Handelsbilanz und Strafzölle

Handelsbilanz

Trumps verzerrte Wahrnehmung

In der Old Economy‘ bei Autos, Maschinen, diversen Konsumgüter, sogar bei Nahrungsmitteln hat die EU einen Wettbewerbsvorteil. Bild: Rainer Halama (Creative Commons CC-BY-SA-2.5)
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Der ifo-Handelsexperte Gabriel Felbermayr hat US-Präsident Donald Trump eine „verzerrte Wahrnehmung“ vorgeworfen. Trump spreche nur von dem US-Defizit bei den Waren, verschweige aber, dass die USA bei Dienstleistungen und Unternehmensgewinnen einen massiven Überschuss gegenüber der EU erwirtschaften.

„Nach den eigenen Zahlen der Amerikaner steht unter dem Strich der Leistungsbilanz ein Plus von 14 Milliarden Dollar für die USA“, erklärt Gabriel Felbermayr. Diese schwarze Null stehe dort schon seit 2008. Die USA hätten Wettbewerbsvorteile Vorteil in der New Economy, vor allem bei digitalen Dienstleistungen. In der Old Economy‘ bei Autos, Maschinen, diversen Konsumgüter, sogar bei Nahrungsmitteln, dagegen habe die EU einen Wettbewerbsvorteil.

Felbermayr räumte ein, die Daten des US-Handelsministeriums wiesen zwar ein Leistungsbilanzdefizit mit Deutschland von 65 Milliarden Dollar aus. Doch es sei falsch, einzelne Mitgliedsstaaten der EU herauszupicken. Die EU sei eine Zoll- und Wirtschaftsunion, in der die einzelnen Mitglieder eng verbunden seien. Der US-Überschuss in der Höhe von fast 100 Milliarden Dollar mit den Niederlanden sei zu weiten Teilen Deutschland zuzurechnen. Denn amerikanische Internetriesen bedienten den deutschen Markt über steuerlich begründet in den Niederlanden ansässige Niederlassungen. Ähnliche Muster gebe es mit Irland.

Gegenmaßnahmen in der Digitalwirtschaft

„Beide Partner sind hochgradig verletzlich“, warnt der ifo-Experte. Beide würden bei einem eskalierenden Handelskrieg verlieren. Europa müsse nun Einigkeit zeigen, und den Amerikanern die eigenen Zahlen verdeutlichen. Europa müsse auch bereit sein, in der Digitalwirtschaft Gegenmaßnahmen in den Raum zu stellen, beispielsweise die von der EU-Kommission ins Gespräch gebrachte Digitalsteuer, falls die Amerikaner Zölle auf europäische Autos erheben sollten. (ig)

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