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Patientenfreundliche Implantate nach Maß

Evonik integriert die Aktivitäten des Projekthauses, das zur strategischen Innovationseinheit Creavis gehörte, in Form eines Kompetenzzentrums in das Geschäftsgebiet Health Care. Bild: Evonik
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Die Menschen werden nicht nur immer älter, sie wollen auch bis ins hohe Alter gesund und aktiv sein. Entsprechend steigt der Bedarf an Medizinprodukten. Spezialpolymere wie Resomer und Vestakeep von Evonik spielen hier als Implantatmaterialien eine wichtige Rolle. Um diesen Wachstumsmarkt noch besser bedienen zu können, hat Evonik in den vergangenen vier Jahren mit seinem Projekthaus Medical Devices umfangreiche Kompetenzen im Bereich orthopädische Chirurgie aufgebaut. Das zeitlich befristete Projekthaus in Birmingham (Alabama) wird zum 1. April 2018 in ein dauerhaftes Kompetenzzentrum überführt.

„Wo es um patientenfreundliche medizintechnische Lösungen geht, wollen wir Evonik als führenden Materialanbieter und Entwicklungspartner positionieren“, erläutert Harald Schwager, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Evonik und zuständig für Innovation. „Das Projekthaus hat uns hier ein großes Stück vorangebracht.“ Über 20 hochqualifizierte Wissenschaftler beschäftigen sich in Birmingham seit 2014 mit der Weiterentwicklung bestehender Materialien und Anwendungstechnologien. Neben etablierten Technologien wie dem Extrusions- und Spritzgussverfahren setzt das Projekthaus moderne Prozesstechnologien wie 3D-Druck und Elektrospinning ein, um Materialeigenschaften zu untersuchen und Prototypen herzustellen.

Evonik integriert die Aktivitäten des Projekthauses, das zur strategischen Innovationseinheit Creavis gehörte, nun in Form eines Kompetenzzentrums in das Geschäftsgebiet Health Care. „Die im Projekthaus in den vergangenen vier Jahren aufgebauten Kompetenzen ermöglichen es unsere Kunden mit innovativen Biomaterialien und Lösungen zu unterstützen“, beschreibt Jean-Luc Herbeaux, Senior Vice President und Leiter des Geschäftsgebiets Health Care bei Evonik. Das Kompetenzzentrum ergänze die bestehenden anwendungstechnischen Labore in Schanghai (China) und Darmstadt (Deutschland), die Kundenprojekte international in allen wichtigen Märkten unterstützten.

3D-Druck in der Medizintechnik ist für Herbeaux ein klares Zukunftsthema: „Wir möchten der Industrie die benötigten druckbaren Polymerqualitäten zur Verfügung stellen, damit Patienten mit Schädel- oder Gesichtsverletzungen individuelle Implantate erhalten können“, beschreibt der Evonik-Manager. Bisher müssten sich Chirurgen mit einer Auswahl aus Standardgrößen begnügen.

Keine zweite Operation nötig

Das Geschäftsgebiet Health Care ist einer der führenden Anbieter bioabbaubarer Polymere auf Poly(milch-co-glycol)säure-Basis, die unter dem Markennamen Resomer vermarktet werden. Aus ihnen fertigen Medizinproduktehersteller zum Beispiel Schrauben, Stifte und kleine Platten zur Versorgung von Knochenbrüchen und Sehnenrissen, aber auch bioabbaubare Stents. Die Implantate werden vom Körper nach einer vorgegebenen Zeitspanne abgebaut. Es braucht keine zweite Operation, um sie wieder zu entfernen. Im Falle der Stents wird das Risiko des erneuten Gefäßverschlusses gesenkt.

Weiterer Nutzer des Kompetenzzentrums im Evonik-Konzern ist das Geschäftsgebiet High Performance Polymers. Sein biokompatibles Polyetheretherketon Vestakeep wird für Implantate für Wirbelsäule, Mund, Kiefer oder Schädel verwendet, die Metallimplantate ersetzen und im Körper verbleiben sollen. (ig)

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