Motorentechnologie

Drei Weltpremieren auf Wiener Motorensymposium

Das Wiener Motorensymposium findet alljährlich im Kongresszentrum Hofburg Wien statt. Bild: Hofburg Wien
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Volkswagen wird sein Modellprogramm um ein innovatives Spektrum völlig neuer Antriebssysteme bereichern. Dazu gehören Mild-Hybridantriebe mit 48V-Technologie, als Hybridvarianten erhältliche Hightech-Diesel und der zurzeit wohl weltweit modernste Erdgasantrieb. Erste Fakten dazu gab Volkswagen jetzt im Rahmen des Wiener Motorensymposiums bekannt.

Die als Weltpremieren vorgestellten Technologien sind wichtige Bestandteile der progressiv ausgerichteten Volkswagen Antriebsstrategie. Sie umfasst das Miteinander modernster Otto-, Diesel- und CNG-Motoren, neuer Hybridsysteme sowie reiner Elektroantriebe. Mit dieser Allianz wird Volkswagen unter anderem die für 2020 in der EU vorgeschriebenen CO2-Flottenemissionen von 95 g/km erreichen.

Eines der wichtigsten neuen Antriebssysteme ist ein 48V-Mild-Hybrid. Ihn wird Volkswagen zuerst für die nächste Golf-Generation auf den Markt bringen. Mit der neuen 48V-Technologie will Volkswagen den Hybridantrieb für sehr große Kundenkreise erschwinglich machen. Es sind laut VW Antriebssysteme, die den Verbrauch und die Emissionen deutlich senken, gleichzeitig aber durch eine elektrische Boost-Funktion und eine ungewöhnlich gute Anfahr-Performance ein Plus an Dynamik und Komfort bieten. Schrittweise wird Volkswagen die Elektrifizierung der konventionellen Antriebe auf die gesamte Flotte ausweiten. Der nächste Golf setzt dabei den Startpunkt zu dieser weltweiten E-Offensive.

Erdgasmotoren mit hohen Wachstumsraten

Ein weiteres technisches Highlight in Wien war der Erdgasmotor 1.5 TGI evo. Der mit einer VTG-Aufladung (Turbolader der neuesten Generation mit variabler Turbinengeometrie) ausgestattete 1,5-Liter-Direkteinspritzer basiert auf dem 1.5 TSI ACT BlueMotion. Wie er, nutzt auch der mit 96 kW/130 PS identisch starke Erdgasmotor das effiziente TSI/TGI-Miller-Brennver­fahren. Für Volkswagen ist der neue 1.5 TGI evo eigenen Aussagen zufolge ein wichtiger Baustein im Rahmen einer Erdgas-Offensive. Erklärtes Ziel: das Volumen der effizient und weitgehend ohne Partikelemission arbeitenden Erdgasmotoren weiter zu erhöhen. Auf dem deutschen Markt sind die Erdgasmotoren schon heute die am stärksten wachsende Antriebsart. Zudem können die TGI-Ottomotoren mit e-Gas – regenerativem CNG auf Methan-Basis, wie es mit Wind-, Sonnen- und Wasserkraft oder aus Biomasse gewonnen wird – betrieben werden.

Die Produktion des 1.5 TGI evo wird noch in diesem Jahr anlaufen. Mit einem prognostizierten Durchschnittsverbrauch von 3,5 kg/100 km (CNG) im aktuellen und per Doppelkupplungsgetriebe (DSG) geschalteten Golf wird der agile Turbomotor ebenso sparsam wie wirtschaftlich sein. Damit ergibt sich im Erdgas-Betrieb eine Reichweite von 490 km; durch das automatische Umschalten in den Benzinbetrieb vergrößert sich diese Reichweite um weitere 190 km (alle Angaben jeweils NEFZ-Zyklus). Bei aller Effizienz bietet der Motor dynamische Leistungs- und Drehmomentwerte: Bereits bei 1.400 U/min stehen 200 Nm Drehmoment bereit (bis 4.500 U/min).

Dieselmotoren weiterhin wichtig

Volkswagen setzt auch weiterhin auf den Dieselmotor. Welch großes Potenzial man in dieser Antriebsart sieht, will man anhand der komplett neu entwickelten 2,0-Liter-TDI-Motoren der Baureihe EA288 evo zeigen. Erstmals bei Volkswagen wird es diese TDI-Vierzylinder im Konzernverbund auch in Verbindung mit Hybridsystemen geben; bereits zum Ersteinsatz startet der EA288 evo dabei als Mild-Hybridantrieb mit 12V-Riemen-Startergenerator. Im Zusammenspiel mit einer Lithium-Ionen-Batterie senkt das Mild-Hybrid-System den Verbrauch und erhöht den Komfort.

Die neuen TDI Motoren zeichnen sich laut VW generell durch sehr niedrige Emissionen in allen Fahrzyklen aus. Sie erfüllen selbstverständlich die aktuellen und zukünftigen Emissionsvorschriften der WLTP/RDE-Zulassung. Das Leistungsspektrum liegt zwischen 100 kW / 136 PS und 150 kW / 204 PS. Die von Volkswagen entwickelten TDI kommen zuerst bei Audi in Fahrzeugen mit längs verbautem Antriebsstrang zum Einsatz. Künftig werden die neuen TDI quer eingebaut auch die MQB-Fahrzeuge von Volkswagen und weiterer Konzernmarken antreiben (MQB: Modularer Querbaukasten). (ig)

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