Additionsvernetzender Festsiliconkautschuk

Forschung & Entwicklung

Additionsvernetzende Festsiliconkautschuk-Typen mit neuen Härtegraden

Mit Härtegraden zwischen 30 und 80 Shore A bietet die bei Wacker Chemie entwickelte Festsiliconkautschuk-Serie schon heute Typen ganz unterschiedlicher Elastizität und Härte. Bild: Wacker Chemie
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Der Münchner Chemiekonzern Wacker präsentierte auf der Deutschen Kautschuk-Tagung additionsvernetzende Festsiliconkautschuke für die kunststoffverarbeitende Industrie. Im Mittelpunkt stand unter anderem ELASTOSIL R plus 4001, ein vielseitig einsetzbares Silicon, das mit zwei neuen Härtegraden ausgestattet wurde: Einer extrem harten und einem sehr weichen Shore A-Type. Weiteres Highlight war der hitzebeständige Festsiliconkautschuk ELASTOSIL R plus 4350/55. Er verkraftet mit Hilfe von Hitzestabilisatoren Temperaturen bis zu 300 Grad Celsius, und das ohne eine signifikante Veränderung der Elastizität oder Mechanik.

ELASTOSIL R plus 4001 besitzt als additionsvernetzender Festsiliconkautschuk zwei herausragende Eigenschaften: eine gute Verarbeitbarkeit und eine exzellente Elastizität. Dank einer kurzen Vernetzungszeit vulkanisiert ELASTOSIL R plus 4001 bis zu 50 Prozent schneller als vergleichbare peroxidisch vernetzende Kautschuke. Verarbeiter können somit kurze Verarbeitungszeiten und hohe Durchsatzraten in der Produktion erzielen.

Vulkanisate aus ELASTOSIL R plus 4001 besitzen laut Wacker Chemie außerdem eine gute Mechanik. Sie sind elastisch, stark verformbar und behalten ihre mechanischen Eigenschaften jahrelang bei. Getemperte Formteile eignen sich für die Herstellung von Membranen und Dichtungen für unterschiedlichste Industrien und Einsatzbereiche, einschließlich sensibler Anwendungen in der Lebensmittelindustrie.

 

Mit Härtegraden zwischen 30 und 80 Shore A bietet die Festsiliconkautschuk-Serie schon heute Typen ganz unterschiedlicher Elastizität und Härte. Inzwischen hat der Chemiekonzern weitere Härtegrade entwickelt. Auf der DKT in Nürnberg präsentierte Wacker erstmals Produkte, die am oberen beziehungsweise unteren Härtebereich der Shore A-Skala angesiedelt sind und sich damit für besondere Einsatzbedingungen eignen.

Mit 20 Shore A ergänzt ELASTOSIL R plus 4001/20 das Angebot ausgesprochen weicher, extrem dehnbarer Siliconkautschuke. Die Type besitzt eine Reißdehnung von 1200 Prozent. Das bedeutet, dass sich Vulkanisate aus ELASTOSIL R plus 4001/20 ohne Rissbildung und ohne Verlust der mechanischen Eigenschaften bis zum Zwölffachen ihrer ursprünglichen Länge dehnen lassen.

Vulkanisate für sensible Anwendungen

Die zweite Type, die auf der DKT Premiere feiere, befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite des Härtespektrums. ELASTOSIL R plus 4001/90 besitzt eine Härte von 90 Shore A, was einem Duroplast schon sehr nahekommt. Mit einer Reißdehnung von 140 Prozent ist der Festsiliconkautschuk trotzdem vergleichsweise elastisch, bieg- und dehnbar. Da die Vulkanisate für sensible Anwendungen geeignet sind, kann ELASTOSIL R plus 4001/90 auch in der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden.

ELASTOSIL R plus 4350/55 ist ein Siliconkautschuk zur Formulierung hitzebeständiger, additionsvernetzender Siliconelastomere. Das Produkt ist so ausgelegt, dass es seine Eigenschaften im Zusammenspiel mit Hitzestabilisatoren optimal entwickelt. Art und Einsatzmenge des Stabilisators haben maßgeblichen Einfluss auf die Temperaturbeständigkeit des Vulkanisats. Das Produkt lässt sich problemlos in Extrudern verarbeiten.

Shore-Härte und Reißdehnung

Aus ELASTOSIL R plus 4350/55 können somit äußerst hitzebeständige Dichtprofile und Schläuche hergestellt werden. Diese verkraften Temperaturen bis 300 °C ohne Schaden zu nehmen, und das sogar über mehrere Tage. Hitzealterungstests zeigen, dass sich wichtige mechanische Eigenschaften wie Shore-Härte und Reißdehnung auch nach bis zu 2000 Stunden bei Temperaturen über 200 °C nur unwesentlich ändern.

ELASTOSIL R plus 4350/55 erreicht nach der Vernetzung einen Härtegrad von 55 Shore A und eignet sich vor allem für die Herstellung hitzebeständiger Profildichtungen, beispielsweise für Backofen- und Herdtüren oder für Bauteile im Motorraum. Getemperte Vulkanisate eignen sich gemäß den einschlägigen Vorgaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) und der strengen Vorschriften der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) für den Kontakt mit Lebensmitteln. (ig)

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