Gesetzgebung

EU muss Debatte zu Ethik und KI versachlichen

In der Debatte um Künstliche Intelligenz müssen laut VDMA Fragen in Bezug auf Ethik und der Eignung des Rechtsrahmens gestellt und beantwortet werden. Bild: Zukunft Kunde
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Auch das EU-Parlament diskutiert intensiv, wie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) politisch geregelt werden soll. Anfang Januar stimmt der Industrieausschuss des Europäischen Parlaments über einen Bericht ab, in dem die Abgeordneten ihre grundsätzliche Sicht auf Zukunft von KI in der Produktion darlegen. Das Papier ist damit richtungsweisend für mögliche Gesetzgebung auf europäischer Ebene. Nach Meinung des VDMA geht der Entwurf in die grundsätzlich richtige Richtung. Allerdings warnt der Verband davor, über die Debatte ethischer Fragen die notwendigen industriepolitischen Schritte zu vernachlässigen. Gesellschaftliche Fragen beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz müssen diskutiert werden, dürfen aber nicht vorschnell und unbegründet die Entwicklung und Verbreitung neuer Technologien verbauen.

„KI bietet in der industriellen Nutzung erhebliche Potentiale, ressourceneffizienter und nachhaltiger zu produzieren, bessere Lösungen für die Welt von morgen zu finden und unsere Innovationsführerschaft im Maschinenbau zu behaupten. Eine ethisch vertretbare Nutzung der Technologie sichert Millionen von Arbeitsplätzen im globalen Wettbewerb“, kommentiert Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer. „Für die Chancenperspektive der künstlichen Intelligenz ist auch politischen Intelligenz gefordert.“

Diskussion über ethische Fragen

In der Debatte um Künstliche Intelligenz müssen laut VDMA Fragen in Bezug auf Ethik und der Eignung des Rechtsrahmens gestellt und beantwortet werden. Der Bericht des EU-Parlaments schätzt diese Risiken aus Sicht des VDMA auch grundsätzlich richtig ein. Wichtig sei aus Sicht der Industrie jedoch, in der Diskussion über ethische Fragen die konkreten Risiken der Anwendung im Blick zu behalten. So stellten sich beim Einsatz Künstlicher Intelligenz beispielsweise in der Medizin ganz andere Herausforderungen als in der industriellen Fertigung. Vermieden werden solle auch der Eindruck, dass ein neues Regelwerk geschaffen werden müsse – viele Gesetze und Regulierungen decken auch KI-Fragen zum großen Teil ab – seien es die Datenschutzgrundverordnung, die Regelungen zur Produktsicherheit oder das Wettbewerbsrecht.

Positiv sieht der VDMA, dass der Parlamentsbericht zwar von Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt durch die Verbreitung Künstlicher Intelligenz ausgeht, aber auch auf Chancen für neue Aufgaben und Beschäftigungsprofile hinweist. Richtig ist auch der Hinweis, dass der politische Rahmen für den Einsatz von KI auf internationaler Ebene geschaffen werden muss und ein rein nationaler oder auch europäischer Ansatz nicht ausreicht. Der VDMA fordert, dass dabei auch die Bedürfnisse von mittelständischen Unternehmen und der Industrie im Vordergrund stehen müssen, wo der Einsatz von neuen Technologien einen klaren Mehrwert für Europa bietet. (ig)

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