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Gebäudearmaturen

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Geschäft mit Gebäudearmaturen verlangsamt sich

Die zufriedenstellenden Umsätze außerhalb Europas (plus 6 Prozent) konnten die schlechten Geschäfte in Europa nicht ausreichend ausgleichen. Bild: VDMA
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Für die deutsche Gebäudearmaturenindustrie brachte das Jahr 2017 mit Blick auf den Umsatz keine erneuten Höhenflüge. Das Geschäft im Euroraum lahmte und es gab wenig Bewegung auf dem Heimatmarkt. Die Branche musste sich mit einem schmalen Umsatzzuwachs von nominal 1 Prozent begnügen. Gründe für diese schleppende Entwicklung lagen vor allen Dingen in den fehlenden Impulsen aus dem Ausland. Im ersten Halbjahr 2017 konnten die guten Umsätze im außereuropäischen Ausland den Umsatzrückgang in Europa noch auffangen. Im Gesamtjahr 2017 war dies nicht der Fall. Für 2018 rechnet der Fachverband Armaturen mit einem Umsatzwachstum von 2 Prozent.

Die zufriedenstellenden Umsätze außerhalb Europas (plus 6 Prozent) konnten die schlechten Geschäfte in Europa nicht ausreichend ausgleichen. Insgesamt verzeichnet der Auslandsmarkt mit einem Plus von 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr kaum mehr als eine Seitwärtsbewegung. Trotz der guten Rahmenbedingungen eines robusten Arbeitsmarktes, niedriger Zinsen und steigender Einkommen fehlte den deutschen Herstellern von Gebäudearmaturen im Jahr 2017 die Dynamik. Insbesondere der Fachkräftemangel im SHK-Handwerk trübt nun schon seit Längerem das Bild, dadurch wurden Investitionen in der Sanitär- und Heizungstechnik gebremst.

Umsatzwachstum nur bei den technischen Gebäudearmaturen

In den einzelnen Produktgruppen entwickelten sich die Umsätze unterschiedlich. Erfreuliches lässt sich nur von der Produktgruppe der technischen Gebäudearmaturen berichten. Deren Umsatz wuchs um 5 Prozent, im Wesentlichen gestützt von einem guten Absatz in Deutschland (plus 6 Prozent) und von den außereuropäischen Märkten, hier konnte ebenfalls ein Umsatzplus von 5 Prozent verbucht werden. Die Heizungsarmaturenhersteller hatten außerhalb Europas mit starken Umsatzeinbußen zu kämpfen (minus 12 Prozent). Der Umsatz konnte auch durch das Inlandsgeschäft nicht aufgefangen werden und verlor 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz der Sanitärarmaturenhersteller stagnierte auf Vorjahresniveau. Hier machten sich die fehlenden Impulse des Europageschäfts bemerkbar (minus 9 Prozent).

Das China-Geschäft boomt

2017 stieg der Export deutscher Gebäudearmaturen um 9,6 Prozent auf insgesamt 2,82 Milliarden Euro. Die Liste der Top 10 Absatzländer wurde wie im Vorjahr von Frankreich angeführt.  Dank der guten Rahmenbedingungen entwickelten sich in Frankreich alle Bereiche des Hochbaus positiv. Es wurde mit dem Bau von knapp 20 Prozent mehr neuen Wohnungen begonnen als 2016. Besonders viele erste Spatenstiche gab es in der Hotellerie und im Bereich der Nichtwohngebäude.

China folgte hinter Frankreich auf dem zweiten Platz mit der größten Zuwachsrate von über 40 Prozent. Die chinesische Bauwirtschaft erlebte einen Boom. Die neu begonnenen Hochbauprojekte legten bis Oktober 2017 nochmal um 5,6 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode zu. Treibende Kraft war 2017 in China auch der Wohnungsbau und die steigende Nachfrage nach Renovierungsarbeiten.

Die USA lagen unverändert zum Vorjahr auf Platz 3 der Rangliste, obwohl die Exporte 2017 erneut leicht nachgaben (minus 0,9 Prozent). Die Expansion im Hochbau der USA hat sich seit 2015 verlangsamt. Dieser Trend setzte sich 2017 fort. Der Neubau von Einfamilienhäusern zeigte zwar immer noch moderate Wachstumsraten auf, aber der Bau von Mehrfamilienhäusern und Hotels ging merklich zurück. Bereits im ersten Halbjahr war ein stark dynamischer Anstieg der Exporte nach Polen zu erkennen, diese Entwicklung verstetigte sich auch im zweiten Halbjahr 2017 (plus 21,5 Prozent).

Exporte nach Russland und Indien ziehen stark an

Die Geschäfte mit Indien und Russland entwickelten sich 2017 sehr positiv. So legten die deutschen Gebäudearmaturenexporte nach Indien um mehr als 30 Prozent zu. Die Reformen der Wohnungspolitik greifen und erfreuen die deutschen Hersteller auf dem indischen Markt.  Der Absatz nach Russland stieg um 40,7 Prozent. Die hohen Zuwachsraten müssen aber im Licht des Markteinbruchs der letzten Jahre gesehen werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich die russische Bauwirtschaft für die deutsche Gebäudearmaturenindustrie, mit Blick auf die wirtschaftspolitischen Herausforderungen, entwickelt.

Die privaten Konsumausgaben würden aufgrund der Einkommenszuwächse wohl auch im laufenden Jahr weiter lebhaft steigen, erwarten die Hersteller von Gebäudearmaturen. Beim Bau-Boom sei angesichts der anhaltend günstigen Finanzierungsbedingungen kein Ende in Sicht, auch wenn Kapazitätsengpässe zu weiter steigenden Baupreisen führen würden. Eine Verschärfung des Fachkräftemangels sei wahrscheinlich, da der Nachwuchs im SHK-Handwerk fehle. Die Montage-Kapazitäten seien daher mehr als ausgelastet. Es bleibe auch abzuwarten wie sich die wirtschaftspolitischen Beschlüsse des neuen Bundestages auf die Branche auswirkten. Vor diesem Hintergrund geht der Fachverband für 2018 von einem nominalen Umsatzplus von 2 Prozent aus. (ig)


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