Startseite » Technik »

Xandar: Projektteam entwickelt Werkzeugkette (Toolchain) zur Softwareentwicklung und Hardware-Software-Integration

Embedded Systems
Xandar: Projektteam entwickelt Toolchain für Embedded Systems

Projekt Xandar am KIT Embedded Systems
Im Projekt Xandar, koordiniert vom KIT, wird eine standardisierte Werkzeugkette für Embedded Systems entwickelt.
Bild: fotowunsch

Software und Hardware für vernetzte eingebettete Systeme müssen hohe Anforderungen an Sicherheit, Echtzeitfähigkeit, Energie- und Ressourceneffizienz erfüllen. Das Projekt Xandar erarbeit eine komplette Werkzeugkette (Toolchain) zur Softwareentwicklung und Hardware-Software-Integration für komplexe Anwendungen auf zukünftigen Prozessorplattformen. Darunter fallen etwa autonome Fahrzeuge und zukünftige Urban-Air-Mobility-Konzepte.

Acht Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft arbeiten am Projekt Xandar, das von der Europäischen Kommission mit insgesamt rund fünf Mio. Euro gefördert wird.

Die meisten Computer arbeiten als eingebettete Systeme in vielen verschiedenen Anwendungen, etwa in Automobilen, Industriemaschinen oder medizinische Apparaturen. Bei eingebetteten Systemen, die miteinander vernetzt sind, hängt die künftige Entwicklung stark von Künstlicher Intelligenz und Maschinellem Lernen ab.

Die Software dafür muss spezielle Funktionen erfüllen und den sogenannten nichtfunktionalen Anforderungen entsprechen. Dazu gehören unter anderem die Bereiche Sicherheit, Datenschutz, Zuverlässigkeit, Genauigkeit, Echtzeitfähigkeit, Energie- und Ressourceneffizienz. Autonome Fahrzeuge und Drohnen etwa müssen vor Ausfällen und gegen unberechtigte Eingriffe geschützt sein. Nur so kann die Sicherheit von Mensch, Maschine und Umgebung gewährleistet werden.

Xandar: Verfeinerung Schritt für Schritt

Im Software-Entwicklungsprozess müssen diese nichtfunktionalen Parameter frühzeitig bestimmt und in der weiteren Systementwicklung konsequent implementiert werden, erklärt Projektleiter Jürgen Becker vom ITIV am KIT in Karlsruhe. Im Projekt Xandar erarbeiten Forscher gemeinsam mit Industrie-Entwicklern eine komplette Toolchain zur Software-Entwicklung für vernetzte eingebettete Systeme. Diese basieren auf hochparallelen Hardware-Software-Plattformen mit Vielkern-Prozessoren und werden beispielsweise in sicherheitskritischen Anwendungen im Straßenverkehr und in der Luftfahrt eingesetzt.

Autonome Fahrzeuge und Urban Air Mobility zählen zu den Anwendungen von XANDAR
Autonome Fahrzeuge und Urban Air Mobility zählen zu den Anwendungen von Xandar. Bild: KIT

Dazu schlägt Xandar einen innovativen Ansatz vor: X-by-Construction. Bei dieser Methode handelt es sich um einen schrittweisen Verfeinerungsprozess von der Spezifikation bis zum Code. Dabei werden sowohl die korrekte Funktion als auch nichtfunktionale Anforderungen miteinbezogen.

„Wir stellen Programmierern und Systementwicklern eine standardisierte Werkzeugkette zur Verfügung, mit der sie eine automatisierte Hardware-Software-Systemintegration nach allen relevanten Kriterien auch und besonders in einem frühen Stadium des Entwurfsprozesses steuern können“, erläutert Becker. X-by-Construction etabliere eine neue integrierte Methode, die die Qualität deutlich verbessere, Risiken verringere und Kosten senke.

Am Projekt arbeiten acht Partner aus ganz Europa

Der Startschuss für das Projekt Xandar fiel Anfang 2021. Es ist auf drei Jahre angelegt. Dem Projektkonsortium gehören acht Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus ganz Europa an. Koordiniert wird Xandar vom KIT.

Am ITIV des KIT entwickeln Wissenschaftler das Kernstück der Werkzeugkette, die nichtfunktionale Anforderungen in allen Schritten des vorgeschlagenen Ablaufs einbezieht – vom modellbasierten Entwurf über die Aufgaben-Parallelisierung bis hin zum finalen Code auf der Plattform.

Weitere Partner des Projekts: Universität der Peloponnes, AVN Innovative Technology Solutions Limited, Queen’s University Belfast, Vector Informatik GmbH, fentISS, BMW und das DLR. (wag)


Ebenfalls interessant:

Trumpf-Tochter Q.Ant und Sick entwickeln Quantensensoren


Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de