Vom Export abhängig

Exportabhängigkeit

Wachstumsmotor der Dax-Industriekonzerne ist das Auslandsgeschäft

80 Prozent ihres Umsatzes erzielen die 24 im Dax gelisteten Industriekonzerne mittlerweile außerhalb der deutschen Grenzen. Bild: Volkswagen
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Die 24 im Dax gelisteten Industrieunternehmen erwirtschafteten im Jahr 2017 einen Umsatz in Höhe von 1,209 Billionen Euro. Das entspricht einem Plus von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diesen Zuwachs verdanken die Konzerne vor allem ihren internationalen Aktivitäten: Während die Umsätze im Ausland um sieben Prozent zulegten, stiegen die Erlöse hierzulande nur um zwei Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.

80 Prozent ihres Umsatzes erzielen die 24 im Dax gelisteten Industriekonzerne mittlerweile außerhalb der deutschen Grenzen (963 Milliarden Euro). Im Jahr 2013 lag dieser Anteil noch bei 76 Prozent. Den höchsten Auslandsumsatzanteil aller Dax-Industrieunternehmen hat Fresenius Medical Care. Das Dialyseunternehmen erwirtschaftet 98 Prozent seines Umsatzes im Ausland. Bei Adidas und Merck sind es jeweils 94 Prozent. Lediglich zwei der untersuchten 24 Dax-Unternehmen erzielen höhere Umsätze in Deutschland als im Ausland (RWE und E.ON). Zwölf der 24 im Dax vertretenen Industrieunternehmen erwirtschaften in den USA einen höheren Umsatz als hierzulande.

„Die USA sind der größte Auslandsmarkt deutscher Unternehmen“, erläutert Dr. Peter Bartels, Geschäftsführer Clients & Markets bei PwC. Deshalb sei der Eingriff durch Strafzölle in die internationale Verflechtung der Wirtschaft auch so gefährlich – und zwar nicht nur für deutsche Unternehmen. Am Ende gebe es nur Verlierer, da ein Großteil der Auslandsumsätze nicht durch Exporte entstehe, sondern durch Wertschöpfung im Zielland. Die Unternehmen investierten in die ausländische Infrastruktur, schafften dort Arbeitsplätze, leisteten Sozialabgaben und zahlten Steuern. Kurz- und mittelfristig könnten andere Absatzmärkte die Beschränkungen des US-Handels nicht kompensieren – auch wenn Länder wie China in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hätten. Drei deutsche Dax-Unternehmen (BMW, Infineon Technologies und Covestro) erwirtschafteten mittlerweile sogar einen höheren Umsatz in China als in den USA.

Protektionismus gefährdet ökonomisches Gleichgewicht

Aber nicht nur für deutsche Konzerne sind die internationalen Märkte und freien Marktzugänge wichtig. Der Blick auf Unternehmen anderer Länder zeigt, dass Globalisierung und Internationalisierung ein starkes Fundament der Weltwirtschaft bilden. „Protektionistische Tendenzen graben dieses Fundament ab und bringen das ökonomische Gleichgewicht ins Wanken bringen“, befürchtet Peter Bartels. Die nach Marktkapitalisierung zehn größten US-Unternehmen generierten zum Beispiel rund die Hälfte ihrer Umsätze im Ausland, obwohl sie über einen riesigen Heimatmarkt verfügten. Die Top-Ten der Schweizer Industrieunternehmen mit ihrem überschaubaren Heimatmarkt erzielten sogar 90 Prozent ihrer Umsätze im Ausland. Auch einige deutsche Unternehmen erwirtschafteten den Löwenanteil ihres Geschäftes im Ausland – das gelte besonders für die Automobilindustrie. VW, Daimler und BMW hätten im Jahr 2017 weltweit über 16 Millionen Fahrzeuge verkauft, davon weniger als zwei Millionen in Deutschland. (ig)

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