA und des IPVS der Universität Stuttgart gelungen, das Verhalten mit den tatsächlichen Bauteilstrukturen zu simulieren und die Qualitätsanalyse deutlich zu verbessern.
Zweiter 3. Preis: „Einzelne Zellen handhaben und detektieren für den Hochdurchsatz“
Für die Diagnose und Therapie vieler Krankheiten, aber vor allem auch für die Produktion vieler Medikamente sind die Isolierung und Handhabung von Einzelzellen wichtige Werkzeuge. Ein schnelles effizientes Zellsortierungs- und Handhabungssystem des Fraunhofer IPA kann Kosten und Zeit in der Entwicklung und Produktion von neuen Arzneimitteln drastisch verringern.
Neben Prof. Thomas Bauernhansl, Institutsleiter des Fraunhofer IPA, saßen Dr. Norbert Leopold von der HWP Planungsgesellschaft, Dr. Wolfgang Rauh von der Vita Zahnfabrik H. Rauter und Dr. Jochen Schließer von Festo in der Jury. Die Veranstaltung moderierten die IPA-Mitarbeiter Christoph Schaeffer, Leiter Innovationsmanagement, und Dr. Günter Hörcher, Leiter Forschungsstrategie.
Die 1993 erstmals ausgelobten Preise werden seit 2012 unter dem Namen und der Schirmherrschaft von Hans-Jürgen Warnecke, ehemaliger Fraunhofer-Präsident und IPA-Institutsleiter a.D., verliehen. Wie jedes Jahr waren alle wissenschaftlichen Mitarbeiter des Fraunhofer IPA wie auch der universitären Schwesterninstitute IFF und EEP dazu eingeladen, ihre Entwicklungen einzureichen. Im Vorfeld wurden sieben Bewerbungen zur Preisverleihung nominiert, die die Entwicklerteams beim Innovationstag vorstellten. Anschließend gaben die Preisrichter ihre Entscheidung bekannt. Ausschlaggebend für die Beurteilung waren Kriterien wie Kreativität, Kundennutzen und methodisch-wissenschaftlicher Ansatz. (bö)
Quelle: Fraunhofer IPA
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