Forschung & Entwicklung

Berliner Forscher entwickeln Kernkomponenten des Europäischen Datenportals

Das Europäische Datenportal ist ein Kernbestandteil der Dateninfrastruktur des öffentlichen Sektors, die von der Europäischen Kommission und den Mitgliedstaaten eingerichtet wurde. Bild: Europäisches Datenportal
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Der Zuschlag der Europäischen Kommission für den Ausbau des Europäischen Daten Portals ging an das Konsortium rund um das Beratungsunternehmen Capgemini Consulting. Das mehrere Millionen Euro teure Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren. Wesentliche technische Komponenten werden dabei von Fraunhofer FOKUS entwickelt.

Das Europäische Datenportal ist ein Kernbestandteil der Dateninfrastruktur des öffentlichen Sektors, die von der Europäischen Kommission und den Mitgliedstaaten eingerichtet wurde. Sie setzt sich aus drei wesentlichen Säulen zusammen:

  • Europaweiter Zugang zu öffentlichen Datenressourcen über das Portal als zentrale Anlaufstelle bzw. Single Point of Contact mit über 800.000 Datensätzen in 34 Ländern,
  • Unterstützung der Mitgliedsstaaten durch die Einrichtung und Betreuung praxisbezogener Communities für nationale Open-Data-Portalbetreiber und Entscheidungsträger sowie Schulungen und Beratungsleistungen zur Verbesserung und Aufrechterhaltung der Datenveröffentlichungspraktiken,
  • und Nachweis des sozioökonomischen Nutzens, der durch die Wiederverwendung öffentlicher Datenbestände entsteht, sowie verschiedene Impulse auf Mitgliedsstaatenebene, um die Weiterverwendung von Open Data zu fördern und übergreifende Ansätze, um die Nachhaltigkeit bei der Veröffentlichung öffentlicher Daten zu sichern.

Basierend auf diesem Drei-Säulen-Ansatz besteht das übergeordnete Ziel des Europäischen Datenportals darin, Effekte zu nutzen, die durch die Wiederverwendung von offenen Daten generiert werden. Je sorgfältiger diese dokumentiert und verstanden werden, desto mehr werden Zugriffe, Auffindbarkeit, Veröffentlichung und Datennutzung steigen.

In Berlin am Fraunhofer-Institut FOKUS wird das Herz des Portals entwickelt: das Datenmanagement und die sogenannten Harvesting-Mechanismen, die erstmals in so großem Umfang eingesetzt werden. Sie durchforsten die Open-Data-Portale der Mitgliedsstaaten regelmäßig nach offenen Datensätzen und binden diese automatisiert in das Europäische Datenportal ein.

Auch eine weitere zentrale Komponente, das Datenregister, kommt von den Forschern aus der Hauptstadt. Mit Hilfe dieses Registers werden die offenen Daten im Portal einheitlich beschrieben und verzeichnet. Das Register wird auf Basis der Linked-Data-Technologie umgesetzt, wodurch die Daten Teil des semantischen Webs werden. Den Fraunhofer-Wissenschaftlern kommen dabei die Erfahrungen aus zahlreichen Entwicklungs- und Beratungsprojekten für Open-Data-Portale zugute, wie etwa die Portale aus Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen oder das nationale Datenportal. Auch an der Entwicklung des Europäischen Datenportals ist Fraunhofer FOKUS schon seit 2015 beteiligt.

Das Europäische Datenportal

Als Open Data – offene Daten – bezeichnet man von öffentlichen Institutionen gesammelte, produzierte oder finanzierte Informationen, die von jedem frei genutzt, modifiziert und weitergegeben werden können. Die Vorteile öffentlicher Daten sind eine erhöhte Transparenz und Verantwortlichkeit von Politik und öffentlichen Einrichtungen sowie spürbare finanzielle Entlastungen für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und die Zivilgesellschaft.

Ein von Capgemini im Jahr 2015 zur Gründung des Europäischen Datenportals veröffentlichter Bericht schätzte das Marktvolumen für Open Data auf 75,7 Milliarden Euro im Jahr 2020, mit einer signifikanten Steigerung um zirka 37 Prozent zwischen 2016 und 2020. In diesem Kontext hat die Europäische Union das Europäische Datenportal gegründet. Das Portal erfasst Informationen über die in jedem europäischen Land zur Verfügung stehenden Daten. Aktuell deckt es 34 Länder und 79 Kataloge ab, verlinkt auf über 800.000 Datensätze in ganz Europa und bietet eine Vielzahl von interaktiven Lernressourcen und Open-Data-Anwendungsbeispielen. (ig)

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