Industrie-4.0-Index

Industrie-4,0-Index

Predictive Maintenance bleibt noch deutlich hinter den Erwartungen

Einen echten Mehrwert könne vorausschauende Wartung erzielen, wenn sie mit anderen Leistungen gekoppelt werde, etwa einer intelligenten Überwachung der Prozessdaten zur Optimierung von Verfahren und Material oder digitalen Assistenzsystemen, die Fehler durch den Menschen verhinderten. Bild: YouTube
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Seit 2014 erhebt die Staufen AG den Deutschen Industrie-4.0-Index. Machte der Index zwischen 2014 und 2015 einen großen Sprung, war in den Jahren zwischen 2015 und 2017 eine konstante Entwicklung zu verzeichnen. Die Ergebnisse des „Deutschen Industrie 4.0 Index 2017“ zeigen, dass trotz aller Fortschritte viele Unternehmen immer noch auf Zeit spielen.

So sind drei Viertel der deutschen Industrieunternehmen sind von Predictive Maintenance nicht überzeugt. Deren Leistungsvermögen sei gering oder zumindest noch ausbaufähig. Nur 6 Prozent sehen derzeit einen großen Nutzen in der vorausschauenden Instandhaltung auf der Grundlage von Prozess- und Maschinendaten. Das sind Ergebnisse des bereits zum vierten Mal erhobenen Deutschen Industrie 4.0 Index. Im Auftrag der Unternehmensberatung Staufen wurden rund 400 Industrieunternehmen in Deutschland befragt.

Damit findet gerade eines der oft angeführten Paradebeispiele für bereits in der Praxis umgesetzte Industrie 4.0-Lösungen erstaunlich geringe Zustimmung. Zumal zwei Drittel der Unternehmen angeben, das Prinzip im eigenen Haus schon zu nutzen oder als Dienstleistung anzubieten. Zudem ist der Anteil der Befragten, die sich keine Bewertung zutrauen, mit 20 Prozent auffallend hoch.

Thomas Rohrbach, Geschäftsführer der Staufen Digital Neonex GmbH, ist davon nicht überrascht: „Viel zu häufig werden Begrifflichkeiten aus dem Baukasten der digitalen Transformation als Worthülse für Altbekanntes gebraucht. Der Übergang von der einfachen Fernwartung und Condition Monitoring zu Predictive Maintenance-Lösungen ist fließend“. Doch erst, wenn Anwender einen echten Mehrwert erfahre, werde das Prinzip nachhaltig überzeugen.

Optimierung von Verfahren und Material

Der Nutzen von Predictive Maintenance werde allgemein überschätzt. „Die überwiegende Mehrheit der Maschinenausfälle lässt sich auf Faktoren zurückführen, die Predictive Maintenance nicht lösen kann, allen voran Bedienungsfehler“, ist Rohrbach überzeugt. Einen echten Mehrwert könne vorausschauende Wartung erzielen, wenn sie mit anderen Leistungen gekoppelt werde, etwa einer intelligenten Überwachung der Prozessdaten zur Optimierung von Verfahren und Material oder digitalen Assistenzsystemen, die Fehler durch den Menschen verhinderten. Dann erst könnten sich die hohen Erwartungen der Industrie an Predictive Maintenance erfüllen, der die Hälfte der Befragten in den kommenden zwei bis fünf Jahren eine große Bedeutung zugestehen.

Für den Deutschen Industrie 4.0 Index 2017 befragte die Staufen AG zusammen mit der Staufen Digital Neonex GmbH insgesamt 394 Unternehmen in Deutschland. Mehr als 70 Prozent der befragten Unternehmen entstammen dem Maschinen- und Anlagenbau, der Automobil- und der Elektroindustrie. (ig)

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