Logistik

Wenn Mensch und Roboter „Hand in Hand“ arbeiten

Denkt man an Roboter in der Logistik, dann dürfte manch einem besonders Amazon ins Gedächtnis kommen. Bei dem Logistikriesen sind bereits mehr als 30.000 Lagerroboter im Einsatz. Bild: Jungheinrich
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In Zeiten von Industrie 4.0 und E-Commerce sind eine höhere Produktivität und besserer Service gefragt – und das alles zu geringeren Kosten. Aber wie lässt sich das umsetzen? Jedenfalls nicht mit klassischen Lagerkonzepten. Stattdessen wird die Logistik zu einer Paradedisziplin für die Digitalisierung, laufen hier doch zahlreiche Aufgaben und Prozesse zusammen. Vor allem moderne Robotertechnologien sind jetzt auf dem Vormarsch.

Denkt man an Roboter in der Logistik, dann dürfte manch einem besonders Amazon ins Gedächtnis kommen. Bei dem Logistikriesen sind bereits mehr als 30.000 Lagerroboter im Einsatz. Anstelle eines Mitarbeiters begeben sich die intelligenten Transportfahrzeuge zu den Regalen und befördern diese an den Kommissionierplatz. Der Mitarbeiter braucht nur noch den gewünschten Artikel herauszunehmen. So konnte Amazon laut Frankfurter Rundschau 20 Prozent operative Kosten einsparen.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt der Anbieter Element Logic mit dem Autostore-System. In einer gigantischen Gerüstkonstruktion werden spezielle Plastikbehälter gelagert. Auf der Oberseite sind mobile Transportroboter unterwegs. Geht ein Auftrag ein, holen sie die Box mit der gewünschten Ware darin und befördern sie zum Kommissionierer, der die Ware weiterbearbeitet.

Eine interaktivere Lösung testet DHL Supply Chain aktuell mit ihren LocusBots. Die Roboter helfen den Lagerfachkräften beim Finden und Transportieren der Waren. Erhalten sie einen Auftrag, begeben sich die Bots an das entsprechende Regal. Dort scannt ein Mitarbeiter das Produkt und legt es in den Transportbehälter des Roboters, der die Ware zum Kommissionierer bringt.

Inventurroboter und Drohnen

Neben dem Warentransport sind Roboter auch in anderen Bereichen wie der Inventur einsetzbar. Der US-Riese Walmart plant derzeit ein System mit Inventurrobotern, die mit einer Kamera ausgestattet durch die Gänge fahren und dabei die Regale scannen. Die gesammelten Daten informieren die Logistik in Echtzeit über den Warenbestand. Die Mitarbeiter haben so mehr Kapazitäten für andere Aufgaben wie den Kundensupport.

Auch die vielfach diskutierten Drohnen finden in der Inventur ihren Bestimmungsort. Aus der Luft können Waren und Stellplätze einfach und schnell erfasst werden. Für die innerlogistische Warenzustellung sind die fliegenden Geräte ebenfalls geeignet, besonders wenn es um eilige Transporte geht. Im Gegensatz zu ihren „flurgebundenen Kollegen“ bergen Drohnen jedoch ein höheres Sicherheitsrisiko aufgrund der komplexeren und dadurch anfälligeren Steuerungssysteme.

Seite an Seite: Mensch und Roboter

Was früher von vielen Händen und Füßen geleistet werden musste, kann nun durch das Zusammenspiel von Mensch und Maschine effizienter gestaltet werden. Das Stichwort lautet Mensch-Roboter-Kollaboration. Zu besichtigen sind die aktuellsten Entwicklungen auf der Cemat 2018 (vom 23. bis zum 27. April 2018 in Hannover). Die Messe-Verantwortlichen beteuern beim Einsatz moderner Technologien gehe es nicht darum, den Menschen zu ersetzen, sondern um ein aktives Miteinander. Roboter übernähmen monotone und zeitaufwendige Arbeitsschritte, während die Mitarbeiter ihre Konzentration auf anspruchsvollere Aufgaben richten könnten. Damit steige die Produktivität und die Fehlerquote sinke. (ig)

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