Digitalisierung

Wie produziert das Handwerk in Zukunft?

Wie sieht eine Produktion zukünftig also tatsächlich aus? An der Beantwortung dieser Frage arbeiteten jüngst Experten im gemeinsamen Forschungsprojekt „proto_lab“ (production tomorrow laboratory). Bild: Proto-lab
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Die Digitalisierung – oder auch die „digitale Transformation“ – ist in der Holzindustrie ein aktuelles Thema. Wo die einen Betriebe mit Tablets arbeiten und auf digitale Helferlein setzen, arbeiten andere mit handgeschriebenen Auftragslisten. Dabei hat jede Produktions-Praxis ihre Vor- und Nachteile. Wie kann aber der Handwerker heute die für ihn optimale Lösung finden, um seinen nächsten Schritt nach vorne zu machen? So unterschiedlich die Unternehmen sind, so unterschiedlich sind auch die Ansätze. Und diese hat die TH Rosenheim gemeinsam mit HOMAG und weiteren Partnern im Projekt „proto_lab“ erforscht und validiert. In den kommenden Monaten stellt HOMAG Ideen vor, die sich als Prototypen bereits bewährt haben.

Den Startschuss dazu gibt HOMAG auf der LIGNA 2019 – mit Konzepten aus einzelnen Bausteinen von Maschinen, Hardware und Apps, die miteinander kommunizieren. So kann sich jeder Betrieb seine Lösung individuell zusammenstellen. Ein besonderer Clou: HOMAG setzt jetzt auch auf das Angebot prozessunterstützender Hardware, wie beispielsweise intelligente Sortierregale.

Chancen für das Handwerk

Die zentrale Frage ist: Welche konkreten Möglichkeiten bietet die Digitalisierung den kleinen und mittelständischen Betrieben schon heute und wie entwickeln sich diese weiter? Die Antwortmöglichkeiten sind dabei breit gefächert.

  • Die Weitergabe von Produktionsdaten an Maschinen, wie zum Beispiel an eine Plattenaufteilsäge in Form von optimierten Schnittplänen, ist heute bereits gelebte Realität in vielen Betrieben. Auch erzeugen schon viele Betriebe ihre CNC-Programme und Stücklisten mit Hilfe einer CAD/CAM-Software. Aber trotzdem werden noch jede Menge Fertigungsunterlagen ausgedruckt und händisch auf einem Klemmbrett durch den Maschinen- und Bankraum geschoben.
    Wie würde das Ganze aber aussehen, wenn sich diese Zeichnungen und Stücklisten nur einen Klick entfernt und somit überall verfügbar in einer digitalen Auftragsmappe befänden?
    Plötzlich könnten auch manuelle und halbautomatische Maschinen oder die manuellen Arbeitsplätze im Bankraum über „Smart Devices“ (Smartphones, Tablets) unterstützt werden. Auch auf der Baustelle wären mit einem Klick die Zeichnungen und Stücklisten zu einem Kundenauftrag einsehbar. Die Daten wären überall verfügbar und könnten den Mitarbeitern ortsunabhängig angezeigt werden.
  • Zusätzlich etablieren sich auch Assistenzsysteme, die die Arbeit deutlich vereinfachen. Ein Beispiel: HOMAG entwickelte Bediener-Assistenz-Systeme für Maschinen mit der Bezeichnung „intelliGuide“, die dem Bediener an Plattenaufteilsägen, Kantenanleimmaschinen oder Bohrmaschinen zeigen, welche nächsten Schritte er in welcher Art und Weise zu erledigen hat.
  • Im nächsten Schritt folgen softwarebasierte Assistenzsysteme für manuelle Arbeitsplätze und…
  • …somit bieten digitale Entwicklungen dieser Art den Unternehmen auch eine echte Chance bei der Bewältigung des Fachkräftemangels, mit dem die Branche heute im Allgemeinen sehr zu kämpfen hat.

Das proto_lab: Von der Theorie in die konkrete Forschung zur Produktidee

Wie sieht eine Produktion zukünftig also tatsächlich aus? An der Beantwortung dieser Frage arbeiteten jüngst Experten im gemeinsamen Forschungsprojekt „proto_lab“ (production tomorrow laboratory). Hier wurde experimentiert, analysiert und vorausgedacht – und so praktikable Lösungen in der Digitalisierung, für Assistenzsysteme und in der Teil-Automatisierung entwickelt. Das Team des interdisziplinären Forschungsprojekts besteht aus der TH Rosenheim mit vier Fakultäten der Hochschule, Experten aus der HOMAG Group und weiteren Partnern aus der Möbelbranche sowie der Seeoner Kreis.

Konkret: Die wandelbare Fertigungszelle

Im proto_lab ist man unter anderem der „Fertigungszelle der Zukunft“ auf der Spur. Hier sprudelten die Ideen bei der Vorstellung für eine flexible, wandelbare Produktionszelle und dabei haben die Beteiligten die relevantesten Ideen und Ansätze praxisnah als Prototypen umgesetzt, im eigenen Labor getestet und anschließend gemeinsam mit Kunden validiert. Dieser Forschungs- und Entwicklungsansatz ist neu in der Möbelbranche und voller Potenzial für zahlreiche praxistaugliche Entwicklungen.

Von der validierten Produktidee zum Produkt

Für HOMAG ist ein Projekt wie proto_lab besonders spannend, da man als Hersteller von Maschinen, Software und digitalen Produkten so nicht nur von neuen Ideen profitiert – man erhält insbesondere praxisnahe, validierte Prototypen als Output, die holzbearbeitende Betriebe heute wirklich brauchen.

HOMAG griff die bisher besten Ideen auf, entwickelte diese weiter und setzt sie momentan in marktreife Produkte um. Aktuell sind bereits viele der Prototypen in sogenannten Feldtests live bei Kunden – und deren Feedback fließt unmittelbar zurück in die Produktentwicklung. Gepaart mit der bestehenden HOMAG Software und eigenen, bereits umgesetzten und geplanten, digitalen Entwicklungen ist HOMAG damit in der Lage, kleinen und mittelständischen Unternehmen durchgängige Lösungen und Konzepte anzubieten, die in der Praxis überzeugen.

Schritt für Schritt: Mit Einzelteilen zum Gesamtkonzept

Durchgängige Lösungen von HOMAG bestehen dabei meist aus vier Komponenten in unterschiedlichen Kombinationen: Produktionszellen, Maschinen, Software und Logistik. Wichtig ist dabei jedoch vor allem eines: Der Kunde muss kein Gesamtsystem kaufen, sondern einzelne Maschinen, Hardware und Apps, die miteinander kommunizieren. Durch diesen Ansatz werden die digitalen Lösungen auch für das Handwerk zunehmend interessant.

Ergänzend zu den Apps bietet HOMAG den Kunden im Handwerk auch entsprechende prozessunterstützende Hardware, die die Kunden selbstständig fertigen können. Dazu gehören beispielsweise intelligente Sortierregale, die den Anwender bei der Sortierung der Bauteile für den Bankraum unterstützen. Die notwenigen Unterlagen zur Herstellung wie Stückliste, Zeichnungen und MPR-Programme können kostenlos von HOMAG bezogen werden. Die passende Elektronik sowie die App, die das Regal verwaltet, kann über die HOMAG bezogen werden. (ig)

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