Gutes Jahr 2018, verhaltener Ausblick für 2019

Chemische Industrie

Gutes Jahr 2018, verhaltener Ausblick für 2019

Die Produktion von anorganischen Grundstoffen sank 2018 um 2,5 Prozent. Bei Polymeren und in der Petrochemie ging die Produktion jeweils um zwei Prozent zurück. Bild: BASF
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Das Jahr 2018 ist für die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland gut verlaufen. Diese Branchenbilanz hat der Verband der Chemischen Industrie (VCI) auf seiner Jahrespressekonferenz in Frankfurt gezogen. Der Branchenumsatz erhöhte sich um 4,5 Prozent auf 204 Milliarden Euro und überstieg damit erstmals die 200-Milliarden-Euro-Schwelle. Die Produktion wuchs im Jahresvergleich um 2,5 Prozent, während die Chemikalienpreise um zwei Prozent zulegten.

„Die Branche kann für 2018 eine positive Bilanz ziehen. Unsere Industrie konnte das gute Vorjahr noch einmal übertreffen“, kommentiert VCI-Präsident Hans Van Bylen. „Trotzdem ist die konjunkturelle Lage nicht ungetrübt. Daher hat sich die Stimmung in den deutschen Chemie- und Pharmaunternehmen zum Jahresende abgekühlt.“

Geschäft mit Fein- und Spezialchemikalien wuchs

Die boomende Pharmaproduktion hat die Jahreskennzahlen für 2018 maßgeblich beeinflusst. Diese Sparte legte um starke 11,5 Prozent zu. Andere Bereiche der Branche verzeichneten dagegen Rückgänge. Die Produktion von anorganischen Grundstoffen sank 2018 um 2,5 Prozent. Bei Polymeren und in der Petrochemie ging die Produktion jeweils um zwei Prozent zurück. Die Hersteller von Seifen, Wasch- und Reinigungsmitteln oder Kosmetika produzierten drei Prozent weniger als im Vorjahr. Das Geschäft mit Fein- und Spezialchemikalien wuchs hingegen. Hier stieg die Produktion im Gesamtjahr 2018 um 1,5 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter in der Branche stieg auf einen neuen Höchststand. In der Chemie arbeiten derzeit 462.000 Menschen (plus zwei Prozent).

„Wir halten im kommenden Jahr ein bescheidenes Wachstum im Chemiegeschäft für erreichbar“, erklärt Van Bylen. Wenn größere Rückschläge ausblieben, könne die Chemie- und Pharmaindustrie ein Prozent. Der Branchenumsatz solle dabei um 2,5 Prozent zulegen.

Zunehmende Risiken im Welthandel

Neben der abgeschwächten Konjunktur in Deutschland und der gedämpften weltwirtschaftlichen Entwicklung sieht sich die Branche mit politischen Herausforderungen wie den Handelskonflikten der USA mit der EU und mit China sowie dem nahenden Brexit konfrontiert. Die Handelsordnung, in der die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie ihre Erfolge erzielt, sei in Gefahr, so Van Bylen.

Mit Blick auf die zunehmenden Risiken im Welthandel betonte der VCI-Präsident, dass nur ein wirtschaftlich starkes und politisch geeintes Europa von den USA und China als Partner auf Augenhöhe akzeptiert würde. Einzelne europäische Nationalstaaten hätten keine Chance, auf der Weltbühne Gehör zu finden. Notwendig sei eine gemeinsame europäische Strategie, die auf eine Stärkung der Industrie sowie freien Welthandel und fairen Wettbewerb setze.

Investitionen in Forschung und Entwicklung

Die Bundesregierung rief Van Bylen dazu auf, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie im Blick zu behalten: „Es bedarf gezielter Unterstützung durch die Politik. Dabei geht es besonders um die Bereiche Innovationen und Investitionen in Forschung und Entwicklung, eine stabile und kostengünstige Energieversorgung, die Steuerbelastung von Unternehmen und eine zukunftsfähige Infrastruktur.“

Zudem weißt der VCI-Präsident auf das Kernthema seiner Amtszeit hin: „Chemie ist Zukunft“. Die chemische Industrie sei eine Zukunftsindustrie. Sie spiele eine wichtige Rolle, die Herausforderungen von morgen zu bewältigen. „Ohne Chemie ist kein technologischer Fortschritt möglich. Wir fördern Innovationen, treiben Digitalisierung voran und handeln stets verantwortungsvoll“, so Van Bylen. (ig)

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