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Digitalisierung und Vernetzung in der Industrie

Smarte Zulieferer
Vernetzt zu mehr Effizienz und Nachhaltigkeit

Ein Bauteil in Echtzeit individuell anpassen, optimieren und direkt auf den 3D-Drucker schicken? – Was nach Zukunftsmusik klingt, können Besucher der Hannover Messe am Gemeinschaftsstand "Leichtbau aus Baden-Württemberg" erleben. Bild: Hannover Messe
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Digitale Prozessketten, die Entwicklungszeiten einsparen, oder Closed Loops, die nicht nur für mehr Effizienz, sondern auch für Nachhaltigkeit sorgen. Diverse Beispiele aus der Zulieferindustrie demonstrieren auf der Hannover Messe, wie in Zeiten von Digitalisierung und Vernetzung neue Partnerschaften und bessere Lösungen entstehen.

„Wer eine gute Idee hat, braucht starke Partner“, ist Olaf Daebler, Global Director Industrial Supply im Team der Hannover Messe, überzeugt. Aus der engen Kooperation im Netzwerk entstünden Lösungen, die nicht nur den Partnern, sondern auch der Gesellschaft Vorteile brächten. Besonders die Themen Umweltschutz und Ressourceneinsatz würden künftig eine immer größere Rolle spielen. Verschiedene Unternehmen der Industrial Supply griffen in diesem Jahr das Leitthema der Hannover Messe auf und zeigten, was sie daraus machten.

Ein Bauteil in Echtzeit individuell anpassen, optimieren und direkt auf den 3D-Drucker schicken? – Was nach Zukunftsmusik klingt, können Besucher der Hannover Messe am Gemeinschaftsstand „Leichtbau aus Baden-Württemberg“ erleben. Dort wird als Weltneuheit unter dem Titel „live mass customization“ erstmals eine komplett digitalisierte Prozesskette zu sehen sein. Diese zeigt, wie sich Entwicklungszeit und time-to-market drastisch verkürzen lassen. Als Demonstrator dient ein additiv gefertigter Sitzschlitten aus dem paralympischen Biathlon: Um die Prozesskette in Gang zu setzen, ermitteln Sensoren zunächst das individuelle Gewicht der Person. Dieser Wert wird dann an ein PLM-System weitergegeben, das als Schnittstelle zum Datenaustausch dient. Dort sind auch die CAD-Daten des Sitzes hinterlegt. Mittels Simulation wird dann die Struktur des Sitzes dem individuellen Gewicht angepasst und zeitgleich einer Optimierung unterzogen. Man erhält dadurch nicht nur ein verbessertes Produkt, sondern reduziert auch den Materialeinsatz. Die optimierten CAD-Daten werden über das PLM-System an eine Online-Plattform weitergegeben, die automatisch Angebote für Preise und Lieferzeiten von Lieferanten einholt.

Nachhaltigkeit im Closed Loop von Salzgitter und BMW: Stahl hin – Schrott zurück

Als Partner optimieren die Salzgitter Flachstahl und BMW Leipzig ihre Lieferströme. Und das funktioniert so: Seit November 2017 beliefert Salzgitter Flachstahl das BMW Presswerk Leipzig mit Stahlbändern (Coils). Die eingesetzten Spezial-Lkw nehmen auf dem Rückweg den gesamten anfallenden Presswerkschrott nach Salzgitter mit. Closed Loop ist doppelt effizient: Zum einen fahren die Lkw voll ausgelastet und sparen so CO2 ein. Zum anderen wird durch das Recycling des Materials der Stoffkreislauf geschlossen. Denn Stahl ist bestens für Recycling geeignet: Er kann verlustfrei immer wieder der Stahlproduktion zugeführt werden.

Durch Closed Loop beliefert Salzgitter Flachstahl erstmals ein Automobilwerk direkt und just-in-time. Das sonst übliche Konsignationslager entfällt. Anstelle der wochengenauen Anlieferung im Lager müssen die Coils jetzt aber schon am Folgetag des Abrufes auf eine halbe Stunde genau in der Produktion bei BMW ankommen.

Damit sind die Anforderungen an Logistik und Prozesssicherheit hoch und erfordern zahlreiche Anpassungen in der IT-Landschaft. BMW greift heute online auf die Bestände in Salzgitter zu. Die elektronisch gesendeten Bedarfe verarbeitet Salzgitter vollautomatisch zu Transportaufträgen, die innerhalb weniger Minuten bei der Spedition eintreffen. Ein Monitoring garantiert, dass kein Auftrag verloren geht. Weitere Themen aus dem Bereich Logistik bietet die parallel zur Hannover Messe laufende CeMAT, Weltleitmesse für Intralogistik und Supply Chain Management.

Geschlossener Materialkreislauf reduziert Kunststoffabfälle

Die Nutzung von Recyclingmaterialien ist ein wichtiger Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens aus dem niedersächsischen Lohne. Als einer der führenden Hersteller in der kunststoffverarbeitenden Industrie mit mehr als 2 000 Mitarbeitern, fünf Standorten und vier verschiedenen Geschäftsfeldern beliefert das Nürnberger Unternehmen Pöppelmann ganz unterschiedliche Branchen in über 90 Ländern mit seinen Produkten – von der Lebensmittelindustrie über den kommerziellen Gartenbau, Maschinen- und Apparatebau, die Fahrzeug-, Pharma- und Kosmetikindustrie bis hin zur Medizintechnik.

Seit rund 20 Jahren kommen Rezyclate in den verschiedenen Geschäftsbereichen zum Einsatz. Jetzt geht Pöppelmann noch einen Schritt weiter: Eine neue strategische Initiative mit dem Namen Pöppelmann blue bündelt unternehmensweit Aktivitäten, die eine durchgängige Kreislaufwirtschaft vorantreiben sollen. Denn der Übergang von einer Linear- zu einer Kreislaufwirtschaft ist ökologisch notwendig. Pöppelmann strebt, wo möglich, einen geschlossenen Materialkreislauf an, bei dem der verwendete Kunststoff aus ein und derselben Wertschöpfungsstufe stammt. In der Praxis heißt das beispielsweise, in der Industrie eingesetzte Kunststoff-Schutzelemente werden nach dem Wiederaufbereitungsprozess wieder zu einem Schutzelement. (ig)


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