Autonomes Fahren

e-Golf bestehen Test im Hamburger Großstadtdschungel

VW Fahnen im Wind
Der Volkswagen-Konzern will beim autonomen Fahren vorne dabei sein. Bild: Volkswagen AG
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Fünf vollautomatisiert fahrende e-Golf waren jüngst in Hamburg unterwegs, um das autonome Fahren im dichten Großstadtverkehr zu testen. Der Volkswagen-Konzern zeigt sich mit dem Test vollkommen zufrieden, denn laut einer Pressemitteilung waren die Fahrzeuge immer regelkonform unterwegs. Die Fahrzeuge seien aufgrund von verbesserten Algorithmen aller Softwarekomponenten in der Lage gewesen, auch extrem komplexe Situationen zu meistern.

Die Testergebnisse sollen in die Entwicklungsarbeit der kürzlich gegründeten Volkswagen Autonomy GmbH (VWAT) einfließen. „Wir arbeiten an einem marktreifen selbstfahrenden System, das wir bereits ab Mitte der kommenden Dekade kommerzialisieren wollen“, sagt Alexander Hitzinger, Senior Vice President für Autonomes Fahren bei VW und Markenvorstand für Technische Entwicklung bei Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN). Die speziell ausgerüsteten e-Golf seien in der Lage gewesen, das Verkehrsgeschehen rund zehn Sekunden vorauszuberechnen. Dies sei mithilfe der umfangreichen Daten bewerkstelligt worden, die während der neunmonatigen Testphase auf der von der Hansestadt Hamburg eingerichteten Strecke für automatisiertes und vernetztes Fahren (TAVF) gewonnen wurden.

System reagiert auf Gefahren, bevor sie entstehen

Die Daten ermöglichten dem System, mögliche Szenarien vorwegzunehmen und die Reaktionszeit zu verringern. Gefahren können von autonom fahrenden Fahrzeugen so bereits umgangen werden, bevor sie überhaupt entstehen. Dazu braucht es allerdings jede Menge Rechenpower, denn schnelle und zeitgleiche Verarbeitung extrem großer Datensätze ist für diesen Anwendungsfall essenziell. VW arbeitete in dem Projekt mit unterschiedlichen Ansätzen für künstliche Intelligenz wie Deep Learning, neuronalen Netzwerken und Mustererkennungsverfahren. Anhand der Daten wurde so das Verkehrsgeschehen mehrere Male pro Sekunde neu berechnet. Die dafür nötige Software wurde vom Team der Group Innovation des Volkswagen Konzerns geschrieben. Ab Anfang 2020 soll dieses Team die Basis der VWAT GmbH bilden. Als Kompetenzzentrum für Autonomes Fahren ab Level 4 soll die VWAT ein eigenes selbstfahrendes System zur Marktreife bringen.

Anzahl der Szenarien soll erhöht werden

„Die Entwicklung von Level 4 Autonomen Fahren ist ein äußerst komplexes Unterfangen, bei dem man sehr stark von der Verfügbarkeit von Daten abhängig ist‘“, so Hitzinger. So habe die Teststrecke erlaubt, reale Szenarien zu erproben und das System daraufhin zu optimieren. Diese Daten sollen jetzt von VWAT zur Validierung und Verifizierung des Gesamtsystems verwendet werden. „Als Nächstes wollen wir die Anzahl an Szenarien drastisch erhöhen. Dafür müssen wir vor allem Simulationen nutzen“, ergänzt Hitzinger.

VW hat jedenfalls einige Erkenntnisse nach dem Test gewonnen. Diese betreffen etwa andere Autofahrer, die zu schnell unterwegs sind, Autos, die dicht auffahren oder auf der Fahrstrecke geparkt wurden oder Fußgänger, die rote Ampeln ignorieren – kurz: den ganz normalen Alltagswahnsinn auf deutschen Straßen.

Volkswagen nutzt die Teststrecke seit März 2019 mit fünf umgerüsteten e-Golf Modellen. In den jeweils etwa eine Woche dauernden Testphasen, die alle zwei bis drei Wochen durchgeführt werden, wird die drei Kilometer lange Teilstrecke mehrmals täglich befahren. Verschiedene Sensoren auf dem Dach, in den Kotflügeln, im Front- und Heckbereich analysieren die Umgebung mit jeweils elf Lasern, sieben Radaren, 14 Kameras und mittels Ultraschall. In jedem Kofferraum steckt die Rechenleistung von 15 Laptops, die bis zu fünf Gigabyte Daten pro Minute austauschen. (wag)


Kontakt zu Volkswagen

Volkswagen AG
Berliner Ring 2
38440 Wolfsburg
Tel.: +49 5361 90
E-Mail: kundenbetreuung@volkswagen.de
Website: www.vw.de

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