Intelligente Sensornetzwerke

Körperliche Belastungen am Arbeitsplatz reduzieren

In dem von der Europäischen Union (EU) geförderten Projekt BIONIC arbeitet das DFKI als Koordinator zusammen mit zehn internationalen Partnern aus Medizin, Biotechnik, Elektronik, Informationstechnologie und Künstlicher Intelligenz an intelligenten Lösungen, die solche Gesundheitseinschränkungen reduzieren sollen. Bild: DFKI
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Viele Beschäftigte leiden unter Beschwerden, die auf körperliche Belastungen am Arbeitsplatz zurückgehen. Die Ursachen dafür sind häufig Fehlbelastungen des Stütz- und Bewegungsapparats, monotone Bewegungsabläufe oder eine ergonomisch ungünstige Körperhaltung. Insbesondere ältere Arbeitnehmer leiden aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeiten oftmals an Störungen des Muskel-Skelett-Systems oder anderen Einschränkungen.

In dem von der Europäischen Union (EU) geförderten Projekt BIONIC arbeitet das DFKI als Koordinator zusammen mit zehn internationalen Partnern aus Medizin, Biotechnik, Elektronik, Informationstechnologie und Künstlicher Intelligenz an intelligenten Lösungen, die solche Gesundheitseinschränkungen reduzieren sollen. BIONIC steht für „Personalized Body Sensor Networks with Built-In Intelligence for Real-Time Risk Assessment and Coaching of Ageing workers, in all types of working and living environments“. Gemeinsam mit Bau- und Fabrikarbeitern sollen in Pilotversuchen die Ergebnisse validiert werden.

 

Am Körper getragene Sensoren

Prof. Didier Stricker, der Projektkoordinator von BIONIC und Leiter des DFKI-Forschungsbereichs Augmented Vision/Erweiterte Realität erklärt: „Durch ein Netzwerk von verschiedenen, am Körper getragenen Sensoren wollen wir ein System entwickeln, welches den gesundheitlichen Zustand von Arbeitern im Verlauf des Tages anhand der Bewegungen erfasst. Die Analyse wird auf einem intelligenten Chip direkt am Körper stattfinden, so dass die Rohdaten direkt an der Quelle vorverarbeitet und eine Berechnung der Datenströme in Echtzeit möglich wird. Neuartige Methoden der Risikoanalyse erlauben so eine direkte Rückmeldung zu Belastungen und Fehlstellungen. Spielerische Anwendungen und eine Trainings-App motivieren dazu, einseitigen Belastungen entgegenzuwirken und geben personalisierte und medizinische Hilfestellungen für ein Training zuhause.“

 

Weiterentwicklung der Anwendungen aus Vorgängerprojekt „EASY-IMP“

Einige der Partner haben bereits im vom DFKI geleiteten EU-Projekt „EASY-IMP“ erfolgreich an der Entwicklung eines BSN gearbeitet. Dort wurden zur Analyse von Körperbewegungen kleine Beschleunigungssensoren (IMU) eingesetzt, die in der Kleidung oder auf der Haut befestigt waren. Diese leichte und modulare Bauweise des Systems wird in BIONIC weiterentwickelt, um eine einfachere Integration zu realisieren.

 

Biomechanische Modelle und „Deep Learning“ zur ergonomischen Risikobewertung

Durch den Einsatz biomechanischer Modelle für altersbedingte und chronische Beeinträchtigungen werden Algorithmen zur ergonomischen Risikobewertung der physischen Belastungen entworfen. Zu den Eingangsparametern gehören Körperhaltung, Kräfte und Momente sowie physiologische Parameter wie Herzfrequenz oder Körpertemperatur.

Verfahren, die auf objektiven sowie subjektiven Daten basieren, werden als Grundlage herangezogen und durch personalisierte Algorithmen ergänzt, für die Methoden des Deep Learning eingesetzt werden. Die erzeugten Daten werden entsprechend der EU-Datenschutzrichtlinie gespeichert. (ig)

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