Umweltschutz

Kunststoff muss einen Wert bekommen

Alle Produkte über einen Kamm zu scheren ist angesichts der vielfältigen Anwendungsbereiche der falsche Weg. Bild: LKM
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Die Europäische Union will die Recyclingquote von Kunststoffen in Europa erhöhen. Eine entsprechende Resolution zu Umsetzung der EU-Kunststoffstrategie, der am 13. September das Europäische Parlament zugestimmt hat, sieht dazu die Wertsteigerung von Kunststoff durch marktorientierte Anreize vor. Diesen Ansatz unterstützt auch der VDMA. „Kunststoffe brauchen einen Wert, der es attraktiv macht sie zu sammeln und wiederzuverwerten“, fordert Naemi Denz, Mitglied der VDMA-Hauptgeschäftsführung. „Hier liegt der Hebel, damit in moderne Technologien für Sammlung, Sortierung und Verwertung investiert wird“. Darüber hinaus fordert das EU-Parlament auch der Ausbau von Sammlung-, Sortier- und Recyclingkapazitäten.

„Alle Produkte über einen Kamm zu scheren ist angesichts der vielfältigen Anwendungsbereiche der falsche Weg“, erläutert Naemi Denz. „Kunststoffe müssen sehr unterschiedliche Anforderungen und Funktionalitäten erfüllen. Das schließt einheitliche Vorgaben für den Recyclinganteil aus“. Vielmehr sollten verlässliche Qualitätskriterien für wiederverwertete Kunststoffe entwickelt werden und damit ihre Verwendung in der Industrie erleichtert würde. Dabei seien insbesondere Materialien mit Nahrungsmittelkontakt eine große Herausforderung.

Qualitätskriterien für Sekundärkunststoffe

Bei seiner Forderung nach einem Zertifizierungssystem für rezyklierte Materialien macht das Europäische Parlament aus Sicht des VDMAs den zweiten vor dem ersten Schritt. So müssen zunächst verlässliche anwendungsbezogene Qualitätskriterien für Sekundärkunststoffe definiert werden. „Eine etwaige Zertifizierung ist auf vorab definierte Kriterien angewiesen“, erklärt Denz. „Ob eine Zertifizierung tatsächlich die Einsatzquote von Sekundarmaterialien erhöht ist allerdings offen.“

Die Europäische Kommission hatte Anfang 2018 ihre Kunststoffstrategie vorgelegt, zu der sich das Europäische Parlament nun positioniert. Erste gesetzliche Initiativen wurden mit der Richtlinie über die verminderte Auswirkung bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt bereits auf den Weg gebracht. Mit weiteren Maßnahmen ist in den kommenden Jahren zu rechnen. (ig)

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