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Store&Go setzt Verfahren zur synthetischen Erdgasgewinnung erfolgreich um

Klimaneutralität
Store&Go: Technologie zur synthetischen Erdgasgewinnung ist ausgereift

Demonstrationsanlage für synthetisches Erdgas in Troia, Italien
Die Demonstrationsanlage in Troia, Italien bezieht das erforderliche CO2 aus der Umgebungsluft. Foto: Domenico Grossi
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Power-to-Gas-Technologien sind ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität, ist sich das Karlsruher Institut für Technologie sicher. Forscher aus ganz Europa haben jetzt im Projekt Store&Go unterschiedliche Verfahren zur Produktion von synthetischem Erdgas (SNG) aus erneuerbarem Strom erfolgreich umgesetzt: Aus drei Pilotanlagen konnte SNG ins lokale Erdgasnetz eingespeist oder verflüssigt als mobiler Energieträger bereitgestellt werden.

Es ist ein hehres Ziel: Bis zum Jahr 2050 will Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent werden. Es wird also nicht alleine ausreichen, bei der Stromerzeugung auf erneuerbare Energien zu setzen – auch die Mobilität, die Wärmeerzeugung und alle industriellen Prozesse müssen CO2-neutral organisiert werden. „Sogar in den optimistischsten Szenarien erreicht der Grad der Elektrifizierung maximal 60 Prozent des Energieverbrauchs“, sagt Prof. Thomas Kolb, der das Engler-Bunte-Institut (EBI) am KIT leitet. Künftig müsse also weiterhin ein großer Teil des Energiebedarfs mit Energieträgern wie Methan gedeckt werden. „Allerdings werden wir diese klimaneutral produzieren“, ist sich Kolb sicher. Man habe nun in drei Demonstrationsanlagen nachgewiesen, dass die Technologien hierfür ausgereift sind. Jetzt könne der großflächige Einsatz erfolgen.

Store&Go testete drei unterschiedliche Reaktorkonzepte

Im EU-Forschungsprojekt Store&Go wurde im Jahr 2016 gestartet. An den Standorten Falkenhagen (Deutschland), Solothurn (Schweiz) und Troia (Italien) wurden PtG-Demonstrationsanlagen aufgebaut und betrieben, die synthetisches Erdgas Wasserstoff produzierten. Zuvor wurde dieser mittels klassischer Elektrolyseverfahren aus erneuerbarem Strom gewonnen. Bei der Methanisierung kamen drei unterschiedliche Reaktorkonzepte zum Einsatz: Mikroorganismen, ein neuartiger Reaktor mit Mikrostrukturen und ein Wabenreaktor für die skalierbare Anwendung in Serie.

Für die Umwandlung von Wasserstoff in SNG wird eine CO2-Quelle benötigt. Store&Go demonstrierte hierfür unterschiedliche Konzepte, etwa direct air capture (DAC): Bei diesem Verfahren wird CO2 direkt aus der Umgebungsluft gewonnen. Alle Standorte produzierten während des Projekts hochreines SNG, das ins lokale Erdgasnetz eingespeist oder zu Flüssiggas weiterverarbeitet wurde. Neben den unterschiedlichen Konversionskonzepten wurde damit auch das netzdienliche Potenzial der PtG-Technologien demonstriert: Die Speicherkapazität des europäischen Gasnetzes kann Schwankungen bei der Produktion von Wind- oder Solarenergie ausgleichen.

Graf: „Leistungsfähige neue Technologie alleine reicht nicht“

Store&Go hat außerdem die regulatorischen Bedingungen in den drei Ländern und mögliche Marktmodelle betrachtet. „Es reicht nicht, der Öffentlichkeit einfach nur eine leistungsfähige neue Technologie zur Verfügung zu stellen“, sagt Dr. Frank Graf vom EBI, der gleichzeitig Projektkoordinator bei Store&Go ist. „Wir haben konkrete Kosten für die Produktion von Methan aus Ökostrom ermittelt und Empfehlungen erarbeitet, wie und wo wir diese Technologien nun einführen sollten. Fragen der Versorgungssicherheit wurden genauso erörtert wie Anreize für private Investitionen in die PtG-Infrastruktur.“

Am 17. und 18. Februar findet am KIT eine Abschlusskonferenz statt, bei der die Projektergebnisse vorgestellt werden.

Die Store&Go Power-to-Gas-Roadmap finden Sie hier (externer Link, PDF). (wag)


Kontakt zum KIT

Karlsruher Institut für Technologie
Kaiserstraße 12
76131 Karlsruhe
Tel.: +49 721 6080
E-Mail: info@kit.edu
Website: www.kit.edu

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