Siliziumsolarzellen leitfähig verkleben

Forschung & Entwicklung

Siliziumsolarzellen leitfähig verkleben

Bei der Klebetechnologie liegt die Prozesstemperatur unter 180 Grad Celsius, wodurch die Heteroschichten der Zellen nicht geschädigt werden. Bild: Fraunhofer ISE
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Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts „KleVer“ sei die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden können. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen könnten vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden. Dabei sei der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen.

„Nachdem wir unsere Expertise zum leitfähigen Kleben von Siliziumsolarzellen in den letzten Jahren enorm ausbauen und im Labormaßstab erproben konnten, versetzt uns der Stringer nun in die Lage, die bleifreie Verbindungstechnologie im industriellen Maßstab mit unseren Partnern weiter zu optimieren“, erklärt Dr. Achim Kraft, Projektleiter und Leiter des Teams Verbindungstechnik am Fraunhofer ISE. Auch Axel Riethmüller, Projektleiter und Chief Operating Officer bei teamtechnik, zeigt sich zufrieden: „Als Hersteller von Hochleistungs-Stringern sind wir stolz, mit der entwickelten Klebetechnologieeinheit bei der industriellen Verschaltung der empfindlichen Heterojunction-Solarzellen vorne dabei zu sein“.

Im Rahmen des Projekts „KleVer“ wurde ein Stringer mit Klebeeinheit am Fraunhofer ISE erfolgreich in Betrieb genommen und erprobt. Auf ihm wurde nachgewiesen, dass leitfähiges Kleben von Solarzellen mit drei, vier oder fünf Busbars als Voll- oder Halbzelle mit einem Durchsatz von etwa 1600 Zellen pro Stunde möglich ist. Die bereits hergestellten Heterojunction-Module mit Klebeverbindungen zeigen eine Leistung von 320 Watt bei einer Standardgröße von 60 Zellen. Bei der Klebetechnologie liegt die Prozesstemperatur unter 180 Grad Celsius, wodurch die Heteroschichten der Zellen nicht geschädigt werden. Dieser Zelltyp, der aktuell die höchsten Wirkungsgrade aufweist, kann nicht konventionell bei über 200 Grad Celsius verlötet werden.

Gefahr von Mikrorissen und Brüchen sinkt

Auch ist die thermomechanische Belastung durch die geringere Steifigkeit der Klebeschicht deutlich niedriger, Spannungen im Material verringern sich. Damit sinkt die Gefahr von Mikrorissen und Brüchen in den Zellen. Die Taktzeit zur Verschaltung einer Zelle im teamtechnik-Stringer liegt bei weniger als 2,3 Sekunden und wird wesentlich durch die Aushärtegeschwindigkeit des verwendeten Klebermaterials bestimmt.

Das Projekt „KleVer“ (Kostensparende Klebstoff-basierte Verbindungstechnologe für Hocheffizienz-Solarzellen) wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. (ig)

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